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Aufsichtsratschef Gernandt tritt beim HSV zurück

Karl Gernandt ist als Aufsichtsratsvorsitzender des Fußball-Bundesligisten Hamburger SV zurückgetreten, er bleibt aber ordentliches Mitglied des sechsköpfigen Gremiums.

Karl Gernandt
Quelle: imago/Manngold

Als Grund für seinen Schritt nannte Gernandt "bewusste Indiskretionen innerhalb unseres Gremiums". Der Vertraute von Investor Klaus-Michael Kühne führte das oberste Kontrollgremium seit Mai 2014, er bleibt ordentliches Mitglied des sechsköpfigen Rates. Der HSV hatte erst am Sonntagabend die Trennung von Dietmar Beiersdorfer und die Berufung von Heribert Bruchhagen zum neuen Vorstandsvorsitzenden offiziell vollzogen, zuvor waren Gespräche zwischen den Hanseaten und Bruchhagen an die Öffentlichkeit gelangt.

Gernandt beklagt Unprofessionalität


"Wenn persönliche Motive über professionelles Verhalten gestellt werden, macht dies nachhaltige Führungsarbeit unmöglich", sagte Gernandt: "Ich kann und werde nicht die Hauptverantwortung für so ein Verhalten tragen und bin entsetzt, mit welchen Kräften im Verein und im Aufsichtsrat die sportliche und langfristige Weiterentwicklung riskiert wird."

Bis zur Wahl eines neuen Aufsichstrats-Vorsitzenden wird das Gremium von einem der beiden bisherigen Stellvertreter Gernandts, Felix Goedhart oder Jens Meier, geführt.

Beiersdorfer enttäuscht

Unterdessen meldete sich Dietmar Beiersdorfer erstmals nach seiner Abberufung ausführlich zu Wort. «Klar bin ich enttäuscht und kann die Entscheidung auch nicht verstehen», sagte der 53-Jährige der «Bild»-Zeitung. Der Beschluss des Aufsichtsrats habe ihn aber nicht unerwartet getroffen: «Wir hatten nach zehn Spielen zwei Punkte, das erschüttert einen Klub.» Aber natürlich wünsche man sich «mehr Vertrauen und Loyalität für die Dinge, die ich zusammen mit unserem Team auf den Weg gebracht habe. Vor allem, weil ich überzeugt bin, dass wir auf dem richtigen Weg sind».

Der HSV hatte am Sonntagabend den Wechsel an der Spitze öffentlich gemacht. Von Mittwoch an übernimmt Heribert Bruchhagen die Aufgaben von Beiersdorfer. Der Aufsichtsrat habe einen Vorsitzenden «mit einer anderen Charakteristik» gewollt, meinte der Ex-Boss. «Einen, der nach außen stärker auftritt und auch mal auf den Tisch haut.» Er habe aber seinen eigenen Stil «und von dem bin ich überzeugt. Er passt zum HSV, zumindest wie ich unseren HSV sehe».

Beiersdorfer geht erhobenen Hauptes

Beiersdorfer zeigte sich insgesamt mit seiner Bilanz zufrieden, auch wenn der Verein trotz des jüngsten Aufwärtstrends mit den ersten beiden Saisonsiegen noch mitten im Abstiegskampf steckt. Er könne sich auch weiter guten Gewissens im Stadion sehen lassen. «Ich habe immer die Interessen des Klubs vertreten. Ich kann in den Spiegel gucken und aufrecht gehen.»

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