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Der Alptraum aller Wettfreunde

Bundesliga: Abendspiel am 21. Spieltag

In der Vorrunde galt zumindest die Auswärtsstärke als eine Gladbacher Konstante, aber auch die ist inzwischen passé. Die Unberechenbarkeit ist das Hauptmerkmal der Borussen – vor der Heimpartie gegen Leipzig erinnern sie sich aber gerne an das erste Duell im September.

Fahne von Borussia Mönchengladbach

Auf dem Gladbacher Trainingsgelände war es wegen der vielen verletzten Spieler in dieser Woche besonders luftig, mit Mamadou Doucouré und Reece Oxford konnte Trainer Dieter Hecking am Donnerstag aber auch zwei Rückkehrer begrüßen. Doch während der 19-jährige Franzose Doucouré seit seiner Ankunft im Sommer 2016 wegen zwei schweren Muskelverletzungen beim VfL überhaupt noch nicht Fuß fassen konnte, liegen die Dinge bei Oxford etwas anders.

Typischer Rückschlag

Erst zu Saisonbeginn von West Ham United entliehen, holte der Klub aus der Premier League den Defensivspieler per Vertragsklausel – Oxford kam nicht auf die vereinbarte Mindestzahl an Pflichtspielen – nach der Hinrunde wieder auf die Insel zurück. Nach wenigen Winterwochen in London wechselte der 19-jährige Engländer nun wieder zu den Rheinländern, erneut als Leihspieler für ein halbes Jahr. Ein Hin und Her für den bei der Borussia sehr geschätzten jungen Mann, passend zum steten Auf und Ab von Heckings Ensemble in dieser Saison.

Das Duell mit Leipzig, einem der zahlreichen Mitkonkurrenten um die internationalen Plätze, ist eine Partie nach einem für die Gladbacher typischen Rückschlag: Der Qualitätsfaktor Widerstandskraft, den sie eine Woche zuvor beim 2:0 gegen bekannt zähe Augsburger endlich verinnerlicht zu haben schienen, war beim 0:2 bei ähnlich unangenehmen Frankfurtern schon wieder passé.

Triumph und Untergang

Für wettbegeisterte Menschen ist das Team von Dieter Hecking ein einziger Alptraum: Mal geht Gladbach gegen ein Spitzenteam wie Leverkusen 1:5 unter, mal gelingt ein Triumph über die eigentlich unbesiegbaren Bayern. Mal glänzen Topspieler wie Lars Stindl, Raffael oder Thorgan Hazard, mal bleiben sie blass wie Leichentücher. Und selbst die im Herbst erkennbare Tendenz – stark in der Fremde, eher schwach bei Heimspielen – ist inzwischen hinfällig.

Vor allem der Spagat zwischen ihrem gepflegten Spielstil und der nötigen Härte und Effizienz fällt der Fohlenelf immer wieder schwer. Dabei erkannte Chefcoach Hecking schon nach einer Serie schwacher Testspiele in der Sommervorbereitung: „Die Mentalität, den Sieg unbedingt zu wollen, hat uns auch in der letzten Saison schon das eine oder andere Mal gefehlt.“

Serientäter sind andere

Sechs Monate später ist dieser Makel frisch wie eh und je. Das schmerzhafte 1:2 zum Rückrundenstart in Köln etwa leitete Angreifer Hazard mit einem missratenen Hackentrick im gegnerischen Strafraum ein – in der fünften Minute der Nachspielzeit. „Wir spielen, spielen, spielen“, kommentierte Hecking anschließend resigniert. Sagen wollte er damit vor allem: In Schönheit zu sterben ist keine Option.

Fünf bis sechs Punkte mehr auf dem Zähler könnte seine Mannschaft haben, hat der 53-Jährige nachgerechnet – und erklärt: „Deshalb kommt Unruhe bei den Fans auf. Das ist die ganze Wahrheit.“ Serien wie sie die besser platzierten Leverkusener und Schalker schon hingelegten, kennen die Borussen nur vom Hörensagen.

Abtauchende Kerle

Wegen all dem ist das Saisonziel Europa oder gar Champions League zwar noch in greifbarer Nähe, aber auch grundsätzlich gefährdet. Dabei kamen die Gladbacher dem eigenen Optimum in dieser Runde auch schon sehr nahe. Zum Beispiel beim beiderseits sehr niveauvollen 2:2 im Hinspiel in Leipzig. Zwei Mal machte die Hecking-Elf dabei einen Rückstand wett, Sportdirektor Max Eberl lobte: „Wir haben Kerle gesehen.“

Genau die Kerle, die am Niederrhein aber auch gerne mal untertauchen.

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