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Schmidt beerbt Jonker in Wolfsburg

Bundesliga: Erster Trainer-Wechsel der Saison

Nach vier Spieltagen sorgt der VfL Wolfsburg für den ersten Trainerwechsel in der Bundesliga. Der glücklose Andries Jonker muss nach nur knapp sieben Monaten wieder gehen. Sein Nachfolger ist der ehemalige Mainz-Trainer Martin Schmidt.

Martin Schmidt
Quelle: dpa

«Ausschlaggebend für uns, diesen Schritt zum jetzigen Zeitpunkt zu vollziehen, waren nicht allein die jüngsten Eindrücke des Stuttgart-Spiels, sondern auch die in den zurückliegenden Wochen wahrnehmbare Stagnation in der Entwicklung unserer erst im Sommer in weiten Teilen neu formierten Mannschaft», sagte Wolfsburgs Clubchef Wolfgang Hotze am Montag nach dem verpatzten Saisonstart des Tabellen-14., der am Samstag 0:1 beim Aufsteiger VfB Stuttgart verloren hatte.

Nach sieben Monaten Schluss

Andries Jonker
Andries Jonker Quelle: imago

«Wir haben in dieser Woche zwei schwierige Spiele vor der Brust und somit keine Zeit zu verlieren, wollten aber auch keine Interimslösung anstreben, sondern sofort den neuen Cheftrainer installieren», sagte Sportchef Olaf Rebbe. Für Jonker ist damit nach nicht einmal sieben Monaten und nur 19 Pflichtspielen in Wolfsburg schon wieder Schluss. Der 54 Jahre alte Niederländer hatte den Meister von 2009 Ende Februar von Vorgänger Valérien Ismaël übernommen, jedoch auch nicht aus der Abstiegszone führen können.

Letztlich schaffte Wolfsburg unter Jonker erst in der Relegation gegen den Zweitliga-Dritten Eintracht Braunschweig den Klassenverbleib. Im Sommer folgten mal wieder etliche Transfers und ein vermeintlicher Kader-Umbruch. Rebbe investierte dabei gut 50 Millionen Euro in zehn neue Spieler, das Resultat war ernüchternd. Auch in der neuen Spielzeit agierte Wolfsburg enttäuschend und bislang erfolglos.

Keine Rückendeckung mehr

Aus vier Spielen holte der VfL, der eigentlich eine ruhigere Saison angepeilt und einen einstelligen Tabellenplatz als Ziel formuliert hatte, nur vier Punkte. Nach dem Spiel in Stuttgart hatte Rebbe Jonker dann bereits die Rückendeckung verweigert. «Der Druck ist bei uns immer groß. Wir glauben an die Mannschaft, aber diese Niederlage erhöht den Druck auf den gesamten VfL. Wir wollten die schlechte Saison vergessen machen, leider haben wir kein schönes Gesicht gezeigt», hatte Rebbe gesagt und anschließend einen TV-Auftritt am Sonntagabend wegen einer ersten Krisensitzung der Geschäftsführung abgesagt.

Auch für den 39 Jahre alten Rebbe dürfte der Druck von Club-Eigner VW nun größer werden. Kurz nach seiner Beförderung Ende 2016 vom ehemaligen Assistenten des früheren Wolfsburger Sportchefs Klaus Allofs zu dessen Nachfolger hatte Rebbe am bei VW in Ungnade gefallenen Ismaël festgehalten, diesen dann im Februar aber doch beurlaubt. Auch die Entscheidung, Jonker als Chefcoach zu holen, korrigierte Rebbe nun bereits wieder.

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