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Kölner Überraschungsei

Europa League: Roter Stern Belgrad - 1. FC Köln

Am Tag vor dem Europa-League-Spiel in Belgrad hat der 1. FC Köln Armin Veh aus dem Hut gezaubert. Der neue Sportchef gibt sich tatendurstig. Und auch Interimscoach Stefan Ruthenbeck brennt vor Ehrgeiz. Mit einem Sieg wäre der FC sicher im Sechzehntelfinale.

Armin Veh
Der Neue beim Effzeh: Armin Veh Quelle: Arne Dedert

Das Rumpfteam des 1. FC Köln und sein frisch installierter Übergangscoach Stefan Ruthenbeck waren gerade beim Anflug auf Belgrad, als zu Hause im Geißbockheim weißer Rauch aufstieg. Sechs Wochen nach dem mehr oder weniger freiwilligen Abmarsch von Jörg Schmadtke hat der schwer Leck geschlagene Tanker FC zumindest wieder einen Geschäftsführer Sport an Bord.

Spinner hört "Aufbruchssignal"

Mit der Bekanntgabe des Namens Armin Veh rollten die Verantwortlichen im Kölner Grüngürtel zudem ein kleines Überraschungsei ins Land: In den jüngsten Debatten um die Schmadtke-Nachfolge standen das mit vielen Eitelkeiten ausgetragene Hickhack um Hannovers Sportchef Horst Heldt oder die Sondierungsgespräche mit dem früheren HSV-Vorstandschef Dietmar Beiersdorfer in einem Kölner Hotel im Mittelpunkt.

Die Variable Veh tauchte in den weitreichenden Spekulationen dagegen nie auf. Offiziell vorgestellt wird der Stuttgarter Meistercoach von 2007 am nächsten Montag, Präsident Werner Spinner wertete Vehs Entscheidung pro Köln aber schon mal euphorisch als "Aufbruchssignal“. Bekannt wurde der frühere Mittelfeldspieler vor allem durch seine Tätigkeit als Trainer, in Wolfsburg und Stuttgart war er aber vorübergehend auch schon als sportlicher Leiter tätig.

Veh sieht "riesige Herausforderung"

Nun folgt der erste Fulltimejob als Geschäftsführer. Bei den Domstädtern unterzeichnete Veh einen Vertrag bis 2020 und erklärte exakt 21 Monate nach seiner Entlassung in Frankfurt: "Ich sehe die Aufgabe in Köln als riesige Herausforderung und zugleich als eine tolle Möglichkeit an, in diesem faszinierenden Traditionsklub etwas zu bewegen."

Die Bewegungen beim 1. FC Köln in dieser Woche beobachtet der gebürtige Augsburger noch von der Heimat aus. Im Mittelpunkt dabei: Der elf Jahre jüngere Trainerkollege Ruthenbeck, der die Rheinländer nach dem Rauswurf von Peter Stöger am Donnerstag erst einmal in den Showdown bei Roter Stern Belgrad führt. Mit allem Ehrgeiz, der dem früheren Coach des VfR Aalen und Greuther Fürth, zuletzt für die Kölner U19 zuständig, innewohnt.

Ruthenbeck verweist auf Unterschiede

Mit einem Auswärtssieg im Hexenkessel des serbischen "Marakana" würde der Effzeh als einziger der drei deutschen Starter in der Europa League überwintern. "Das ist doch ’ne geile Geschichte", findet Ruthenbeck, der prinzipiell nur in den fünf Spielen bis zur Weihnachtspause aushelfen soll.

Aufgrund seiner Fähigkeiten als Motivator verglich sich der gebürtige Kölner schon mal vorsichtig mit Jürgen Klopp. Und gegenüber Vorgänger Stöger grenzte er sich, bei allem vorgebrachten Respektsbekundungen, mit dem Hinweis ab: "Meine Ansprache ist eine andere. Vielleicht wird der eine oder andere überrascht sein - der eine oder andere wird es cool finden."

Youngster Jakobs klingen die Ohren

Damit sprach der gerade beförderte Nachwuchscoach vor allem die jungen Spieler an, die in den zurückliegenden Krisenwochen der Rheinländer vergeblich mit den Fußballstiefeln scharrten. Die beträchtliche Verletzungsmisere der Kölner betrachtet Ruthenbeck daher als relativ.

Bei der Dienstreise auf den Balkan musste er sich zur Bestückung seines Kaders bei den Junioren bedienen, im Flieger nach Belgrad saß als Premierengast bei den Profis zum Beispiel der 18-jährige Ismail Jakobs. Und in den Ohren des jungen Mannes klangen schon die Worte des tatendurstigen Ruthenbeck, der für den nächsten Abend forderte: "Ich erwarte, dass wir nicht brav sind, sondern mutig - und nicht wie die Maus vor der Schlange stehen. Ich will auch Initiative haben."

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