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Stagnation statt Triumph am Niederrhein

Gestiegene Erwartungshaltung zehrt am Gladbacher Nervenkostüm

Gladbach wollte eigentlich nach einem Jahr Abstinenz wieder in den Europacup zurückzukehren. Dieses Ziel ist akut gefährdet. Die Planungen für die nächste Saison laufen am Niederrhein daher bereits auf Hochtouren.

Ungehaltene Fans diskutieren mit Gladbacher Spielern

Mit ihren Hoffnungen auf das nächste, endlich bessere Spiel haben die Gladbacher seit einem halben Jahr sehr viel Übung. Allerdings auch mit der Erkenntnis, dass es dann doch nicht wirklich vorangegangen ist mit dem Team von Dieter Hecking.

Zuversichtlicher Elvedi

Im Schlussspurt der Saison heißen die letzten Kontrahenten Wolfsburg, Schalke, Freiburg und Hamburg. Drei dieser vier Vereine kämpfen um den Klassenerhalt. „Wir können“, schlussfolgert Elvedi, „in den letzten Spielen noch einiges gutmachen.“ Und damit verbunden auch die Hoffnung, dass in der Mannschaft deutlich mehr steckt als deren zuletzt oft unattraktive Spielweise und Ligaplatz acht.

Fauchender Hecking

Seit die Niederrheinischen vor nicht allzu langer Zeit europäischen Größen wie Manchester City, Juventus Turin oder dem FC Barcelona die Stirn boten, nimmt eine bestimmte Klientel solche Abende in der Champions League zum Gradmesser. Mühevolle Siege wie zuletzt gegen Hertha BSC vermögen einen Teil der Anhänger da längst nicht mehr zu besänftigen.

Gegen Berlin ließ sich Keeper Yann Sommer die Häme von der Tribüne nicht mehr bieten – und bekam postwendend den Zorn der Zuschauer zu spüren. „Wenn einige, wenige Fans meinen, nach dem Spiel unseren Torwart angehen zu können, finde ich das sehr, sehr bedenklich. Das hat bei uns im Stadion nichts zu suchen“, fauchte Hecking.

Fehlende Leichtigkeit

Nachdenkenswert findet der 53-jährige Übungsleiter mittlerweile aber auch den Spielstil der eigenen Mannschaft. „Uns fehlen die Leichtigkeit und das Selbstverständnis, das wissen wir“, räumt Hecking ein. Die Qualifikation für die Europa League ist theoretisch noch zu schaffen, angesichts des anhaltend instabilen Zustands der Gladbacher aber unwahrscheinlich. Deshalb sind für die nächste Saison bereits grundsätzliche Änderungen geplant.

Die mangelhafte Chancenverwertung seiner Offensivspieler hat Hecking als entscheidende Krux ausgemacht. Der Ansatz mit schnellen, wendigen Flügelspielern wie Thorgan Hazard oder dem gerade wieder frisch verletzten Ex-Nationalspieler Patrick Herrmann und ohne echten Mittelstürmer wird im Borussia-Park inzwischen offen in Frage gestellt.

Maulende Kundschaft

Auch von Max Eberl. „Es ist bekannt, wie wir im Sturm spielen. Wir müssen da neue Schritte gehen“, erläutert Borussias Sportdirektor und kündigt der maulenden Kundschaft zur Beruhigung schon mal an: „Im Sommer wird es einen Versuch geben, etwas Neues auf den Weg zu bringen.“ Soll heißen: Ein echter Torjäger muss her – und die Philosophie mit eleganten, mitspielenden Angreifern wie Raffael oder Lars Stindl wird entsprechend überarbeitet.

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