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Nachwuchskicker mit Tempo und Torlaune

Deutsche U-Teams im Blickpunkt

Wenn die Erwachsenen alle Vereinstitel ausgespielt haben, schlägt die Stunde des Nachwuchses. Nach den Finalspielen der U19-Junioren sind jetzt die U17-Junioren mit ihrer Endrunde dran. „Da gibt es ein enormes Offensivpotenzial“, sagt DFB-Trainer Meikel Schönweitz.

Louis Poznanski (SV Werder Bremen U17) und Emre Aydinel (Borussia Dortmund U17)
Louis Poznanski (SV Werder Bremen U17) und Emre Aydinel (Borussia Dortmund U17) Quelle: imago

Irgendwann in der zweiten Halbzeit gab es für die Jungs und Mädchen auf der Stehtribüne wichtigeres, als das Fußballspiel, für das sie gekommen waren. Reihenweise ließen sie sich mit Werders Ex-Torjäger Ailton ablichten, der mitten unter ihnen stand. Thomas Schaaf soll irgendwo gesichtet worden sein und wenn sie auf die gegenüberliegende Sitzplatztribüne gedurft hätten, wären sie auch noch Werder-Legende Marco Bode oder Dortmunds Vorstandsboss Hans-Joachim Watzke unter den fast 1800 Zuschauern begegnet.

Hohes Tempo und Zielstrebigkeit

Jugendfußball ist in. Und er ist attraktiv - das offenbarte nicht nur das Halbfinale um die deutsche U17-Meisterschaft zuletzt zwischen Werder Bremen und Borussia Dortmund auf Platz 11 neben dem Weserstadion. Das zeigten bereits die dramatischen Finalspiele um die U19-Meisterschaft, die Borussia Dortmund für sich entschied, und die U17-Europameisterschaft im Mai. „Die U 17 hat ein enormes Offensivpotenzial“, sagt der Sportliche Leiter der U-Mannschaften des DFB, Meikel Schönweitz, im Gespräch mit zdfsport.de.

DFB-Trainer Meikel Schönweitz (li.)
DFB-Nachwuchstrainer Meikel Schönweitz (li.) Quelle: imago

„Da gibt es viele Spieler mit hoher Geschwindigkeit und Zielstrebigkeit im Angriffsspiel“. Obwohl mit dem Bremer Jean-Manuel Mbom und dem Leipziger Nicolas Kühn zwei Spieler verletzungsbedingt fehlten, auf die diese Attribute zutreffen, erzielte die DFB-Auswahl bei der EM in Kroatien mit 15 Treffern in der Vorrunde einen Torrekord. Sie scheiterte erst im Halbfinale im Elfmeterschießen am späteren Europameister Spanien.

Rückkehr des klassischen Angreifers

Zweiter der Torschützenliste wurde mit sieben Treffern der HSV-Stürmer Jan Fiete Arp – und ist wie sein Pendant in der U19, der Dortmunder Etienne Amenyido, ein Beweis dafür, dass der klassische Stürmertyp wieder an Bedeutung gewinnt.  „Ich versuche, alle Merkmale bestmöglich zu verpacken: Tempo, Technik, Athletik und Abschlussstärke“, sagt Arp. „Mein Ziel ist es, ein möglichst kompletter Stürmer zu werden und meiner Mannschaft mit vielen Toren zu helfen“

Jahrelang lag der Schwerpunkt der Ausbildung auf Technik und Passspiel – ein Weg, der mit dem Gewinn der WM 2014 gekrönt wurde. „Dabei ist vielleicht die Wucht, der klassische Abschlussspieler verloren gegangen“, erklärt Schönweitz. „Dem versuchen wir seit einiger Zeit entgegen zu wirken.“ Auch in den jüngeren Jahrgängen achten die Scouts wieder mit einem „tieferen Auge“ auf Torinstinkt und Verhalten im Strafraum.

Arbeit an der Gewinnermentalität

Bei einer Kernkompetenz des Angriffspiels sieht Schönweitz, der neben seiner Koordinationstätigkeit auch die U18 des DFB betreut, Nationen wie Spanien und Portugal allerdings noch im Vorteil:  „Von der Mentalität und Durchsetzungsfähigkeit bringen diese Mannschaften noch mehr mit, das sieht man am Selbstverständnis, mit dem sie in 1:1-Situationen gehen.“  Schönweitz erklärt sich den Unterschied, den er mit etwa fünf Prozent beziffert, damit, dass die Jugendlichen in manchen anderen Ländern auch im Alltag mehr Einzelkämpfertum an den Tag legen müssten.

So beschäftigte sich das letzte "G4“ -Treffen der DFB-Verantwortlichen aus den Bereichen U-Nationalmannschaft,Trainerausbildung, Talentförderung sowie Scouting und Spielanalyse mit dem Thema Gewinnermentalität. "Für uns ist es wichtig, dass wir das Wort Mentalität jetzt mit Begriffen belegen, die von den Jugendlichen auch verstanden werden", so DFB-Sportdirektor Horst Hrubesch auf der Tagung.

Alle Chancen offen

Nicht nur Ailton hat beim U17-Halbfinale zwischen Werder Bremen und Borussia Dortmund ein intensives Spiel zweier Mannschaften erlebt, die jetzt schon wissen, wie sie das Wort Mentalität buchstabieren müssen. Das 1:1 lässt beiden Mannschaften im Rückspiel am Sonntag die Chance, ins Finale gegen den Gewinner des zweiten Halbfinales Bayern München – Schalke 04 (Hinspiel 3:0) einzuziehen.  Für die Nationalspieler wartet der nächste Höhepunkt im Oktober: die Weltmeisterschaft in Indien.

U21-EM in Polen: 6. - 30. Juni

Termine

  • Halbfinale Deutsche Meisterschaft U17, Rückspiele: Sonntag, 11. Juni, 11 Uhr
  • Finale Deutsche Meisterschaft U17: Sonntag, 18. Juni
  • Europameisterschaft U21 in Polen: 16. – 30. Juni
  • Europameisterschaft U19 in Georgien: 2. - 15. Juli, 13 Uhr
  • Weltmeisterschaft U17 in Indien:  6.-28. Oktober

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