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FC Bayern: Spiel ums Selbstbild

Sport - FC Bayern: Spiel ums Selbstbild

Real Madrids Cristiano Ronaldo ist dabei, neue Tor-Rekorde aufzustellen. Der selbstbewusste Star zu seinen Erfolgen, seiner Motivation und dem Vermächtnis, das er sich gerade schafft.

Beitragslänge:
14 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 27.04.2017, 22:40
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2016
Altersbeschränkung:
Freigegeben ab 6 Jahren

Im Halbfinal-Rückspiel gegen Atlético Madrid (ab 20:25 Uhr live im ZDF) geht es für den FC Bayern auch darum, sein Selbstverständnis zu bestätigen. Erneut den Finaleinzug zu verpassen, zumal gegen den internationalen Emporkömmling, wäre für Verein und Fans ein herber Schlag.

Wie sich der FC Bayern selbst sieht, war am vergangenen Wochenende im Stadionmagazin nachzulesen. Der Karl-Heinz Rummenigge hatte sich im Editorial an die "lieben Mitglieder und Fans“ gewandt und ihnen stolz mitgeteilt, dass man sich mittlerweile sportlich ruhig auf einer Stufe mit dem FC Barcelona einordnen darf.

"So konstant, so kontinuierlich erfolgreich hat der FC Bayern in seiner Geschichte nie zuvor gespielt“, schrieb der Vorstandsvorsitzende wegen der fünften Halbfinal-Teilnahme in der Champions League hintereinander. Genau das haben man sich gewünscht "in den vielen Jahren, in denen wir mit Respekt und auch ein bisschen neidisch auf den FC Barcelona geblickt haben“, schrieb Rummenigge weiter.

Schlag fürs Selbstverständnis

Heute Abend steht im Halbfinal-Rückspiel gegen Atlético Madrid allerdings auch eine Serie in Aussicht, die die Münchner unbedingt vermeiden wollen. Denn machen sie die 0:1-Niederlage aus der ersten Verabredung von vor sechs Tagen nicht durch einen Heimsieg mit zwei Toren Differenz wett, stünde auch das dritte Halbfinale hintereinander zu Buche, nach dem sie sich aus Europas Eliteliga verabschieden müssen.

Den Einzug ins Finale wie 2014 und 2015 erneut zu verpassen, wäre für das Selbstverständnis des deutschen Branchenführers und seiner Anhänger durchaus ein Schlag. Das jeweils klare Ausscheiden im Halbfinale gegen Real Madrid (0:1/0:4) vor zwei Jahren und gegen den FC Barcelona (0:3/3:2) in der Vorsaison war zwar schmerzhaft gewesen, aber immerhin gegen zwei absolute Schwergewichte des Weltfußballs unterlaufen.

Guardioals dritter und letzter Anlauf

Sich nun ebenso nicht gegen den Emporkömmling Atlético durchsetzen zu können, wäre für die Münchner doppelt bitter. Nebenbei auch, weil es sich nun ja um den dritten und letzten Anlauf von Trainer Pep Guardiola handelt, bevor er sich zu Manchester City verabschiedet, um dort seinen Ballbesitzstil zu lehren und einen Konkurrenten des FC Bayern zu formen.

Den als weltbesten Trainer gepriesenen Guardiola hatten die Münchner 2013 ja auch deshalb verpflichtet, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, möglichst rasch weitere Erfolge feiern zu können wie mit Vorgänger Jupp Heynckes, der zum Abschied in den Ruhestand das Triple gewann. Das ist vor dem bevorstehenden Adiós des Katalanen natürlich auch jetzt Wunsch und Erwartungshaltung zugleich im Verein.

Nur mit Triple erfolgreich?

"Halbfinale ist schön, Finale ist schöner“, schrieb Rummenigge, "natürlich wollen wir jetzt das Sahnehäubchen, die Kirsche auf der Torte. Und wir hätten nichts dagegen, würde es zwei Kirschen geben.“ Also in aller Bescheidenheit nach der so gut wie feststehenden vierten Meisterschaft in Folge bitte auch noch die Titel in Champions League und DFB-Pokal.

"Er hat jetzt gute Chancen, München durchs ganz große Tor zu verlassen“, sagte der ehemalige Präsident Uli Hoeneß nach dem Halbfinaleinzug in Europa und wegen der Triple-Perspektive Guardiolas. Hoeneß hatte Guardiola einst verpflichtet, nun hofft er auf einen sehr erfolgreichen Abgang. Ein solcher wäre, so sehen sie das allerdings offenbar auch im Verein, nur mit dem Triple wirklich erreicht.

Um all das geht es jetzt also in diesem Spiel ums Selbstbild des FC Bayern. Die Spieler dürften wissen, in welcher Verantwortung sie nun stehen - und ebenso, welche Erwartungen die Vereinsführung und Fans in sie setzen. "Es ist schön, unter den besten vier Teams in Europa zu stehen, doch wir als FC Bayern wünschen uns immer das Nonplusultra, wollen immer ganz nach oben“, sagte Torwart Manuel Neuer über das Münchner Selbstverständnis. Es ist Guadiolas letzte Chance, dieses zu bestätigen.

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