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FC Bayern: Double-Lust statt Triple-Frust

Trainer des FCB, Pep Guardiola (l.), und Spieler Robert Lewandowski (r.) umarmen sich am 07.05.2016

Sport - FC Bayern: Double-Lust statt Triple-Frust

Das Halbfinal-Rückspiel der Champions League zwischen FC Bayern und Atletico Madrid, kommentiert von Oliver Schmidt; inklusive Stimmen und Analyse; Moderation: Oliver Welke, Experte: Oliver Kahn.

Datum:
Sendungsinformationen:
Im TV: ZDF, 03.05.2016, 20:25 - 21:30
Verfügbarkeit:
Video leider nicht mehr verfügbar

Nur ein Trostpreis? Nein, der FC Bayern München sieht den vierten Meistertitel am Stück als Genugtuung. Der scheidende Trainer Pep Guardiola hat indes mit einer feinen Geste beeindruckt.

Ohne Meisterschale (die wird erst am letzten Spieltag überreicht) und zünftige Weißbierduschen jubelten die Bayern angeführt von Einpeitscher Thomas Müller auf dem Ingolstädter Rasen noch recht verhalten. Aber nach den ersten Bierchen in der Kabine steigerte sich die Laune auf der kurzen Heimfahrt mit dem Mannschaftsbus bis zur Late-Night-Party im Restaurant von Promi-Koch Alfons Schuhbeck in der Münchner Innenstadt.

Balsam auf die Wunden

Das Lächeln ist am Samstag beim großen FC Bayern, der mit dem 2:1 in Ingolstadt seinen 26. Meistertitel perfekt gemacht hatte, zurückgekehrt. "Der Titel wird uns ein bisschen die Wunden schließen lassen, die es am Dienstag ohne Frage gegeben hat", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge angesichts der Nachwirkungen des verpassten Champions-League-Endspiels.

Als Trostpreis mochten die Bayern-Stars die geschichtsträchtige Leistung von vier Meistertiteln am Stück in der Bundesliga aber nicht bewerten. "Der Rekord war unser großes Ziel", sagte Kapitän Philipp Lahm. "Was wir dieses Jahr wieder geleistet haben, ist überragend", erklärte Thomas Müller: "Jetzt lassen wir die Sau raus und schauen danach, wie wir beisammen sind."

"Ziel ist das Double"

"Das Ziel ist ganz klar, das Double zu gewinnen", verkündete Lahm mit dem Blick auf das Pokalendspiel gegen Borussia Dortmund am 21. Mai in Berlin. Die Double-Lust ersetzt langsam aber sicher den Triple-Frust.

"Auf dieses Finale kann sich Deutschland freuen. Das wird ein Highlight der Saison werden", sagte Rummenigge. Der Bayern-Chef will das letzte Guardiola-Jahr erst nach dem "Fifty-fifty-Spiel" bewerten: "Ich möchte noch zwei Wochen warten. Das Spiel ist wichtig für uns. Dass das Ausscheiden in der Champions League bei uns Spuren hinterlassen hat, ist klar."

Ein Titel für Heynckes

"4EVER Deutscher Meister", stand auf den roten Meistershirts, es war intern das Saisonmotto gewesen. Auch Guardiola stülpte sich das Shirt doch noch über seinen feinen Anzug, bevor er in der Pressekonferenz den Serientitel Jupp Heynckes widmete. Sein Vorgänger hatte 2013 beim einzigartigen Bayern-Triple die aktuelle Bundesliga-Dominanz eröffnet. "Ich möchte diesen vierten Titel mit Jupp Heynckes teilen", sagte Guardiola: "Jupp, das ist für Dich!" Auch an Borussia Dortmund richtete der 45-jährige Katalane ein großes Kompliment: "Der BVB war ein richtiger Konkurrent."

Ralph Hasenhüttl, der nach seinem Abschiedsspiel als FCI-Trainer vor eigenem Publikum Tränen vergoss, rühmte den zu Manchester City weiterziehenden Guardiola in höchsten Tönen. "Pep, du bist nicht nur ein Riesentrainer, du bist auch unglaublich bescheiden. Wenn es sich jemand verdient hat, dann bist du es. Du hast diese Mannschaft noch mal auf eine unglaubliche Stufe gehoben", sagte der Österreicher.

Pep Guardiola hat in München zwar keine Nähe zu den Fans entwickelt. Aber er hat sie mit großem Fußball beglückt. "Unser Trainer kommt manchmal zu kritisch weg in den Bewertungen", sagte Karl-Heinz Rummenigge: "Drei Mal deutscher Meister zu werden in den ersten drei Jahren ist schon etwas, auf das man stolz sein kann."

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