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Die einzig richtige Entscheidung

Kommentar zur Verlegung der Fußball-EM

Die EM wird wegen der Corona-Krise um ein Jahr verschoben. Der Fußball hat erstmal ein wenig Zeit gewonnen. Die existenzielle Krise ist aber nicht gelöst. Ein Kommentar von ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann.

UEFA-Flaggen in Nyon
Quelle: dpa

Die UEFA hat die einzig richtige Entscheidung getroffen. Ohne Wenn und Aber. Mit der Verschiebung der Europameisterschaft in den Sommer 2021 gewinnen alle Beteiligten Zeit. Und das ist in der momentanen Situation das Entscheidende.

Verschiebung bringt etwas Luft

Die weltweite Krise setzt alle üblichen Maßstäbe und Planungen außer Kraft. Virologen empfehlen in Monaten oder gar Jahren zu denken und nicht in Tagen und Wochen. Der Profi-Fußball ist darauf nicht vorbereitet und kann es auch nicht sein. Zu eng ist das Netz der nationalen und internationalen Ligen. Durch die Verschiebung ist jetzt ein bisschen Luft gewonnen, mehr nicht. Ob die nationalen Ligen und die internationalen Wettbewerbe in dieser Saison zu Ende gespielt werden können, kann niemand vorhersagen. Heute ist das Gebot der Stunde, in den eigenen vier Wänden zu bleiben, soziale Kontakte zu reduzieren. Das wird sich so schnell nicht ändern.

Corona-Krise wird Jobs kosten

Gleichzeitig muss der kommerzielle Fußball-Betrieb möglichst schnell wieder - eingeschränkt - funktionieren. Die bittere Wahrheit: Die Corona-Krise wird Arbeitsplätze kosten, auch im Umfeld des Profi-Fußballs.

Nur über Spiele ohne Zuschauer werden die Vereine wichtige Teile ihre Einnahmen erhalten, die Fernsehgelder und die Sponsoreneinnahmen. Diesen erheblichen Verzicht - Spiele ohne Zuschauer - müssen die Fans leisten. Sie können auch nicht zu Tausenden vor die Stadien ziehen, wie in der vergangenen Woche. Das war und ist nicht nur töricht, das ist unverantwortlich.

Spieler müssen Verzicht üben

Dieser Verzicht ist schmerzhaft für viele und trübt das Erlebnis Fußball. Der Verzicht einer ungleich kleineren Gruppe ist dagegen einfacher: die Spieler im Profi-Fußball müssen mit Gehaltseinbußen ihren Teil dazu beitragen, dass der kommerzielle Fußball weiter existiert.

Das ist nicht nur moralisch geboten, das ist auch eine Frage der Vernunft: Wenn der Profi-Fußball ökonomisch kollabiert, funktioniert auch das Geschäftsmodell der Spieler mit ihren millionenschweren Verträgen nicht mehr. Der Fußball hat heute Zeit gewonnen, mehr nicht. Die existenzielle Krise ist nicht gelöst.

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