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Pal Dardai: "Fußball hat mir viel gegeben"

Pal Dardai - Herthas Magier

Sport - Pal Dardai: "Fußball hat mir viel gegeben"

Online-Kandidat Daniel Peters fordert im aktuellen sportudio Herthas Erfolgscoach Pál Dárdai an der Torwand heraus.

Beitragslänge:
3 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 22.01.2017, 16:29

Hertha BSC träumt schon heimlich von der Champions League. Natürlich mit Pal Dardai auf der Trainerbank. Herthas ungarischer Erfolgstrainer hat den Fußball des Hauptstadtklubs grundlegend verändert und will der "Alten Dame" ein neues Image verpassen.

In knapp einem Jahr ist er mit seinem Klub durch die gesamte Liga gerauscht. Von fast ganz unten nach fast ganz oben. Als Tabellenvorletzter hatte Pal Dardai im Februar 2015 die Hertha als Trainer übernommen. Jetzt ist der Hauptstadtverein Tabellendritter und startet selbstbewusst wie schon lange nicht mehr in die Rückrunde der Bundesliga.

Teamgeist als Basis

Grafik: Hertha BSC Platzierungen
Berliner Bundesliga-Bilanz Quelle: ZDF

"Es war kompliziert", erinnert sich heute der 39 Jahre alte Coach. Gerade elf Monate sind vergangen, seit Dardai die Verantwortung als Nachfolger von Jos Luhukay in Berlin übernommen hat. Die Mannschaft funktionierte damals nicht, das war offensichtlich. Es gab keinen Plan und Visionen erst recht nicht. Dardai fing einfach, aber systematisch an. Er brachte zunächst Ordnung in das fragile Mannschaftsgebilde, führte unzählige Einzelgespräche und entwickelte schließlich eine eigene Spielphilosophie. "Die Stärke der Mannschaft ist jetzt der Teamgeist, wie wir leben, wie wir miteinander umgehen", erklärt Dardai, wenn er nach seinem Erfolggeheimnis gefragt wird. Das sei die Basis, so der Trainer.

Zudem verbesserte Dardai die Fitness seiner Spieler. Und er verpasste dem Team ein stabiles taktisches Gerüst, was bei einem Rückstand nicht gleich auseinanderfliegt. Der Ungar trieb der "Alten Dame" zudem die pomadige, äußerst unattraktive Spielweise aus. Dardai, bis zum Sommer 2015 in einer Doppelrolle gleichzeitig auch noch als ungarischer Nationaltrainer tätig, stabilisierte die anfällige Hertha-Abwehr. Und in der Offensive kann der Hauptstadtverein sich endlich wieder selbst Chancen erarbeiten.

Der Perfektionist

Der Ball wird jetzt mit großer Sicherheit, Genauigkeit und enormer Geduld über das gesamte Spielfeld gepasst. So lange, bis er schließlich bei dem treffsicheren Sturmduo Vedad Ibisevic und Salomon Kalou landet. "Der Trainer hat uns die Möglichkeiten gegeben, uns selbst zu entfalten. Wir sind dadurch selbstbewusster geworden", sagt der neunfache Bundesliga-Torschütze Kalou.

Dardai gilt als eloquent und humorvoll, aber auch als Perfektionist und Stratege. Es scheint, er ist immer auf der Suche nach dem ultimativen Matchplan. "Wenn wir anfangen zufrieden zu sein, haben wir ein Problem", sagt er. Das soll wohl auch als eine Warnung für seine Spieler interpretiert werden. Denn Herthas Rekordspieler (286 Bundesligaeinsätze) weiß, wie sich die Rolle der Berliner in der Rückserie wandeln wird. Wann kommt der Rückschlag? Die Gegner sind vor dem Überraschungs-Dritten der Liga ausreichend gewarnt und werden die Berliner jagen. Das Rennen um die Champions-League-Plätze bleibt also auch wegen Hertha BSC sicher spannend.

Hertha nicht im Trend

Bei den Fans jedoch lässt die grelle Fußballeuphorie noch auf sich warten. In der Hinserie besuchten im Schnitt 48.000 Anhänger die Heimspiele im Olympiastadion. Kein einziges Match war ausverkauft. Das bedeutet nur Platz acht in der Zuschauer-Tabelle. Hertha BSC gilt in der trendigen Hauptstadt immer noch als Mainstream und ist nur mäßig attraktiv. Auch das will Pal Dardai ändern. Er arbeitet schon daran.

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