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Fußballzwerg Island erschüttert England

Sport - Fußballzwerg Island erschüttert England

Ein unfassbarer Abend für Island und den isländischen Fußball. Der Fußballzwerg feiert mit seinen Fans den 2:1 -Achtelfinalsieg gegen England und den sensationellen Einzug ins EM-Viertelfinale.

Beitragslänge:
2 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 31.12.2016, 23:59

Island mischt weiter die EM in Frankreich auf: In ihrem ersten K.-o.-Spiel überhaupt warfen die Isländer England aus dem Turnier und zogen durch den 2:1 (2:1)-Sieg ins Viertelfinale ein. Dort wartet nun am Sonntag Gastgeber Frankreich.

England erlebte nach dem WM-Vorrunden-Aus 2014 sein nächstes Debakel. Wenig beeindruckt vom Rückstand durch einen von Wayne Rooney verwandelten Foulelfmeter (4.) drehte Island das Spiel innerhalb von zwölf Minuten. Zunächst traf der ehemalige Hoffenheimer Gylfi Sigurdsson nach einem längst bekannten Einwurf-Trick (6.), dann sah Englands Torhüter Joe Hart beim Schuss von Sigthorsson schlecht aus (18.).

"Es ist der Glaube und die Power als Team, die uns stark machen. Das ist der größte Moment meiner Karriere. Unser Ziel war es, die Gruppenphase zu überstehen. Es ist einfach alles unglaublich", sagte Sigurdsson. Derweil hat Roy Hodgson für das peinliche Achtelfinal-Aus die Verantwortung übernommen und seinen Abschied als Teammanager der englischen Nationalmannschaft verkündet. Dies sagte der 68-Jährige unmittelbar nach der 1:2-Niederlage der Three Lions gegen den krassen Außenseiter am Montagabend in Nizza auf der Pressekonferenz. "Es ist Zeit für jemand anderen, um zu übernehmen", sagte Hodgson, dessen Vertrag nach der EM ohnehin auslief.

"Größte Peinlichkeit in der Geschichte"

Die verzweifelten Versuche der Three Lions, die Blamage zu verhindern, scheiterten kläglich. Der Siegeszug der Isländer beginnt derweil an das griechische Fußball-Märchen unter Otto Rehhagel bei der EM 2004 zu erinnern. Alan Shearer, ehemaliger Kapitän, hatte ein mögliches Ausscheiden gegen Island als "größte Peinlichkeit in der Geschichte unserer Nationalmannschaft" bezeichnet. Rooney, sein Nachfolger als Träger der Binde, tat sein Möglichstes, um das zu verhindern.

Nachdem Islands Torhüter Hannes Halldorsson sehr ungeschickt Raheem Sterling im Strafraum zu Fall gebracht hatte, trat Rooney furchtlos zum Elfmeter an - und traf. Knapp, aber der Ball war drin.   Auf das Schießen von Elfmetern schienen die Engländer also
vorbereitet zu sein, dagegen hatten sie von den Einwürfen Aron Gunnarssons offenkundig noch nie etwas gehört: Keine zwei Minuten nach dem Rückstand schleuderte Islands Kapitän den Ball hinein in den Strafraum, Kari Arnason verlängerte vorbildlich, Sigurdsson
stahl sich im Rücken von Englands Kyle Walker davon - Ausgleich. Es war eine Kopie von Islands 1:0 gegen Österreich im letzten Gruppenspiel (2:1).

England drückt, aber ohne Erfolg

Der schnelle Ausgleich war aber nicht das einzige Missgeschick, das den erkennbar erschrockenen Engländern unterlief. In der 18. Minute durfte Sigthorsson ungehindert die Strafraumgrenze überschreiten und schießen - zum zögerlichen Eingreifen von Gary
Cahill kam ein weiterer Beweis mangelnder englischer Torhüterkunst: Joe Hart fiel zu spät nach links, und der Ball rollte quälend langsam für die Engländer über die Linie.

Die Three Lions antworteten mit wütenden Angriffen. Sie waren die spielerisch bessere Mannschaft, aber Island kämpfte. Jede Chance konnten die Nordmänner nicht verhindern, so jene von Harry Kane (28.). Je länger das Spiel dauerte, desto entnervter wurden die
Engländer: Sie hatten die meiste Zeit den Ball, aber sie wussten damit nichts anzufangen - auch Rooney nicht. Die Isländer rannten und kämpften die Lücken zu, sie warfen sich in jeden Ball. Und sie erzwangen ihr Glück.

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