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Paderborn-Fans: Nein zum Leipzig-Deal

Die Bundesligisten RB Leipzig und SC Paderborn haben eine Kooperation beschlossen, SC-Fans protestieren heftig dagegen. Die Zusammenarbeit soll soweit gehen, dass der SC als eine Art Farmteam für RB dient. Die DFL schweigt dazu vorerst.

Fans des SC Paderborn 07
Fans des SC Paderborn 07
Quelle: epa

Die Euphorie nach dem Aufstieg scheint beim SC Paderborn schnell verflogen. Der Abgang von Sport-Geschäftsführer Markus Krösche zu RB Leipzig und die angekündigte Kooperation mit dem ungeliebten Konkurrenten stellen die Ostwestfalen vor Probleme.

Es dauerte nicht einmal 24 Stunden, da hatte sich beim SC Paderborn schon Widerstand in den eigenen Reihen formiert. Boykottandrohung statt Aufstiegseuphorie: Die Ostwestfalen stehen wegen einer angekündigten Kooperation mit dem Ligakonkurrenten RB Leipzig vor einer Zerreißprobe.

Öffentliche Erklärung

"Sollte die Zusammenarbeit mit RB Leipzig umgesetzt werden, wird die aktive Fanszene den Spielen des SC Paderborn 07 bis auf Weiteres fernbleiben. Unsere Vereinsliebe und die jahrzehntelange Unterstützung stirbt mit dem Tag einer RB Leipzig Kooperation", hieß es in einer am Mittwoch von Teilen der Fanszene veröffentlichten Erklärung, die von sechs Organisationen unterstützt wird.

Am Dienstag war der Wechsel von Sport-Geschäftsführers Markus Krösche zu RB Leipzig bekannt geworden. Für die Ostwestfalen gab es eine Ablösesumme - und eine Vereinbarung mit den Sachsen. Mit dem Ziel, "sich zu unterstützen und das jeweils vorhandene sportliche Potenzial bestmöglich auszunutzen".

Erst Paderborn, dann Leipzig

Im Gespräch sind dabei die Zusammenarbeit im Scouting- oder Marketingbereich. Auch über mögliche Leihgeschäfte wurde bereits spekuliert.

Oliver Mintzlaff will dabei Ralf Rangnick, den künftigen Fußballchef der Red-Bull-Standorte in den USA und Brasilien, ins Spiel bringen: "Aus der Konstellation mit Ralf Rangnick heraus gibt es vielleicht den ein oder anderen Spieler, der möglicherweise nach Paderborn ausgeliehen wird, dort erstmal spielt, bevor man ihn dann vielleicht nach Leipzig holt", sagte der Geschäftsführer von RB Leipzig auf einer Pressekonferenz.

"Es geht bei der Kooperation rein um sportliche Angelegenheiten und nicht um wirtschaftliche Vereinbarungen", sagte der Paderborner Präsident Elmar Volkmann dem Sportinformationsdienst (SID). Am 24. und 25. Juni werde es auch ein Treffen mit Fanvertretern geben, auf dem über dieses Thema gesprochen werde.

"Verlust der Seele"

Es wird viel zu bereden geben, denn die Kritik ging weit. "Etwaige sportliche Vorteile werden durch den Verlust der Seele und Identität unseres bodenständigen Fußballvereins teuer erkauft. Wirtschaftliche Vorteile werden aufgrund eines deutschlandweiten Imageverlustes und einer einseitigen Abhängigkeit nicht nachhaltig zu realisieren sein", hieß es in der Fan-Erklärung.

Zudem wurde auch die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins bei diesem Thema und die fehlende Einbindung der Fans und Mitglieder bemängelt. Außerdem gefährde die Kooperation "aus unserer Sicht den fairen Wettbewerb erheblich".

DFL schweigt bislang

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat sich auf Anfrage des SID zu dem Thema nicht geäußert. Gegenseitige Einblicke in das Scouting oder bei der Trainerausbildung oder -methoden sind auch nicht verboten.

Quellen: SID/ZDF

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