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Frankfurts Berliner Bande

DFB-Pokalfinale: Eintracht Frankfurt - Borussia Dortmund

Eintracht-Frankfurt-Vorstand Fredi Bobic und Trainer Niko Kovac haben einen ganz besonderen Bezug zum Endspielort des DFB-Pokals. Ein Umstand, der Frankfurt helfen soll, im Finale gegen Borussia Dortmund (Samstag, 20 Uhr / ARD) über sich hinauszuwachsen.

Niko Kovac (l.) und Fredi Bobic
Niko Kovac (l.) und Fredi Bobic Quelle: imago/Jan Huebner

Der besondere Berlin-Bezug der sportlichen Leitung von Eintracht Frankfurt, der dem Team gegen Dortmund zusätzlichen Auftrieb geben soll, gründet sich in der Tatsache, dass Bobics Familie, Frau und zwei Töchter, im Stadtteil Grunewald lebt. Bobic stellte in der Endphase seiner aktiven Karriere, in der er von 2003 bis 2005 für die Hertha spielte, der Familie frei, wo sie später mal leben will - die Wahl fiel auf die Hauptstadt.

Niko Kovac und sein zwei Jahre jüngerer Bruder Robert, der ihm als Assistent zuarbeitet, sind dort sogar geboren. Aufgewachsen im Stadtteil Wedding, der gerne mal als "Problemkiez" bezeichnet wurde. Seine "Mutterstadt", wie es Kovac ausdrückt, war für ihn eine Schule fürs Leben. Jetzt zum Finale dorthin zurückkehren zu können, wo er so oft mit der Hertha spielte und so viele Freunde und Verwandte leben, ist für ihn etwas "ganz Besonderes".

Rollen klar verteilt

Selten waren die Rollen vor einem Pokal-Endspiel so klar verteilt - findet auch Fredi Bobic: "Dortmund ist der Favorit, wir sind der Außenseiter. Aber es ist ein Spiel an einem besonderen Tag, an dem viele kleine Faktoren entscheiden werden. Wir müssen wachsam und zugleich hungrig sein, um unseren Konkurrenten zu zähmen", sagt der Eintracht-Sport-Vorstand gegenüber ZDFsport.de.

Bundestrainer Joachim Löw hat indirekt eine Empfehlung gegeben, wie es klappen könnte mit dem fünften Pokalsieg - dem ersten seit 1988, als Lajos Detari so kunstvoll zum 1:0 gegen den VfL Bochum traf: "Eintracht Frankfurt ist eine Mannschaft, die wehtun kann, die sehr gut verteidigt. Das alleine wird aber nicht reichen. Die Frage wird sein: Wie gut können sie nach vorne spielen?"

Gewaltige Unterstützung

Für Bobic gilt: "Es muss nicht immer die Mannschaft gewinnen, die auf dem Papier das größere Potenzial besitzt. Das haben wir in der Bundesliga bewiesen." Tatsächlich haben die Hessen die letzten beiden Heimspiele gegen die Westfalen gewonnen (2:1, 1:0), weil sie eine größere Entschlossenheit, mehr Willensstärke in die Waagschale warfen.

Und kann das jetzt nicht wieder der Fall sein, wenn mehr als 20.000 Frankfurter Anhänger im Olympiastadion und vielleicht sogar 35.000 in der Stadt die Adlerträger unterstützen? "Ich sehe bei uns seit Wochen eine riesige Vorfreude", erklärt Bobic: "Vereine wie wir sind alle zehn, 15 oder 20 Jahre dabei, das ist ja kein alltägliches Ereignis. Uns gibt das riesiges Selbstbewusstsein, der Marke einen großen Schub."

Varela leistete sich eine Dummheit

Der Gewöhnungseffekt, der beim Gegner womöglich durch die vierte Endspielteilnahme in Folge eingetreten sein könnte, den hat die Eintracht definitiv nicht mit nach Berlin gebracht. Schon am Donnerstag ist der Frankfurter Tross in Tegel gelandet, um die Atmosphäre des mächtig aufgemotzten Events aufzusaugen. AdlerimAnflug nennt sich der Hashtag, unter dem alle Aktivitäten gebündelt sind.

20 Spieler sind mitgekommen, dazu die Langzeitverletzten Omar Mascarell und Makoto Hasebe. Kovac betont gerne den guten Charakter seiner Profis, die er nach diesem Gusto führt: "Ich versuche, dass meine Jungs ihre Kulturen ausleben können." Dazu gehört allerdings nicht, sich wenige Tage vor einem solchen Highlight noch schnell ein Tattoo in die Haut stechen zu lassen - so wie es Guillermo Varela entgegen aller Ratschläge tat. Die Wunde entzündete sich. Die Leihgabe von Manchester United ist am Mittwoch suspendiert worden und wird auch nicht mehr zurückkehren.

Plädoyer für Tuchel

Mit einer Laissez-faire-Einstellung kommt beim prinzipientreuen Coach keiner weiter. Ehrgeiz ist eine Grundtugend, die Kovac vermittelt. Gerade aus dieser Perspektive kann er es nur schwer verstehen, dass sein Gegenüber Thomas Tuchel so in die Bredouille geraten ist. "Fachlich ist er eine Koryphäe, ein absolutes Genie", findet Kovac. Überdies habe er den BVB-Kollegen als "offen, zuvorkommend und hilfsbereit" erlebt. Ganz gleich, was aus Tuchel nach dem Pokalfinale werde: "Er ist ein Trainer, der viel Erfolg hat und haben wird." Es muss ja nicht am Samstag sein.

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