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Der lange Weg von Rosenborg zum FC Bayern

Sport - Der lange Weg von Rosenborg zum FC Bayern

Wegen einer Erkältung hat Arjen Robben das Training am Dienstag verpasst. Die Bayern hoffen nun, dass er fürs Achtelfinal-Rückspiel gegen Juventus Turin wieder fit wird.

Beitragslänge:
1 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 15.03.2017, 09:20

Von Juventus Turin hört man vor dem Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League beim FC Bayern (Mittwoch, 20.45 Uhr / ZDF ab 20.25) die üblichen Beschwörungen. Dabei steht für die Alte Dame einiges auf dem Spiel. Kann die dauerhafte Rückkehr in Europas Elite gelingen? Ein prominenter Kritiker zweifelt daran.

Das primäre Saison-Ziel von Juventus ist in der Allianz Arena am Mittwoch schwer in Gefahr. Nach dem unerwarteten Finale 2015 wollten sich die Turiner zumindest wieder unter den besten acht Teams in Europa platzieren.

Die 2:2-Ausgangslage aus dem Hinspiel lässt nun allerdings lediglich Platz für die handelsüblichen Phrasen. Nichts sei unmöglich im Fußball, sagte etwa der 22 Jahre alte Shooting Star Paulo Dybala, der in der ersten Partie sein erstes Champions-League-Tor schoss. Im Rückspiel muss Juventus allerdings auf seine Dienste verzichten. Der argentinische Torjäger brach das Training mit einem Überlastungs-Ödem im linken Unterschenkel ab.

Beste Aussichten in der Heimat

Dennoch: "Wir wissen jetzt, wie wir Bayern wehtun können", findet Patrice Evra. Das wäre von Vorteil, denn der überforderte Franzose gehörte im Hinspiel zu den indisponiertesten Spielern.

Trainer Max Allegri übte sich hingegen mit gewohnter Attitüde im Understatement Diese Partie wäre bloß eine Obsession der Journalisten, sagte der 48-Jährige, und fuhr fort: "Wir benötigen eine außergewöhnliche Leistung - und falls es nicht klappen sollte, konzentrieren wir uns eben auf Meisterschaft und Pokal." Dort stehen die Chancen ausgezeichnet auf beide Trophäentriumphe.

Letzter europäischer Titel von 1996

National hat sich der distinguierte Juventus Football Club wenig vorzuwerfen. Der italienische Rekordmeister befindet sich auf dem Weg zum fünften Scudetto in Folge, dem 32. seiner 119-jährigen Geschichte.

"Die Juve definiert sich über das Verb gewinnen. Das Problem ist, sie gewinnt in der Heimat, aber nicht international. Ungefähr wie Rosenborg", kritisierte kürzlich Milans ehemaliger Erfolgstrainer Arrigo Sacchi überspitzt. Statistisch gesehen liegt er richtig, denn Juventus Turins letzter europäischer Titel datiert aus dem Jahr 1996.

Zwei Fünf-Jahrespläne

Die Rechnung enthält freilich den Fehlerteufel, den Zwangsabstieg 2006 samt dorniger Rekonstruktion außen vor zu lassen. Bei seiner Übernahme 2010 hatte Präsident Andrea Agnelli zur Rückkehr unter die europäische Elite angekündigt: "Der erste übertraf unsere Erwartungen, mit Phase zwei steht uns der schwierigste Teil bevor."

Der Umsatz wurde von 154 Millionen Euro mehr als verdoppelt, das Defizit von 95 Millionen Euro in schwarze Zahlen gedreht. Das neue Stadion steht seit 2011 und sukzessive integrierte der Klub gestandene Routiniers und aufregende Talente in den Kader.

Zwei Spieler könnten 200 Millionen einbringen

Doch langt das für den geplanten Angriff auf die Granden der Champions League? Noch zieren sich die prominenten Namen vor einem Umzug nach Turin, weil die fetten Ablösen und Gehaltsschecks nicht in Italien warten. Mit Paul Pogba und Dybala besitzt Juventus zwei Youngster, die unter den europäischen Topklubs kostspielige Begehrlichkeiten um jeweils 100 Millionen Euro wecken. Leo Messi höchstpersönlich suchte bereits im letzten Jahr Landsmann Dybala schmeichelnd anzuwerben: "Paulo ist die Zukunft und passt vom Typus perfekt zum Barca-Spiel."

Juves Sportdirektor Beppe Marotta sandte bisher jeden liquiden Interessenten desillusioniert nach Hause: "Paulo besitzt einen Fünfjahresvertrag und wir denken nicht daran, ihn oder Paul Pogba in naher Zukunft abzugeben." Ein Umdenken wäre eigentlich töricht und den kommenden Ambitionen in der Champions League kontraproduktiv, beide zählen 22 Jahre.

Zwei Stufen unter den ganz Großen

Doch auch die Turiner besitzen zweifelsohne eine Schmerzgrenze. Geld kassieren und mit dem opulenten Ertrag weitere Verstärkungen holen? Oder die neue Grandezza um Dybala und Pogba anvisieren?

Eine wegweisende Frage, die schon bald eine Antwort sucht. "Wer letzten Sommer dachte, wir marschieren gleich wieder ins Finale, muss umdenken", mahnte Agnelli. "Wir stehen weiterhin zwei Stufen unter Klubs wie Bayern, Barcelona oder Real Madrid. Die Münchner dienen uns mit ihrer langjährigen wirtschaftlichen und sportlichen Erfolgsgeschichte als Vorbild. Bis dorthin wird es aber noch ein schwieriger Weg." Der am Mittwoch wird nicht einfacher, immerhin besitzt Juve eine Sicherheit: Stärker als Rosenborg ist die Mannschaft allemal.

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