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Bayer überholt HSV - Köln holt ersten Ligapunkt

Fußball-Bundesliga: Der 6. Spieltag

Zum Abschluss des 6. Spieltages der Fußball-Bundesliga bezwingt Bayer Leverkusen den HSV mit 3:0 und springt damit in der Tabelle auf Rang 10. Köln hat einen Befreiungsschlag verpasst, aber beim torlosen Remis in Hannover einen Punkt geholt. Bereits am Samstag setzte sich Dortmund mit einem fulminanten 6:1 gegen Gladbach an der Tabellenspitze weiter ab. Erster Verfolger ist nun Hoffenheim nach einem 2:0 gegen Schalke.

Kevin Volland
Torschütze Kevin Volland (l) jubelt Quelle: dpa

Bayer Leverkusen - Hamburger SV 3:0 (2:0)

Beim erfolgreichen Debüt von 19-Millionen-Neuzugang Lucas Alario hat Bayer Leverkusen den anvisierten Sprung ins Tabellenmittelfeld der Fußball-Bundesliga geschafft und zugleich die Krise beim Hamburger SV verschärft. Die Werkself blieb am 6. Spieltag durch ein 3:0 (2:0) gegen den Bundesliga-Dino in dieser Saison vor eigenem Publikum ungeschlagen und kletterte mit sieben Punkten auf den zehnten Rang. Der HSV kassierte seine vierte Niederlage ohne eigenen Treffer in Serie und rutschte auf den 15. Platz ab.

Vor 27.601 Zuschauern, darunter auch Bundestrainer Joachim Löw, erzielten Nationalspieler Kevin Volland (20./83.) und der argentinische Internationale Alario (23.), für den Bayer erst unter der Woche die Spielgenehmigung erhalten hatte, die Tore für die Gastgeber. Vollands zweiten Treffer zum Endstand bereitete Alario zudem vor. Bayer blieb damit auch im neunten Spiel innerhalb der letzten achteinhalb Jahre auf eigenem Platz gegen die Norddeutschen ungeschlagen.

Hannover 96 - 1. FC Köln 0:0

Hannovers Martin Harnik (m), Kenan Karaman (r) und Kölns Kalih Oezcan
Hannovers Martin Harnik (m), Kenan Karaman (r) und Kölns Kalih Oezcan Quelle: dpa

Der 1. FC Köln hat seine Pleitenserie gestoppt und im sechsten Saisonspiel den ersten Punkt geholt. Die Mannschaft von Trainer Peter Stöger erkämpfte sich bei Aufsteiger Hannover 96 ein torloses Remis und entging damit haarscharf dem schlechtesten Saisonstart der Bundesliga-Geschichte. Damit bleibt die blamable Start-"Bestmarke" bei Fortuna Düsseldorf, das in der Spielzeit 1991/92 seine ersten sechs Spiele allesamt verloren hatte.

Das Überraschungsteam von Hannover blieb unterdessen auch im saisonübergreifend 16. Pflichtspiel unter Coach Andre Breitenreiter ungeschlagen, musste in der eigenen Arena nach zuvor acht Heimsiegen hintereinander allerdings erstmals wieder Federn lassen. Mit zwölf Punkten liegt der Liga-Neuling als bester Nordklub aber weiterhin auf einem glänzenden vierten Rang.

Borussia Dortmund - Borussia M'gladbach 6:1 (3:0)

Tabellenführung, Traumtore, Standing Ovations - und ein neuer Supersturm: Für Borussia Dortmund läuft es in der Fußball-Bundesliga nahezu perfekt. Gegen Borussia Mönchengladbach spielte der DFB-Pokalsieger am Samstag wie im Rausch und schoss sich mit einem 6:1 (3:0) für den Champions-League-Schlager gegen Real Madrid am Dienstag warm. Die mit der offensiven Brillanz überforderten Gladbacher reihen sich vorerst im Tabellenmittelfeld ein. "Wir haben über das ganze Spiel nicht reingefunden, sind nicht ins Spiel gekommen und nur hinterhergelaufen. Dabei hatten wir sogar in der ersten Halbzeit einige Chancen. Wir wollten eigentlich in der zweiten Hälfte mehr dagegenhalten, ein harter Tag für uns", sagte Lars Stindl bei Sky.

Maximilian Philipp, im Sommer für 20 Millionen Euro vom SC Freiburg gekommen, war beim fünften BVB-Saisonsieg am 6. Spieltag zunächst der überragende Mann. Der 23-Jährige erzielte die ersten beiden Tore selbst (28./38.) und legte einmal glänzend für Pierre-Emerick Aubameyang ab, der sogar dreimal traf (45./49./62.). Auch Julian Weigl (78.) ließ keine Zweifel am besten Saisonstart der Dortmunder Bundesliga-Geschichte. Bei den Gegentoren stand hingegen bis zur 516. Saisonminute eine Null: Dann durfte Lars Stindl (66.) für die Gäste einschieben.

RB Leipzig - Eintracht Frankfurt 2:0 (1:0)

Den Baier-Ärger abgehakt, der Dreifachbelastung getrotzt und für Istanbul warmgelaufen: Vizemeister RB Leipzig hat seine kleine Durststrecke in der Fußball-Bundesliga überwunden und eine erfolgreiche Generalprobe für die kommende Champions-League-Woche gefeiert. Gegen Eintracht Frankfurt gewann das Team von Trainer Ralph Hasenhüttl vor 40.606 Zuschauern 2:1 (1:0) und beendete die Serie nach zuletzt zwei Ligaspielen ohne Sieg. Für die Eintracht war es die erste Auswärtsniederlage der Saison.

Vor dem schwierigen Spiel beim türkischen Meister Besiktas Istanbul am Dienstag (20:45 Uhr) in der Königsklasse sorgten Neuzugang Jean-Kevin Augustin (28.) und Nationalspieler Timo Werner mit seinem fünften Saisontor (67.) für den Sieg der Gastgeber, der Ex-Leipziger Ante Rebic (77.) traf für die Gäste. RB schloss damit eine bis dato unglückliche Englische Woche versöhnlich ab. Am vergangenen Dienstag hatte Leipzig noch beim FC Augsburg mit 0:1 verloren, die Tage danach waren von einer Auseinandersetzung Hasenhüttls mit FCA-Kapitän Daniel Baier bestimmt, der den Trainer mit einer obzönen Geste provoziert hatte.

TSG Hoffenheim - Schalke 04 2:0 (1:0)

Schalkes Weston Mckennie & Hoffenheims Benjamin Hubner (rechts)
Schalkes Weston Mckennie & Hoffenheims Benjamin Hubner (rechts) Quelle: reuters

1899 Hoffenheim bleibt in der Fußball-Bundesliga weiter auf Erfolgskurs. Die nach wie vor ungeschlagenen Kraichgauer setzten sich 2:0 (1:0) gegen Schalke 04 durch und gehören damit zu den absoluten Topteams. Zudem ist die TSG seit mittlerweile 21 Partien ohne Heim-Niederlage. Die bisher letzte Pleite zu Hause kassierte Hoffenheim am 14. Mai 2016 gegen Königsblau (1:4).

Youngster Dennis Geiger (13.) und Lukas Rupp (90.+3) erzielten die entscheidenden Tore vor 30.150 Zuschauern in der ausverkauften Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena. Schalke vergab einfach zu viele Chancen. Für die Hoffenheimer war die Begegnung gleichzeitig die Generalprobe für das zweite Spiel in der Europa League am Donnerstag beim bulgarischen Serienmeister Ludogorets Rasgrad. Das Spiel war auch das Duell zwischen den Trainer-Kumpels Julian Nagelsmann und Domenico Tedesco, die gemeinsam die Ausbildung zum Fußballlehrer absolviert hatten. Im März 2016 schloss der damalige TSG-Juniorencoach Tedesco mit einer makellosen 1,0 ab. Nagelsmann wurde "nur" Zweitbester.

Die Trainerstimmen zum Spieltag

Werder Bremen - SC Freiburg 0:0

Sechs Spiele, immer noch kein Sieg: Werder Bremen hat erneut den erhofften Befreiungsschlag in der Fußball-Bundesliga verpasst. Am Samstag kam die Mannschaft von Trainer Alexander Nouri zu Hause vor 41.000 Zuschauern gegen den SC Freiburg nicht über ein müdes 0:0 hinaus. Am Ende hatte dieses Spiel einen Sieger auch nicht verdient.

Während SC-Coach Christian Streich auf den ersten Dreier der Saison hoffte, mit dem Auswärtspunkt aber noch einigermaßen zufrieden sein dürfte, gerät Nouri an der Weser so langsam unter Druck. Sein Team agierte zaghaft und hatte kaum einmal eine überraschende Idee. Aber bisher wurde der 38-Jährige trotz der ausbleibenden Ergebnisse öffentlich nicht angezählt.

FSV Mainz 05 - Hertha BSC 1:0 (0:0)

Video Assistent Tobias Stieler & Herthas Fabian Lustenberger
Der Videobeweis führt zum Elfmeter für Mainz Quelle: imago

Der FSV Mainz 05 hat auch dank einer Entscheidung des Videoassistenten einen Befreiungsschlag gelandet. Gegen den Europa-League-Starter Hertha BSC gewannen die Rheinhessen vor 23.517 Zuschauern mit 1:0 (0:0), sie verhinderten damit auch den drohenden Absturz auf einen Abstiegsrang.

Pablo De Blasis (54.) erzielte das siegbringende 500. Tor der Mainzer Bundesliga-Geschichte per Foulelfmeter - den Schiedsrichter Tobias Stieler (Hamburg) aber erst nach Rücksprache mit seinem Videoassistenten Benjamin Cortus gab. Zuvor hatte Berlins Innenverteidiger Karim Rekik im Strafraum den Mainzer Yoshinori Muto zu Fall gebracht. De Blasis nutzte die Chance, er bescherte seinem Klub den zweiten Saisonsieg. Hertha-Stürmer Vedad Ibisevic sah kurz vor Schluss wegen Schiedsrichterbeleidigung die Rote Karte (89.).

VfB Stuttgart - FC Augsburg 0:0

Im dritten Heimspiel nach dem Wiederaufstieg hat der VfB Stuttgart erstmals Punkte abgeben müssen. Im schwäbischen Duell gegen den FC Augsburg stand es nach einem mehr als 90-minütigem zähen Kampf nur 0:0.

Vor 55.202 Zuschauern schenkten sich beide Mannschaften nichts. Die Abwehrreihen standen zumeist sehr gut, Zweikämpfe wurden auf beiden Seiten geradezu verbissen und mit größtmöglicher Konsequenz geführt. Der Spielfluss allerdings litt darunter, ein geordneter Aufbau bis zum jeweils anderen Strafraum kam kaum zustande. Torchancen waren trotz größter Bemühungen vor allem der Gastgeber Mangelware.

FC Bayern München - VfL Wolfsburg 2:2 (2:0)

Bayern München hat den Sprung an die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga und eine gelungene Einstimmung auf den Champions-League-Kracher in Paris leichtfertig verschenkt. Der deutsche Serienmeister verspielte am Freitagabend beim 2:2 (2:0) gegen einen lange harmlosen VfL Wolfsburg einen schon sicher geglaubten Heimsieg. Ein schwerer Torwartfehler von Sven Ulreich beim Freistoß von Maximilan Arnold (56. Minute) und ein Kopfballtreffer von Joker Daniel Didavi (83.) ließen die Gäste einen überraschenden Punktgewinn bejubeln. Elfmeterschütze Robert Lewandowski (33.) und Arjen Robben (43.) hatten die Bayern vor 75.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena scheinbar klar in Führung geschossen.

«Ulle hat sich am meisten geärgert. Aber so ein Fehler haut ihn nicht um», sagte Mats Hummels zu der Szene von Ulreich. Zum Spielverlauf ergänzte der Weltmeister: «Leider haben wir Wolfsburg wieder ins Spiel gelassen. Nach dem 2:1 wollten wir und hatten auch die Chancen. Aber es war nicht richtig koordiniert.» Große Zufriedenheit herrschte in Wolfsburg. «Er hat direkt versucht, wieder Leben in uns reinzubringen als Mannschaft, und das hat man heute gesehen», sagte Didavi zu Trainer Martin Schmidt, der sein zweites Spiel machte.

Der Spieltag im Liveticker

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