Sie sind hier:

DFL: Staatshilfen noch nicht thematisiert

Corona: Bundesliga-Stopp zunächst bis 2. April

Die Klubs der Bundesliga und 2. Liga haben sich bei der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) noch nicht mit möglichen Staatshilfen beschäftigt. Das berichtete DFL-Geschäftsführer Christian Seifert am Montag in Frankfurt/Main.

Leeres Stadion
Die Gesundheitsminsiter der Bundesländer sehen eine Rückkehr der Zuschauer in die Stadien kritisch.
Quelle: David Young/dpa

"Es geht zunächst darum, dass sich die Klubs einen Überblick verschaffen, wie es im Falle von wirtschaftlichen Extremszenarien ausschaut. Sie müssen den Überblick bekommen, wie lange sie ohne Spiele durchhalten", sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert am Montag in Frankfurt/Main. Sollte die Saison nicht zu Ende gespielt werden können, drohen den Vereinen Verluste von bis zu 770 Millionen Euro. "Es geht ums Überleben", sagte Seifert, der aber "nicht dramatisieren" wollte.

Weitere Spiele mit Fans unwahrscheinlich

Der Spielbetrieb wird aufgrund der Coronavirus-Krise bis mindestens zum 2. April unterbrochen. Unabhängig vom Zeitpunkt der Wiederaufnahme des Spielbetriebs in den Bundesligen sind Spiele mit Fans in dieser Saison höchst unwahrscheinlich. «Geisterspiele werden die einzige Überlebenschance sein», sagte Christian Seifert. «Es steht mehr auf dem Spiel als nur ein paar Fußballspiele. Alle Clubs haben den Anspruch, in irgendeiner Art und Weise - solange rechtlich möglich und gesundheitlich vertretbar - die Saison regulär zu Ende kommen zu lassen», sagte Seifert. Geisterspiele seien dafür ein Mittel zum Zweck: «Wenn jemand sagt, Geisterspiele kommen nicht infrage, der muss sich keine Gedanken mehr machen, ob wir mit 18 oder 20 Profi-Clubs spielen», sagte Seifert. «Denn dann wird es keine 20 Profi-Clubs mehr geben.»

Klubs nicht gegen ausbleibende Einnahmen versichert

Die Klubs der Bundesliga und 2. Liga sind nicht gegen ausbleibende Einnahmen aus Ticketverkäufen oder TV-Rechten aufgrund der Spielabsagen in der Corona-Krise versichert. "Unser Versicherungsschutz deckt eine Pandemie nicht ab. Ich kenne auch keine Profiliga, in der das der Fall wäre", so Christian Seifert.

Zwar hätten die Klubs 2018 eine sogenannte Spielausfallversicherung abgeschlossen, wie Seifert weiter sagte. Damit seien bei Spielausfällen "Kosten der Heimmannschaft" und "Aufwände der Gastmannschaft" versichert, aber Seifert betonte: "Damit sind nicht Zuschauereinnahmen versichert, das haben damals auch die Klubs beschlossen." Wäre vor einigen Jahren eine solche Versicherung zur Abstimmung gestanden, "wären wir wahrscheinlich alle vor der Situation zurückgeschreckt, weil uns die Versicherungsprämien abgeschreckt hätten", sagte der 50-Jährige: "Vermutlich hätten wir alle gedacht, dass das, was jetzt so aussieht und sich auch so anfühlt wie ein Science-Fiction-Film, vermutlich sowieso nicht eintrifft."

Seifert hält Verlegung der EM für wahrscheinlich

Auch Christian Seifert rechnet mit einer Verlegung der Fußball-EM 2020. «Die Wahrscheinlichkeit, dass wir im Sommer eine perfekte EM spielen, die ist vermutlich keine Zahl mehr vor dem Komma. Das ist jedem klar», sagte Seifert. «Wichtig ist, dass jetzt die Entscheidungsträger auch Zeit bekommen, ihre Entscheidungen zu erläutern.» Die Europäische Fußball-Union wird nach einer Telefonkonferenz am Dienstag über die Zukunft der EM entscheiden.

Die Verlegung in den kommenden Winter oder in den Sommer 2021 gelten als Optionen. «Ich gehe davon aus, dass (UEFA-Präsident Aleksander) Ceferin und sein Team alle Varianten durchgespielt haben und morgen etwas zur Entscheidung stellen, was am 17. März 2020 aussieht wie die richtige Entscheidung», sagte Seifert. Sollte die EM verschoben werden, würde das den nationalen Ligen mehr Zeit einbringen, die Saison trotz der Coronavirus-Krise abschließen zu können. «Ich gehe davon aus, dass die nationalen Ligen mit dem morgigen Tag mehr Flexiblität haben», sagte Seifert.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.