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Die Bundesliga als Jobmotor

FC Bayern - Arbeiten in der Allianz Arena

Sport - Die Bundesliga als Jobmotor

Die 1.Liga spielt auch finanziell gesehen in einer ganz anderen Liga. Das zeigt schon der Vergleich mit der zweiten Bundesliga.

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Neben den Turbulenzen auf dem Spielermarkt wird oft vergessen, dass im Profifußball auch abseits des Rasens jede Menge Menschen arbeiten. Selbst Fußballfreunde, die keine begnadeten Kicker sind, bekommen auf diesem Arbeitsmarkt die Möglichkeit, Bundesliga-Luft zu schnuppern.

"Wie sicher sind die Jobs in der Fußball-Bundesliga?" Auf diese Frage würde die häufigste Antwort wohl "gar nicht" lauten, da die meisten spontan an den Schleudersitz der Trainer denken. Jobs im Fußball werden eben meist mit dem Kerngeschäft verbunden, und das spielt sich nun mal auf dem grünen Rasen ab. Weniger im Fokus steht der ganze Apparat, der das Kerngeschäft überhaupt möglich macht. Und dort ist die Zahl der Arbeitsplätze in den letzten Jahren sprunghaft gestiegen.

Anfänge ohne Personalmanagement

Platzwart, Sekretärin, Masseur - über diese Jobs ging der Mitarbeiterstab zu Beginn der Bundesliga bei den meisten Klubs kaum hinaus. Das wenige Geld floss in den Spielerkader, das Präsidium arbeitete ehrenamtlich, das Management übernahmen ehemalige Spieler. Eine Stellenausschreibung wie diese eines heutigen Bundesligisten wäre damals als Science Fiction durchgegangen: "Mitarbeit beim Aufbau eines effektiven und strategischen Personalmanagements, Beratung und Unterstützung der Geschäftsführung bei der Etablierung von Prozessen und der Personalbeschaffung ...".

Bei Mitarbeiterstäben in der Größenordnung mittelständischer Unternehmen wird professionelles Personalmanagement genauso wichtig wie eine vernünftige Kaderplanung. Laut dem Bundesliga-Report 2016 stieg in der Saison 2014/15 die Zahl der Menschen, die in direkter Anstellung oder durch Beauftragung der Profiklubs arbeiten, erstmals über die Grenze von 50.000 Mitarbeitern.

Caterer, Wachleute, Sanitäter

"Ob Vollzeit im Fanshop oder Teilzeit auf der Geschäftsstelle, ob Auszubildende oder Aushilfen am Spieltag im Sicherheitsdienst, für Cateringfirmen oder im Sanitätsdienst - mit jedem einzelnen Beschäftigten profitiert die gesamte Volkswirtschaft vom professionellen Fußball der 36 Klubs der Bundesliga und 2. Bundesliga", heißt es im Report.

    Eine Einzelauflistung nach Klubs nimmt der Report nicht vor. Presseberichten zufolge reicht die Zahl der direkt bei den Klubs Beschäftigten von rund 500 bei Bayern München über 180 beim VfB Stuttgart bis sechzehn bei Darmstadt 98.

Eine andere Rechnung machte die Unternehmensberatung McKinsey vor einem halben Jahr auf. “Umgerechnet 110.000 Vollzeitarbeitsplätze werden vom Spielbetrieb angestoßen“, heißt es in der Studie, die den Einfluss des Profifußballs auf die Gesamtwirtschaft untersucht. Seit 2008 sei die Wertschöpfung in diesem Bereich zehnmal schneller gewachsen als in der Gesamtwirtschaft.

Controller, Vermarkter, Event-Manager

Die meisten Jobs schafft die Bundesliga bei privaten Firmen im Dienstleitungsbereich.  So arbeiteten in der Saison 2014/2015 laut Bundesliga-Report jeweils gut  13.000 Beschäftigte im Umfeld von Spielen für private Wach- und Sicherheitsdienste und Catering-Dienste. Zunehmend schafft die Bundesliga aber auch qualifizierte und hochspezialisierte Beschäftigungsfelder.

"Wir beschäftigen sehr viele Akademiker", wird Joachim Doderer aus der Personalverwaltung des Bundesligisten 1. FSV Mainz 05 in der Studie "Arbeitsmarkt Fußball" zitiert: "Insbesondere in den Bereichen Marketing, Corporate Social Responsibility, im Event-Bereich, im Bereich Finanzen, Controlling, Stadion-Management und Mitglieder-Service."

Chance für Quereinsteiger

Die Studie des Wissenschaftsladens Bonn macht all jenen Hoffnung, die nach einer Ausbildung in anderen Bereichen als Quereinsteiger Bundesligaluft schnuppern möchten. "Doch zwei Dinge sind noch wichtiger als der richtige Uniabschluss", heißt es da. "Der frühzeitige Kontakt zum Fußball und die Nähe zu diesem Sport."

Reichen wird das auf Dauer allerdings nicht - zumal die Hochschulen schon mit hochspezialisierten Studiengängen dabei sind, den Nachwuchs früh auf die Erfordernisse des Bundesliga-Geschäfts einzustellen. Möglicherweise sind langfristig sogar die Chancen für eine Beschäftigung im Trainerstab am besten: die sollen Prognosen zufolge bald auf über zehn Spezialisten pro Mannschaft anwachsen.

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