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Gladbachs Rezepte gegen den FC Bayern

Andre Schubert

Sport - Gladbachs Rezepte gegen den FC Bayern

Das 2:0 bei Celtic Glasgow hält die Achtelfinal-Hoffnungen der Gladbacher am Leben und bringt Sicherheit und Selbstbewusstsein zurück. Gerade rechtzeitig vor dem Spiel am Samstag gegen den FC Bayern.

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In der Champions League haben die Gladbacher mit dem 2:0 in Glasgow gerade den Angriff auf die eigene Auswärtsschwäche gestartet. Nun sollen die frischen Erkenntnisse auch in der Bundesliga gegen Bayern München (Sa., 18.30 Uhr) greifen, die Qualität des Gegners erachtet Trainer Schubert dabei als durchaus vorteilhaft.

Vom jüngsten Königsklassenausflug nach Glasgow hat Trainer André Schubert mit seinen Gladbachern nicht nur drei Punkte, sondern auch einige Erkenntnisse mitgenommen. Die wichtigste davon betrifft André Hahn, den nimmermüden Berserker im Angriff der Borussia. „So wie er spielt, würden sie ihn hier lieben“, stellte Schubert einen Mentalitätsvergleich zwischen den schottischen Fußballfans und Hahn an – dem der Stürmer keinesfalls widersprechen wollte.

Wiederholung erwünscht

„Ich setze in Situationen, in denen andere schon abdrehen, nach“, benennt der 26-Jährige eine seiner zentralen Qualitäten – die gerade beim zu erwartenden Abnutzungskampf mit den Bayern von Vorteil sein könnte. Ein weiterer Vorteil für Hahn, neben seinem glanzvollen Auftritt – Torvorlage und eigener Treffer inklusive – in Glasgow: Die verletzten Offensivkonkurrenten Thorgan Hazard und Raffael fehlen weiterhin, Fabian Johnson dagegen tritt die Reise in den Freistaat nach auskurierter Erkältung an.

Zudem spielte der frühere Augsburger eine wichtige Rolle bei der Gladbacher Genese zum Angstgegner Bayern: Auf Vorlage von Lars Stindl traf er beim letzten Duell in München Ende April zum 1:1-Endstand. Weshalb Kapitän Stindl, Hahns kongenialer Offensivpartner in Glasgow, sagt: „Wir hätten beide nichts einzuwenden, das zu wiederholen.“

Robustes Riesen-Viereck

Fest steht: Es wird ein intensives Duell zwischen den Bajuwaren und den Niederrheinischen, bei dem die Gäste vor allem auf ihre gegen Celtic starke Defensive bauen werden. Kopfballtore wie die von Joshua Kimmich oder Arjen Robben beim 4:1 gegen Eindhoven jedenfalls dürften den Münchnern gegen Borussias Abwehrriesen deutlich schwerer fallen als am Mittwoch.

Dank dem Zwei-Meter-Dänen Jannik Vestergaard und dem trotz seiner 20 Lenze schon sehr abgebrühten Schweizer Nico Elvedi in der Innenverteidigung, sowie der gut harmonierenden Doppel-Sechs mit Christoph Kramer und Tobias Strobl, überzeugten die Gladbacher im Celtic-Park mit einem ausgesprochen robusten Defensiv-Viereck. „Im Zentrum haben wir es sehr gut gemacht“, lobte Schubert – dem bei seinem ersten Cheftrainereinsatz gegen die Bayern ein krachendes 3:1 gelungen war.

Kein Zauberwerk

Damals überraschte er den Kollegen Pep Guardiola mit seiner Variante einer Dreierkette in der Abwehr. Ein ähnlicher Versuch ging beim Auftaktmatch in der Champions League bei Manchester City (0:4) in der Fremde allerdings auch schon böse daneben – daher sagt Schubert nun: „Es geht nicht darum, taktisch immer etwas aus dem Hut zu zaubern. Sondern sachlich zu überlegen, was am besten passt.“

Dabei wird interessant sein zu beobachten, wie weit der Kampf des Gladbacher Übungsleiters gegen die anhaltende Auswärtsschwäche seiner Mannschaft nach dem jüngsten Highlight in Schottlands größter Stadt gediehen ist. Als Schablone für München verwendet er die Partie in Glasgow ausdrücklich nicht.

Lust auf Spitzenteams

„Die Bayern haben eine ganz andere Spielanlage“, sagte André Schubert bei der Pressekonferenz am Freitag. Das Wichtigste für sein Team sei es, gemeinschaftlich und leidenschaftlich zu verteidigen. „Gegen Spitzenteams“, so der 45-Jährige optimistisch, „gelingt uns das in der Regel auch besser. Und wenn wir das schaffen, ist es nicht leicht, gegen uns Tore zu schießen.“

    • Die Borussia mauserte sich in den vergangenen Jahren zum unangenehmsten Widersacher der Bayern – der letzte Sieg der Bayern datiert vom 24. Januar 2014 (2:0 in Gladbach)
    • Der Beitrag des aktuellen Borussen-Trainers André Schubert zu dieser Bilanz beläuft sich auf zwei Partien: Dem 3:1 im eigenen Stadion am 5. Dezember 2015 schloss sich das 1:1 am 30. April 2016 in München an
    • Schuberts Bilanz als Gladbacher Bank-Chef kann sich auch jenseits der Duelle mit den Bayern sehen lassen: Seit seinem Debüt gegen Augsburg im September 2015 holte er in 36 Ligapartien mit den Niederrheinischen 66 Punkte, das entspricht einem Schnitt von 1,83 Zählern
    • Auf einen noch besseren Wert kam in der Kürze seiner Bayern-Zeit Carlo Ancelotti: Mit seinem Ertrag von 17 Punkten aus den ersten sieben Saisonspielen kommt der Italiener auf eine Quote von 2,43 Punkten
    • Gesamtbilanz beider Teams aus Bayern-Sicht: 103 Spiele, 49 Siege, 32 Unentschieden, 22 Niederlagen

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