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Wolfsburg verschenkt Luxus-Vorsprung

Sport - Wolfsburg verschenkt Luxus-Vorsprung

80 starke Minuten mit einem überragenden Julian Draxler – und dann der Schlendrian: Statt mit 3:0 hat der VfL Wolfsburg bei KAA Gent nur mit 3:2 gewonnen

Beitragslänge:
1 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 16.02.2017, 17:46

Der VfL Wolfsburg hat in der Fußball-Champions-League das Viertelfinale vor Augen, eine perfekte Ausgangsbasis aber verschenkt. Der Bundesligist gewann sein Achtelfinal-Hinspiel bei KAA Gent mit 3:2 (1:0). Beste Aussichten aufs Weiterkommen hat Real Madrid, das bei AS Rom 2:0 (0:0) siegte.

Die Tore für die in Belgien bis zur 80. Minute stark aufspielenden Wolfsburger erzielten Julian Draxler (44. und 54. Minute) und Max Kruse (60.). Nach Gents erstem Treffer (Sven Kums/81.) gestattete der VfL seinem Gegner weitere Chancen. Eine davon nutzte Kalifa Coulibaly (89.).

"Wir haben einen Gang zurückgeschaltet. Das war der Fehler", sagte Draxler im ZDF. Das Rückspiel findet am 8. März in Wolfsburg statt. "Wir haben eine glänzende Ausgangsposition", sagte Trainer Dieter Hecking. "Die beiden Gegentore schmecken mir aber nicht." Für Real Madrid waren Christiano Ronaldo (57.). und Jese (82.) erfolgreich.

Hecking verzichtet auf Wechselspieler

Wolfsburg hatte vor 19.999 Zuschauern in der ausverkauften Ghelamco-Arena bis auf die Drangperiode kurz vor Schluss alles im Griff. Die Gäste erspielten sich schnell ein Übergewicht, doch gefährlich in den Strafraum kamen sie zunächst nur selten. Erfolgversprechende Möglichkeiten gab es keine, bis der aus Freiburg ausgeliehen Stefan Mitrovic (25. Minute) beinahe ein Eigentor produziert hätte, den Ball aber knapp neben den Pfosten setzte.

Zuvor war Max Kruse (19.) allein Richtung Tor marschiert, verfolgt von vier KAA-Akteuren, kam dann aber ins  Straucheln. In der Offensive spielte Kruse zunächst ohne Nationalmannschaftskollege André Schürrle als Nebenmann. Der Weltmeister saß auf der Bank und kam erst kurz vor der Halbzeit-Pause für den bei einer Rettungstat am linken Knie verletzten Sebastian Jung ins Spiel. Trotz des langfristigen Ausfalls von Bas Dost hatte Trainer Dieter Hecking den Dänen Nicklas Bendtner nicht mit nach Gent genommen und sogar auf einen Feldspieler als potenziellen Ersatz verzichtet.

Gent offensiv harmlos

Größere Diskussionen hatte zuvor die Defensivbesetzung des VfL verursacht. Wegen der Gelbsperre von Naldo verteidigten der für Fehler anfällige Dante und Champions-League-Debütant Robin Knoche zentral - wurden aber vorerst durch die zuvor von Hecking hochgelobten Belgier nicht vor allzu knifflige Aufgaben gestellt. Wütende Proteste der KAA-Fans gab es, als Dante seinen Kontrahenten Laurent Depoitre (39.) kurz vor der Strafraumgrenze auflaufen ließ, Schiedsrichter Svein Oddvar Moen (Norwegen) aber nicht pfiff.

Koen Casteels hatte lange wenig zu tun. Der belgische Ersatzmann des verletzen VfL-Stammkeepers Diego Benaglio wurde in seiner Heimat nur selten geprüft. Gent kam kaum zu einem geordneten Spielaufbau. Auch die meisten Konter konnten die Gastgeber nicht ausspielen.

Casteels am Ende gefordert

Wolfsburgs Plan funktionierte und wurde von Draxler veredelt. Thomas Foket wurde vom Ex-Schalker im Zweikampf düpiert. Nach feinem Doppelpass mit Vierinha schob Draxler aus etwa 14 Metern zur verdienten Führung ein. Dass kurz darauf Jung mit dicker Bandage zur Bank geführt wurde, war der Wolfsburger Wermutstropfen.

Antonio Rüdiger (2.v.r.) im Zweikampf mit Karim Benzema (2.v.l.).
Antonio Rüdiger im Duell mit Benzema Quelle: ap

In der zweiten Halbzeit machte Gent etwas mehr Druck. Doch Draxler zauberte weiter. Ein Beinschuss gegen Depoitre, ein Lupfer über Torwart Matz Sels - Wolfsburg führte 2:0. Kruse erhöhte kurz darauf nach schöner Vorarbeit von Christian Träsch. Erst in der Schlussphase geriet Wolfsburg ins Wackeln. Kums nutzte dies zum Anschlusstor, bei dem Casteels nicht schnell genug reagierte. Auch danach musste der Schlussmann noch einige Male parieren und war gegen Coulibaly doch machtlos. Immerhin reichte es noch zum knappen Erfolg.

Ronaldo beendet Auswärts-Flaute

In Rom beendete Ronaldo seine seit November dauernde Auswärts-Torflaute. In der 57. Minute legte sich der Superstar den Ball mit der linken Hacke selbst vor und traf sehenswert ins lange Eck. Es war Ronaldos 89. Tor im 122. Champions-League-Spiel. In sieben Spielen der laufenden Saison in der Königsklasse verbuchte er nun bereits
sein zwölftes Tor. Die Roma hatte in der Folge zwei gute Möglichkeiten zum Ausgleich, treffen sollte aber nur Jese für die Gäste zum Endstand (82.).

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