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Bremen und SCF verlieren - FCB neuer Spitzenreiter

Bundesliga, 10. Spieltag

Bremen bleibt auch nach dem 10. Spieltag weiter ohne Sieg: Die Norddeutschen verloren zu Hause gegen Augsburg mit 0:3. Das Kellerduell zwischen Stuttgart und Freiburg entschied der VfB mit einem klaren 3:0 für sich. Bereits am Samstag feierte der FC Bayern einen 2:0-Erfolg über Verfolger RB Leipzig und übernahm damit die Tabellenspitze, nachdem Dortmund zuvor eine 2:4-Niederlage bei Hannover 96 kassierte.

Bremens Ishak Belfodil (l) und Lamine Sane
Werder Bremen verliert Quelle: dpa

Seit 22 Spielen zu Hause erstmals wieder geschlagen ist Hoffenheim, das 1:3 gegen Gladbach verlor. Hertha hat seine Sieglos-Serie beendet und mit einem 2:1 die HSV-Krise weiter verschärft. Leverkusen schlägt Tabellenschlusslicht Köln mit 2:1 und Wolfsburg holte ein 1:1 auf Schalke.

VfB Stuttgart - SC Freiburg 3:0 (2:0)

Daniel Ginczek (VfB Stuttgart) (links) und Caglar Soyuncu (Freiburg)
Die Hand-Szene, die zu Rot für Caglar Söyüncü (r.) führt. Quelle: imago

Mehr als 80 Minuten in Überzahl haben dem VfB Stuttgart einen lockeren Derbysieg gegen den SC Freiburg beschert. Im schwäbisch-badischen Landesduell setzte sich der VfB zum Abschluss des 10. Spieltags der Fußball-Bundesliga am Sonntag im Schongang mit 3:0 (2:0) durch. Daniel Ginczek (38. Minute), Benjamin Pavard (45.+4) und Simon Terodde (82.) sorgten für den verdienten Erfolg gegen die nach dem frühen Platzverweis für Caglar Söyüncü (12.) hoffnungslos überforderten Freiburger. Während die Schwaben den Abstand zu den Abstiegsrängen vergrößerten, steckt der SCF nach der vierten Saisonpleite im Tabellenkeller fest.

Für die Gäste war die Partie in der mit 58.872 Zuschauern ausverkauften Arena schon früh gelaufen. Die Szene, die zum Platzverweis geführt hatte, erhitzte nicht nur das Gemüt von Freiburgs Trainer Christian Streich. In einem Zweikampf mit Ginczek hatte Söyüncü als letzter Mann im vollen Lauf mit der Hand den Ball berührt, Schiedsrichter Tobias Stieler ließ das Spiel trotz der Stuttgarter Proteste aber zunächst laufen. Erst wenig später bemühte er den Videobeweis und schaute sich die Szene am Spielfeldrand nochmal auf einem Bildschirm an - und schickte Söyüncü anschließend zum Duschen. Streich tobte am Rand. Ob Söyüncü tatsächlich eine klare Torchance verhindert hatte, bleibt strittig.

Werder Bremen - FC Augsburg 0:3 (0:2)

Der ganze Frust der Werder-Fans entlud sich schon 20 Minuten vor dem Abpfiff gegen Trainer Alexander Nouri: Immer wieder hallte "Nouri raus!" durch das Bremer Weserstadion, die 0:3 (0:2)-Pleite gegen den FC Augsburg könnte den 38-Jährigen den Job kosten. Zehn Spiele, kein Sieg, 484 Minuten ohne Tor und keine Anzeichen der Besserung - der Tabellenvorletzte der Fußball-Bundesliga ist in einer echten Krise. "Die Tore vor der Halbzeit haben uns das Genick gebrochen. Wir müssen jetzt zusammenhalten, das ist eine schwere Situation. Uns ist der Auftritt peinlich", sagte Werders Abwehrspieler Niklas Moisander, der die Trainerfrage nicht kommentieren wollte: "Ich denke nicht über Dinge nach, die wir als Spieler nicht beeinflussen können."

Michael Gregoritsch (40., 61.) und Alfred Finnbogason (45.+2/Foulelfmeter) trafen für den enorm effizient auftretenden FCA. Gregoritsch nutzte zunächst eine präzise Flanke von Philipp Max per Kopf zum Führungstreffer. Nachdem der selbst gefoulte Finnbogason erhöht hatte, legte der Österreicher Gregoritsch nach einem Konter nach. Die Augsburger feierten ihren ersten Erfolg nach vier erfolglosen Anläufen und schoben sich auf Rang neun vor. Das Team von Manuel Baum zeigte sich besser sortiert und nutzte seine Chancen konsequent.

FC Bayern München - RB Leipzig 2:0 (2:0)

Der FC Bayern hat auch das Fortsetzungsduell gegen Herausforderer RB Leipzig gewonnen und zum ersten Mal in dieser Saison die Führung in der Fußball-Bundesliga übernommen. Nur 67 Stunden nach dem XXL-Pokal-Duell profitierte der deutsche Rekordmeister allerdings beim 2:0 (2:0) am Samstagabend entscheidend von einem frühen Platzverweis gegen Leipzigs Kapitän Willi Orban in der 13. Minute. Mit dem fünften Sieg am Stück unter Trainer Jupp Heynckes reist der FC Bayern damit zum Champions-League-Duell am Dienstag bei Celtic Glasgow.

James Rodríguez (19. Minute) und der angeschlagen ausgewechselte Robert Lewandowski (38.) mit seinem zehnten Saisontor zerstörten vor 75.000 Zuschauern in der ausverkauften Münchner Arena frühzeitig die Hoffnungen auf ein erneut packendes Kräftemessen. Im vierten Duell zwischen dem Serienmeister und dem Vize-Meister flog zum dritten Mal ein Leipziger vom Platz. Nach einem Videobeweis entschied Referee Daniel Siebert auf Rot gegen Orban nach einer Notbremse gegen Arjen Robben. Es war eine harte, aber regelkonforme Entscheidung. Dem Topsiel raubte sie jedoch den sportlichen Reiz und die Spannung.

TSG Hoffenheim - Bor. Mönchengladbach 1:3 (1:0)

Borussia Mönchengladbach hat die lange Heimserie von 1899 Hoffenheim beendet. Die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking kam am Samstag in der Fußball-Bundesliga zu einem 3:1 (0:1) im Kraichgau. Eine Woche nach dem 1:5 gegen Bayer Leverkusen überzeugten die Gäste vor 30.150 Zuschauern in der Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena durch die Bank. Thorben Hazard glich in der 61. Minute den Führungstreffer von Kerem Demirbay (25.) aus, ehe noch Matthias Ginter (79.) und Jannik Vestergaard (82.) trafen. Zuvor war Hoffenheim zuhause in 22 Spielen ungeschlagen. Die letzte Niederlage stammte gegen Schalke 04 vom letzten Spieltag der Saison 2015/2016.

Vor der Europa-League-Woche mit der Partie bei Istanbul Basaksehir am Donnerstag hatte das Team von Chefcoach Julian Nagelsmann viel Mühe mit den angriffsfreudigen Gästen. Mit diesem Erfolg zog Gladbach in der Tabelle an Hoffenheim vorbei auf Rang sechs. 1899 hat von den vergangenen sieben Spielen im Liga-Alltag, DFB-Pokal und Europacup nur eines gewonnen.

Hertha BSC - Hamburger SV 2:1 (1:0)

Der Hamburger SV hat den Krisengipfel in der Fußball-Bundesliga verloren und befindet sich auch aufgrund seiner chronischen Offensivschwäche weiter im freien Fall. Am 10. Spieltag unterlag der Liga-Dino bei Hertha BSC mit 1:2 (0:1) und ist seit nunmehr acht Spielen ohne Sieg. Dabei erzielte Hamburg lediglich drei Tore, sieben Partien gingen verloren. Trainer Markus Gisdol muss sich auf unruhige Tage an der Elbe einstellen.

U21-Europameister Niklas Stark (17.) und Karim Rekik (49.) gelangen die Tore für Europa-League-Starter Hertha, der drei Tage nach dem bitteren Zweitrundenaus im DFB-Pokal gegen den 1. FC Köln (1:3) die passende Reaktion zeigte. Die aufkommende Diskussion um Hertha-Coach Pal Dardai dürfte trotz zuvor sieben Begegnungen ohne Sieg vorerst abebben. U17-Nationalspieler Jann-Fiete Arp (73.) traf für Hamburg.

Schalke 04 - VfL Wolfsburg 1:1 (1:0)

Die Unentschieden-Könige des VfL Wolfsburg haben die Siegesserie von Schalke 04 gestoppt. Das Team von Trainer Domenico Tedesco kam nach zuletzt drei Pflichtspielerfolgen gegen die Niedersachsen nicht über ein 1:1 (1:0) hinaus. VfL-Coach Martin Schmidt stellte damit einen Bundesliga-Rekord auf: Die ersten sechs Spiele bei einem neuen Klub Remis zu spielen, gelang noch keinem Trainer zuvor.

Im Mittelpunkt standen vor 60.429 Zuschauern vor allem Schiedsrichter Markus Schmidt (Stuttgart) und Videoassistent Marco Fritz (Korb): Nabil Bentaleb hatte dominante Gelsenkirchener mit einem Foulelfmeter nach Videobeweis in Führung gebracht (43.). Mario Gomez vergab zunächst den Ausgleich ebenfalls durch Strafstoß nach Ansicht der Fernsehbilder (60.), ehe Divock Origi (90.+3) Wolfsburg noch einen Punkt sicherte. Im Mittelpunkt standen vor allem Schiedsrichter Markus Schmidt (Stuttgart) und Videoassistent Marco Fritz (Korb): Nabil Bentaleb hatte dominante Gelsenkirchener mit einem Foulelfmeter nach Videobeweis in Führung gebracht (43.), Mario Gomez vergab den Ausgleich (60.) ebenfalls durch Strafstoß nach Ansicht der Fernsehbilder.

Bayer Leverkusen - 1. FC Köln 2:1 (0:1)

Sven Bender
Sven Bender besiegelt mit dem 2:1 die nächste Kölner Niederlage

Beim 1. FC Köln sind sie langsam aber sicher der Verzweiflung nahe. «Du bist immer relativ nahe dran und es gelingt nicht. Das geht schon an die Psyche», sagte Trainer Peter Stöger nach der 1:2 (1:0)-Derby-Niederlage bei Bayer Leverkusen: «Da kommt die geballte Geschichte zusammen. Da kannst Du schon irgendwann anfangen zu zweifeln. Das Schwierige ist: Es fehlt immer ein bisschen. Und dadurch fehlt am Ende ziemlich viel.»

In Leverkusen verlor der Tabellenletzte zwar verdient, das gab auch Stöger unumwunden zu. Doch er war mit frischem Mut nach dem Pokalsieg bei Hertha BSC (3:1) angereist und am 10. Spieltag durch das erste Bundesliga-Tor von Sehrou Guirassy (23.) erstmals in Führung gegangen. Mit dem ersten Sieg wurde es nichts, der Rückstand auf die Nicht-Abstiegsplätze ist bei nur zwei Punkten schon groß. Das Spiel am nächsten Sonntag gegen 1899 Hoffenheim sei deshalb «schon ein sehr entscheidendes», sagte Innenverteidiger Dominique Heintz: «Irgendwann musst du mal anfangen zu punkten. Sonst brauchst du eine Serie, die fast unmöglich ist. Wir müssen auf jeden Fall zusehen, dass wir in der Winterpause nicht schon ganz abgeschlagen sind.»

Hannover 96 - Borussia Dortmund 4:2 (2:1)

Hannovers Matthias Ostrzolek (r) und Dortmunds Mario Goetze
Hannovers Matthias Ostrzolek (r) und Dortmunds Mario Goetze Quelle: dpa

Nur ein Punkt aus den letzten drei Bundesligaspielen - mit einer 2:4 (1:2)-Niederlage bei Hannover 96 ist Borussia Dortmund in eine sportliche Krise geschlittert und hat die Tabellenführung verloren. Dabei enttäuschten die Gäste ihre zahlreichen mitgereisten Fans insbesondere in der ersten Halbzeit. Die Norddeutschen rehabilitierten sich mit diesem Erfolg hingegen für die 0:1-Pokalniederlage im Niedersachsen-Derby beim VfL Wolfsburg.

Vor 49.000 Zuschauern in der ausverkauften Arena waren Jonathas und Ilhas Bebou die Sieggaranten des Aufsteigers. Der Brasilianer Jonathas verwandelte einen Foulelfmeter in der 20. Minute souverän und leistete zum zweiten 96-Treffer durch Bebou (40.) die präzise Vorarbeit. Der Zugang von Fortuna Düsseldorf wiederum stellte in der 86. Minute nach einem Konter mit seinem zweiten Treffer zudem den Endstand her. Für den zwischenzeitlichen Ausgleich sorgte Dan-Axel Zagadou (27.). Das 2:2 erzielte Andrej Jarmolenko (52.), ehe Felix Klaus per Freistoß (60.) die 96er erneut in Führung brachte. Verursacht hatte diesen Freistoß 60 Sekunden zuvor Zagadou, der für diese als Notbremse gewertete Aktion die Rote Karte sah.

FSV Mainz 05 - Eintracht Frankfurt 1:1 (0:1)

Spielszene Mainz - Frankfurt
Quelle: epa

Eintracht Frankfurt kann in Mainz einfach nicht gewinnen. Auch der 14. Versuch, endlich mal einen Auswärtssieg im Rhein-Main-Derby zu feiern, endete mit einem 1:1 (1:0)-Unentschieden. Ein Eigentor von Stefan Bell brachte die Eintracht zwar in der 37. Minute in Führung. Der kurz zuvor eingewechselte Suat Serdar belohnte jedoch eine Leistungssteigerung des FSV Mainz 05 in der zweiten Halbzeit mit dem Tor zum 1:1 (71.). "Am Ende ist der Punkt gerecht. Wir haben das in der ersten Halbzeit richtig, richtig gut gemacht, aber wir waren dann manchmal nicht entschlossen genug", sagte Frankfurts Marius Wolf. Der Mainzer Stefan Bell sagte: "Das 1:1 ist leistungsgerecht. Es ist ein gutes Gefühl, dass wir zu Hause wieder gepunktet haben."

Bislang waren die Frankfurter in der 1. und 2. Bundesliga 13 Mal in Mainz angetreten - und hatten kein einziges Mal gewonnen. Und das, obwohl die Eintracht in diesem Nachbarschaftsduell auch schon einmal mit 2:0 geführt hatte (Mai 2017) oder der Mainzer Nikolce Noveski gleich zwei Eigentore in einem Spiel schoss (Oktober 2005). Auch diesmal reichte eine Halbzeitführung nicht aus, denn die Mainzer wurden nach der Pause stärker. In der 56. Minute forderten sie bei einem Angriff gleich zweimal Elfmeter, weil Yoshinori Muto im Strafraum zweimal zu Fall kam. Abgesehen vom Ausgleichstreffer hatte der FSV aber nur noch eine gute Chance durch Bell (89.).

Der Spieltag im Überblick

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