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Heidel: Keine Angst vor den Bayern

Bundesliga, 4. Spieltag

Drei Spiele, drei Niederlagen: Vizemeister Schalke ist nach einer glänzenden Saison nun im Startblock hängen geblieben. Heute Abend (18.30 Uhr) kommen ausgerechnet die Bayern – und trotzdem ist die Zuversicht in Gelsenkirchen zurückgekehrt.

Christian Heidel
Schalke-Manager Christian Heidel gibt sich vor dem Duell gegen die Bayern kämpferisch.

1:2 in Wolfsburg, 0:2 gegen Hertha und 1:2 in Gladbach: Schlechter hätte für den FC Schalke 04 die Serie nach einer Art Wiederauferstehung im Vorjahr nicht beginnen können. Von der mannschaftlichen Geschlossenheit unter Trainer-Überflieger Domenico Tedesco, der nicht schön spielen ließ, aber zur Überraschung der meisten Experten verdammt erfolgreich damit war: bisher nichts zu sehen. Das Selbstbewusstsein, wieder zur Elite der Bundesliga und endlich auch wieder der Champions League zu gehören? Nicht vorhanden! Und die von Manager Christian Heidel für insgesamt 54 Millionen Euro gekauften sieben Neuzugänge, darunter der als Königstransfer geltende WM-Teilnehmer Sebastian Rudy? Noch keine Verstärkungen!

Porto-Spiel macht Mut

Dass die Königsblauen dennoch angesichts des Duells mit dem Deutschen Rekordmeister nicht am liebsten den Spielplan kurzfristig ändern wollen, sondern am Samstag lieber gegen den schwersten aller möglichen Gegner als gegen ein vermeintliches Leichtgewicht der Liga antreten, hat einen Grund: das Heimspiel am Dienstag in der Königsklasse gegen den FC Porto.

Auch die Partie gegen den portugiesischen Meister konnte Schalke zwar nicht für sich entscheiden. Mit dem verdienten 1:1 zum Auftakt in die Gruppenphase der Champagner-Liga lieferten Kapitän Ralf Fährmann und seine Vorderleute aber wenigstens den Beweis, dass sie zum Leben erweckt sind. Mit der in der vorigen Spielzeit typischen Leidenschaft wehrte sich die Tedesco-Truppe gegen die spielerisch überlegenen und vom Schiedsrichter mit zwei fragwürdigen Elfmetern begünstigten Gäste – ein Mittel, das auch am Samstag gegen München angesagt ist.

Stärken sind verkümmert

„Die starke Leistung, die wir gegen Porto gezeigt haben, kann reichen, um gegen Bayern München etwas zu holen“, sagt Routinier Naldo und Heidel ergänzt: „Jetzt sagen die Ersten, jetzt kommen die Bayern. Ja, dann kommen sie eben. Es wird nicht so sein, dass wir am Samstag mit schlotternden Knien auf das Feld gehen “

Jetzt sagen die Ersten, jetzt kommen die Bayern. Ja, dann kommen sie eben. Es wird nicht so sein, dass wir am Samstag mit schlotternden Knien auf das Feld gehen.
Schalke-Manager Christian Heidel

Warum es auf Schalke zumindest in der Bundesliga bisher nicht läuft, hat viele Ursachen: Die Stärken, die in der letzten Saison zu Platz zwei geführt haben – eine stabile Abwehr um „Turm“ Naldo und vorne viele Tore durch Standards – sind verkümmert. Dazu kommt, dass Schalke die Abgänge von Neu-Bayer Leon Goretzka und Abwehrtalent Thilo Kehrer (für 37 Mio. Euro nach Paris) zwar nominell insbesondere durch Salif Sané (für 7 Mio. Euro von Hannover gekommen) und Mark Uth (ablösefrei aus Hoffenheim) ersetzen wollte, aber qualitativ eben noch nicht konnte.

„Königstransfer“ Rudy nur auf der Bank

Während Sané und Uth immerhin auf Anhieb zur ersten Elf gehören, kamen Mainz-Talent Suat Serdar und Last-Minute-Einkauf Hamza Mendyl (OSC Lille/sieben Mio.) bislang lediglich auf Kurzeinsätze. Noch gar nicht in Gelsenkirchen angekommen ist der wohl wichtigste Neuerwerb: Nationalspieler Sebastian Rudy. 16,5 Millionen Euro legte Heidel für Tedescos absoluten Wunschspieler auf den Tisch. Mit der Konsequenz, dass der 28-Jährige nach zwei schwachen Vorstellungen gegen Berlin und in Mönchengladbach nun gegen Porto auf der Bank saß – und möglicherweise beim Wiedersehen mit seinen ehemaligen Mitspielern auch.

Denn gegen Porto konnten auf Rudys Position im zentralen Mittelfeld Nabil Bentaleb sowie vor allem Weston McKennie und Suat Serdar punkten. Tedesco wird keine Rücksicht auf Rudys großen Namen und dessen Ehrgeiz, gegen den Ex-Verein unbedingt dabei sein zu wollen, nehmen. Um die vierte Niederlage in Folge zu vermeiden, sind den Schalkern alle Mittel recht. Es ist ja erst zwei Jahre her, als es – damals noch unter Markus Weinzierl – fünf Pleiten zum Start gab. Die Saison endete auf Platz zehn.

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