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Wolfsburg entzaubert Real Madrid

Sport - Wolfsburg entzaubert Real Madrid

18. Min 1:0 Ricardo Rodriguez (Elfmeter), 25. Min 2:0 Maximilian Arnold.

Beitragslänge:
2 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 06.04.2017, 17:18

Der VfL Wolfsburg hat gegen Real Madrid für eine faustdicke Überraschung gesorgt. Der zuletzt arg schwächelnde Bundesligist setzte sich im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League mit 2:0 (2:0) durch und darf nach einer bärenstarken Leistung vom ganz großen Coup träumen.

Die wenigsten dürften dem VfL eine derart überzeugende Vorstellung zugetraut haben. Die hellwachen und aggressiven Wolfsburger hielten das überragende Offensivpotenzial der Spanier weitgehend in Schach und wurden durch schnelle Angriffe selbst immer wieder gefährlich, so dass der 2:0-Erfolg durch die Treffer von Ricardo Rodriguez (18./Foulelmeter) und Maximilian Arnold (25.) durchaus als verdient anzusehen ist. Mit einer solchen Leistung ist auch im Rückspiel in Madrid am 12. April einiges drin.

Erste Schrecksekunde - Abseits

VfL-Trainer Dieter Hecking konnte in der Innenverteidigung wieder auf Naldo bauen. Als Sturmspitze durfte sich André Schürrle beweisen, Bruno Henrique kam zu seinem Champions-League-Debüt. Die Aufstellung von Real deutete nicht darauf hin, dass Coach Zinedine Zidane den Gegner unterschätzte, er schickte seine beste Elf aufs Feld.

Real begann die Partie im Stile einer Heimelf und bescherte den Wolfsburgern nach gerade einmal 70 Sekunden den ersten Schreckensmoment, als Cristiano Ronaldo traf - allerdings aus klarer Abseitsposition. Der VfL wählte zunächst eine etwas abwartende Haltung, um ins Spiel zu finden. Nach gut zehn Minuten hatte der Bundesligist genug Selbstsicherheit getankt, um seinerseits den Weg nach vorne zu suchen, ein Kopfball von Bruno Henrique stellte Real-Keeper Keylor Navas aber vor keine Probleme.

Nur Benzema gefährlich

Auf der Gegenseite musste Diego Benaglio gegen Karim Benzema sein ganzes Können aufbieten, um den Rückstand zu verhindern (14.). Trotz dieser Großchance steigerte sich der VfL immer mehr, die Wolfsburger zeigten eine aufmerksame, engagierte und couragierte Leistung. Der Lohn kam in Minute 17: Casemiro brachte Schürrle im Strafraum zu Fall, Ricardo Rodriguez verwandelte den Elfmeter sicher. Es war der erste Rückstand für die Spanier in der laufenden Champions League.

VfL Wolfsburg - Real Madrid
Vereint gegen Ronaldo: Naldo (l.) und Dante. Quelle: dpa

Die Führung gab der Hecking-Elf spürbar Selbstvertrauen. Nach einer feinen Kombination über den umtriebigen Julian Draxler und den ebenso starken Henrique war Maximilian Arnold gedanklich schneller als Sergio Ramos und drückte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie - das 2:0 (25.)! Kurz darauf vergab Schürrle gar eine gute Chance auf den dritten Treffer. Bis zum Seitenwechsel kam Real nur noch zu einer klaren Ausgleichschance: Karim Benzema köpfte nach Flanke von Gareth Bale knapp vorbei (32.). Der Franzose musste wenig später verletzt vom Feld, für ihn kam Jesé.

Wolfsburg näher dran am 3:0

Madrid kam wütend aus der Kabine, doch Wolfsburg gestattete den Spaniern dank guter Zweikampfführung zunächst keine klaren Gelegenheiten. Durch gutes, schnelles Umschaltspiel verschaffte sich der VfL immer wieder Momente der Entlastung – und war in der 69. Minute dicht dran am 3:0, als Schürrle nach einem Konter den Ball Zentimeter über die Latte schoss. Den Spaniern war zu diesem Zeitpunkt die Unzufriedenheit bereits deutlich anzumerken. Gareth Bale sah für einen überflüssigen Schubser gegen Arnold Geld. Marcelo ließ sich nach einer Rangelei mit demselben Wolfsburger theatralisch fallen - der gute Schiedsrichter Tommaso Rocchi fiel nicht drauf rein und beließ es bei Gelb für Arnold.

Es dauerte bis zur 73. Minute, eher Real die erste gute Chance nach der Pause hatte, Ronaldo scheiterte am herausstürzenden Benaglio. Zwar war Madrid mittlerweile optisch klar überlegen, die umständlichen Angriffe beschworen aber kaum Gefahr herauf. Die beste Möglichkeit der Schlussphase hatte der VfL in Gestalt des eingewechselten Max Kruse, dessen Schuss Navas parierte (89.). So blieb es beim 2:0 – aber auch damit werden die Wolfsburger sehr gut leben können.

City trotzt PSG ein Remis ab

Im zweiten Viertelfinal-Hinspiel des Mittwochabends trennten sich Paris St. Germain und Manchester City 2:2 (1:1). Der frühere Wolfsburger Kevin De Bruyne hatte die Gäste in der 38. Minute in Führung geschossen, PSG-Superstar Zlatan Ibrahimovic gelang dann in der 41. Minute der Ausgleich für die Hausherren. In Hälfte zwei sorgte Adrien Rabiot in der 59. Minute für das verdiente 2:1, ehe Fernandinho (72.) für Manchester traf.

In der 14. Minute hätte Paris bereits in Front gehen müssen, doch Ibrahimovic scheiterte mit einem Foulelfmeter am englischen Nationaltorwart Joe Hart. Im Rückspiel muss PSG-Trainer Laurent Blanc auf David Luiz und Blaise Matuidi verzichten, die in Manchester gelbgesperrt sind.

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