Sie sind hier:

Tah als Eins-zu-Eins-Ersatz

Sport - Tah als Eins-zu-Eins-Ersatz

Der Nachrücker für den verletzten Antonio Rüdiger ist der Benjamin im 23-Mann-Team des DFB: Jonathan Tah - 20 Jahre alt - spielt bei Bayer Leverkusen und ist genau wie Rüdiger Innenverteidiger.

Beitragslänge:
1 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 08.06.2017, 12:45

Der Leverkusener Innenverteidiger Jonathan Tah ist von Bundestrainer Joachim Löw für den verletzten Antonio Rüdiger (Kreuzbandriss) für die Europameisterschaft in Frankreich nachnominiert worden. Das bestätigte Bundestrainer Joachim Löw in Evian.

"Ich wollte ganz bewusst, einen Innenverteidiger als Eins-zu-Eins-Ersatz", sagte der Bundestrainer: "Jonathan gehörte sowieso zu unserem Kreis, und er hat seit drei Wochen individuell trainiert. Da stimmt die Basis." Indes hat Abwehrchef Boateng Sicherheitsbedenken was seine Angehörigen betrifft. Diese werden nicht anreisen.

Joachim Löw am 08.06.2016
Joachim Löw Quelle: reuters

Löw: Kein Risiko

Der 20-jährige Tah soll am Mittwoch bereits ins Mannschaftsquartier nach Evian anreisen. Tah hat erst ein Länderspiel für die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) bestritten.

Ohne die Youngster Joshua Kimmich und Julian Weigl und damit nur noch mit 18 Spielern absolvierte Deutschland indes am Mittwochmorgen sein zweites Mannschaftstraining im EM-Camp in Evian-les-Bains. Kimmich (21/Bayern München) fehlte wegen einer Erkältung, Weigl (20/Borussia Dortmund) wegen leichter muskulärer Probleme. Er soll nach DFB-Angaben am Donnerstag wieder ins Training einsteigen können.

Jerome Boateng (vorne) am 08.06.2016
Jerome Boateng Quelle: dpa

"Ich wollte kein Risiko eingehen", sagte Bundestrainer Joachim Löw: "Ich denke, dass wir am Donnerstag bis auf Mats Hummels komplett trainieren können." Hummels trainierte am Mittwoch erstmals mit dem Ball, wenn auch weiter individuell. "Ich sehe eine sehr, sehr positive Entwicklung", betonte Löw: "Wir werden von Tag zu Tag schauen und das Training steigern."

Boateng: Bedenken wegen Familie

Jerome Boateng verzichtet bei der EM aus Sicherheitsbedenken auf die Unterstützung seiner Liebsten. "Meine Familie und meine Kinder werden nicht ins Stadion kommen", sagte Boateng der Sport Bild: "Das Risiko ist mir einfach zu groß."

Es sei "natürlich einerseits traurig, dass man sich mit solchen Themen auseinandersetzen muss. Andererseits sind zuletzt eben viele Dinge passiert, die einen nachdenklich machen", erläuterte der Abwehrchef des Weltmeisters: "Ich für meinen Teil will mich bei der EM allein auf Fußball konzentrieren können, und da fühle ich mich einfach wohler, wenn meine Familie nicht im Stadion sitzt."

Grindel: Vertrauen in Sicherheit

DFB-Präsident Reinhard Grindel sagte am Mittwoch: "Das ist ein Abwägungsvorgang, den jeder für sich und seine Familie entscheiden muss. Ich respektiere das, will das aber nicht kommentieren. Wir haben nach wie vor Vertrauen in die französischen Sicherheitsbehörden." Es gebe "keine konkreten Hinweise auf konkrete Gefährdung. Und ich gehe davon aus, dass wir umgehend unterrichtet werden würden, wenn sich daran etwas ändert."

Grindel berichtete auf der PK in Evian außerdem, dass der DFB im Fall einer Finalniederlage bei der EM in Frankreich den größten Gewinn machen würde. Bei Ausgaben von 18 und Einnahmen von 22 Millionen Euro würden dem DFB vier Millionen bleiben.  Im Fall eines Turnier-Gewinns würde der DFB zwei Millionen Gewinn machen (23/25), bei einem Vorrunden-Aus eine (8/9), beim Erreichen des Halbfinales 2,5 (14,5/17). "Sie können aber davon ausgehen, dass wir nicht Zweiter werden wollen", äußerte der DFB-Boss mit einem Lächeln.

Reinhard Grindel Quelle: dpa

Hohe Kosten für Sicherheit

Im Falle des EM-Triumphes würden sich "erfreulicherweise vor allem die Prämien bemerkbar machen", sagte Grindel und nannte die 300.000 Euro pro Spieler "eine maßvolle und angemessene Prämienregelung".

Die Kosten im Turnierverlauf sind neben den Ausgaben für das Base Camp, Flüge und diesmal 800.000 Euro für Sicherheitsmaßnahmen auch wegen der Spielort-Hotels so hoch. "Da haben eine Größenordnung erreicht, die nicht mehr akzeptabel ist", betonte Grindel. Er habe mit FIFA-Präsident Gianni Infantino gesprochen, "dass es nicht sein kann, dass uns die Spielort-Hotels genauso viel kosten wie die Unterkunft im Base Camp".

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet