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Zweimal Remis am Sonntag

Fußball-Bundesliga, 3. Spieltag

Trotz klarer Überlegenheit musste sich Werder Bremen im ersten Sonntagsspiel mit einem 1:1 gegen Nürnberg begnügen. Danach kam auch Freiburg gegen Stuttgart nicht über ein Remis hinaus. Bereits am Samstag verlor Schalke bei Gladbach (1:2) und bleibt in der Bundesliga im Tabellenkeller. Derweil eilt der FC Bayern mit dem 3:1 gegen Leverkusen von Erfolg zu Erfolg. Alle Spiele des 3. Spieltags im Überblick.

Matheus Pereira und Ludwig Augustinsson am 16.09.2018 in Bremen
Werders Ludwig Augustinsson (r) kämpft gegen Nürnbergs Matheus Pereira um den Ball.
Quelle: dpa

SC Freiburg - VfB Stuttgart 3:3 (1:1)

Nicolas Gonzalez und Manuel Gulde am 16.09.2018 in Freiburg
Nicolas Gonzalez (l) von Stuttgart und Manuel Gulde (r) von Freiburg
Quelle: dpa

Neuzugang Luca Waldschmidt hat dem SC Freiburg mit einem späten Ausgleich zum 3:3 (1:1) einen Punkt gegen den VfB Stuttgart gerettet und Trainer Christian Streich eine versöhnliche Rückkehr auf die Bank ermöglicht. Waldschmidt traf in der 81. Minute und setzte den Schlusspunkt unter ein ereignisreiches Baden-Württemberg-Derby, das beiden Mannschaften aber nur bedingt weiterhalf.

Freiburg war die letzten Minuten nach Gelb-Rot für Pascal Stenzel in Unterzahl. Zuvor hatten Mario Gomez (49./56.) und Jerôme Gondorf (1./56.) mit jeweils einem Doppelpack für einen abwechslungsreichen Spielverlauf in einer von vielen Fehlern geprägten Partie gesorgt. Emiliano Insua war noch vor der Halbzeit (44.) der erstmalige Ausgleich gelungen. Waldschmidt verhinderte durch sein Tor vor 24.000 Zuschauern im ausverkauften Schwarzwald-Stadion auch Gomez' Rolle als Matchwinner, der in seinem 300. Bundesligaspiel seine beeindruckende Bilanz gegen Freiburg ausbaute: In zwölf Begegnungen kommt er nun auf zwölf Treffer.

Werder Bremen - 1. FC Nürnberg 1:1 (1:0)

Otto Rehhagels Heimspielrekord egalisiert, aber den ersten Sieg vor eigenem Publikum verpasst: Trotz klarer Dominanz auf dem Spielfeld hat sich Werder Bremen mit Trainer Florian Kohfeldt gegen Aufsteiger 1. FC Nürnberg mit einem 1:1 (1:0) begnügen müssen.

Virgil Misidjan (90.+2) glich in der Nachspielzeit für die Franken aus, die aber weiter auf den ersten Saisonsieg warten. In einer von den Platzherren über weite Strecken überlegenen geführten Partie hatte Maximilian Eggestein in der 26. Minute mit einem spektakulären Tor für die Werder-Führung gesorgt. Der Mittelfeldspieler traf von der Strafraumgrenze in den rechten Torwinkel, Nürnbergs Torhüter Fabian Bredlow war absolut chancenlos. Damit überstand Werder-Coach Kohfeldt auch sein 14. Heimspiel ohne Niederlage und zog mit der Trainerlegende Rehhagel gleich, der dieses Kunststück zu Beginn der 80er Jahre gelungen war.

Bor. Mönchengladbach - Schalke 04 2:1 (1:0)

Borussia Mönchengladbach hat den FC Schalke 04 in die erste Krise unter Trainer Domenico Tedesco gestürzt. Mit der 1:2 (0:1)-Niederlage kassierten die Königsblauen am Samstagabend in der Fußball-Bundesliga die dritte Saison-Pleite hintereinander und stecken mit null Punkten im Tabellenkeller fest. Matthias Ginter (3. Minute) und Patrick Herrmann (77.) besiegelten den verdienten Erfolg vor 54.022 Zuschauern im Borussia-Park, durch den sich Gladbach mit sieben Punkten im oberen Drittel festsetzte. Breel Embolo traf in der dritten Minute der Nachspielzeit noch zum Anschluss für Schalke.

Für den Revierclub, der erstmals in der Amtszeit des 33 Jahre alten Trainers dreimal in Serie verlor, war es ein weiterer herber Rückschlag zu Beginn der Englischen Wochen und dem Champions-League-Auftakt am Dienstag gegen den FC Porto.

Bayern München - Bayer Leverkusen 3:1 (2:1)

Bayern München hat einen Start nach Maß in die heißen Herbstwochen hingelegt und die Krise bei Bayer Leverkusen verschärft. Der deutsche Fußball-Rekordmeister bezwang die Werkself trotz Rückstandes verdient mit 3:1 (2:1), musste allerdings den verletzungsbedingten Ausfall von Weltmeister Corentin Tolisso hinnehmen. Während die Bayern auch ihr fünftes Pflichtspiel unter Trainer Niko Kovac gewannen, wird die Lage für dessen Kollegen Heiko Herrlich nach dem historischen Leverkusener Fehlstart ungemütlicher. Drei Bundesliga-Niederlagen zum Start - das hatte es seit Bayers Aufstieg ins Oberhaus 1979 noch nie gegeben.

Dabei brachte Wendell (6., Handelfmeter) die auf sichere Defensive bedachten Gäste sogar in Führung. Doch der starke Tolisso (10.), der sich bei einem Zweikampf mit Kevin Volland am rechten Knie verletzte, und Arjen Robben (19.) wendeten das Blatt. In der 80. Minute sah der eingewechselte Leverkusener Karim Bellarabi nach einem groben Foulspiel gegen Rafinha die Rote Karte. James (89.) stellte den Endstand her. Bei den 45 Minuten lang sehr griffigen und agilen Münchnern, die auch nach der Führung jederzeit Herr der Lage waren, gab Nationalspieler Serge Gnabry ein unauffälliges Startelf-Debüt.

RB Leipzig - Hannover 96 3:2 (2:1)

Timo Werner hat mit seinem ersten Doppelpack in dieser Bundesliga-Saison Trainer-Rückkehrer Ralf Rangnick auch den ersten Meisterschaftssieg mit RB Leipzig beschert. Der deutsche Fußball-Nationalspieler erzielte beim mühsamen 3:2 (2:1) gegen Hannover 96 in der 40. und 63. Minute seine ersten beiden Ligatreffer in dieser Spielzeit. Vor 38.937 Zuschauern hielten die bis dahin ungeschlagenen, aber auch sieglosen Hannoveraner das Spiel durch die Tore von Niclas Füllkrug (13.) und Miiko Albornoz (65.) aber immer offen, nachdem Yussuf Poulsen die Gastgeber nach nur neun Minuten in Führung gebracht hatte.

Auch wenn er eigentlich alle Spieler für den dringend benötigten ersten Saisonsieg am 3. Spieltag der Liga zur Verfügung hatte, konnte Rangnick nicht seine vermeintliche Wunsch-Elf aufbieten. Er verzichtete auf seinen französischen Torjäger Jean-Kévin Augustin, weil dem Franzosen womöglich eine Sperre durch die FIFA droht, nachdem er nicht zu Länderspielen der U21 Frankreichs gereist war. Für Augustin durfte der Däne Yussuf Poulsen ran. Und der traf. Einen abgefälschten Schuss von Diego Demme lenkte Poulsen ins Tor, Hannovers Keeper Michael Esser reklamierte eine Abseitsstellung: Der Kopfball-Treffer war aber einwandfrei und RB Leipzig nach einem eher zerfahrenen Start erstmal in Führung. Aber nicht lange.

Der FSV Mainz 05 hat seinen gelungenen Saisonstart in der Fußball-Bundesliga in einer turbulenten Schlussphase gegen den FC Augsburg veredelt. Die Rheinhessen drehten den späten Führungstreffer der Gäste von Dong-Won Ji (82.) durch Anthony Ujah (87.) und Alexandru Maxim (90.+3) noch in einen 2:1 (0:0)-Sieg. Nach drei Spieltagen hat der FSV damit bereits sieben Zähler auf dem Konto, für Augsburg bleibt es bei deren vier.

Mit einem Altersdurchschnitt von 23,2 Jahren hatte Mainz-Trainer Sandro Schwarz die jüngste Bundesliga-Startelf der Vereinsgeschichte aufgeboten. Und das obwohl der 31 Jahre alte Kapitän Niko Bungert, der den kurzfristig ausgefallenen Stefan Bell (Gehirnerschütterung) ersetzte, erstmals nach 483 Tagen wieder in der Anfangsformation stand. Dafür kam unter anderem das erst 18 Jahre alte Eigengewächs Jonathan Burkhardt zu seinem Profi-Debüt.

Die Trainerstimmen zum 3. Spieltag

VfL Wolfsburg - Hertha BSC 2:2 (0:0)

Kein Sieger im verrückten Duell der Bayern-Jäger: Der VfL Wolfsburg und Hertha BSC haben sich nach einer nervenaufreibenden Nachspielzeit im direkten Vergleich der Verfolger des deutschen Rekordmeisters mit 2:2 (0:0) getrennt. Die Hertha wähnte sich nach dem Treffer zum 2:1 durch Ondrej Duda (90.+1) schon als Sieger, doch Wolfsburg konterte im Gegenzug durch Admir Mehmedi (90.+3) und rettete das Remis. Für die Niedersachsen endete dennoch eine Serie von sechs Pflichtspielsiegen in Serie.

Bundesliga-Frischling Javairo Dilrosun (61.) hatte bei seinem ersten Startelfeinsatz die Gäste in Führung geschossen. Der Ausgleich durch Yunus Malli, der in der 87. Minute einen Foulelfmeter nach Videobeweis verwandelte, läutete den Krimi in der Schlussphase ein.

Fortuna Düsseldorf - TSG Hoffenheim 2:1 (1:0)

Joelinton und Jean Zimmer am 15.09.2018 in Düsseldorf
Düsseldorfs Jean Zimmer (r) und Hoffenheims Joelinton
Quelle: dpa

Fußball-Bundesligist TSG Hoffenheim hat seine Generalprobe für das Debüt in der Königsklasse verpatzt. Vier Tage vor dem ersten Gruppenspiel bei Schachtjor Donezk mussten die Kraichgauer beim taktisch cleveren Aufsteiger Fortuna Düsseldorf eine 1:2 (0:1)-Niederlage hinnehmen. Alfredo Morales (45.) und Dodi Lukebakio (88., Foulelfmeter) sorgten mit ihren Treffern dafür, dass der Zweitligameister bei seinem Comeback im Oberhaus den ersten Bundesliga-Sieg nach 2037 Tagen feierte. Reiss Nelson (86.) schoss den zwischenzeitlichen Ausgleich für die Kraichgauer.

Zuletzt hatte die Fortuna am 16. Februar 2013 1:0 gegen die SpVgg Fürth gewonnen. Die TSG setzte mit der zweiten Niederlage der Saison eine Negativserie fort: Keines der letzten elf Gastspiele bei einem Aufsteiger konnten die Hoffenheimer gewinnen. Beim Duell zwischen dem ältesten (Friedhelm Funkel/64) und jüngsten Coach der Bundesliga (Julian Nagelsmann/31) hatten beide Seiten gerade in der Defensive einige Stammkräfte zu kompensieren. Unter anderem fehlte bei den Düsseldorfern Andre Hoffmann (Gehirnerschütterung), bei Hoffenheim war Ermin Bicakcic (Achillessehnenbeschwerden) einer von insgesamt acht Verletzten.

Borussia Dortmund - Eintracht Frankfurt 3:1 (1:0)

Dortmunds Marcel Schmelzer und Thomas Delaney kämpfen gegen Frankfurts Marco Fabián um den Ball
Dortmunds Marcel Schmelzer und Thomas Delaney gegen Frankfurts Marco Fabián
Quelle: dpa

Ohne Dauer-Bankdrücker Mario Götze hat Borussia Dortmund zumindest für 19 Stunden die Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga erobert. Glanzlos setzte sich der BVB gegen DFB-Pokalsieger Eintracht Frankfurt am Freitagabend mit 3:1 (1:0) durch und hat mit sieben Punkten aus drei Spielen einen guten Saisonstart unter dem neuen Trainer Lucien Favre hingelegt. «Wir wussten, dass es körperlich ein hartes Spiel wird, aber wir haben gut dagegen gehalten», sagte Torschützen Marius Wolf nach dem achten Heimsieg der Dortmunder gegen Frankfurt in Serie.

Götze saß bei der zumindest vom Ergebnis her gelungenen Generalprobe für den Champions-League-Auftakt am Dienstag beim FC Brügge wie in den vorherigen beiden Partien für 90 Minuten auf der Bank. Barça-Leihgabe Paco Alcacer (88. Minute) krönte sein Bundesliga-Debüt mit dem Tor zum Endstand, verletzte sich aber möglicherweise. «Wir wissen nicht definitiv, was er hat. Aber er hat etwas im Oberschenkel gespürt. Wir hoffen, es ist keine Zerrung», sagte Favre.

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