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Kommentar: Konsequent und verständlich

Thomas Skulski zum möglichen Abschied von Bayern-Präsident Uli Hoeneß

Die Zeit von Uli Hoeneß als starker Mann beim FC Bayern scheint sich dem Ende zuzuneigen. Ein Kommentar von Thomas Skulski.

Uli Hoeneß
Uli Hoeneß
Quelle: reuters

Das war’s dann … demnächst für Uli Hoeneß? Sind die Tage des Mannes, der den FC Bayern geprägt hat wie kein anderer, tatsächlich gezählt? Vieles deutet darauf hin, auch wenn er selbst es weder bestätigt noch dementiert. Er werde seine Entscheidung, so Hoeneß im "kicker", "dem Aufsichtsrat am 29. August mitteilen".

Wenn Hoeneß geht ...

Uli Hoeneß hat die Zeichen der Zeit erkannt, wie es scheint. Die Ämter als Präsident und Aufsichtsratschef aufzugeben wäre folgerichtig, menschlich verständlich und konsequent.   
Folgerichtig, weil ihm bei seiner Wiederwahl im vergangenen Jahr offene Ablehnung von Teilen der eigenen Mitglieder entgegenschlug. Er hoffe, dass sich das wieder ändern werde, hatte er einigermaßen erschrocken gemutmaßt damals. Denn sonst sei das nicht mehr sein Verein.

Menschlich verständlich, weil es sich daheim am Tegernsee auch als Privatmann gut leben lässt, mit dann bald 68 Jahren.

Strahlkraft verloren

Konsequent, weil man erahnen kann, dass es ein Oliver Kahn als Nachfolger von Karl-Heinz Rummenigge als Vorstandschef an der Seite eines Präsidenten Hoeneß  weit schwieriger hätte als neben einem Präsidenten, der selbst ebenfalls neu im Amt wäre.

Letztlich würde er aber auch vor seinen eigenen Sätzen flüchten. "Wenn Sie wüssten, wen wir alles schon sicher haben", hatte ein in der Endphase der Meisterschaft wieder selbstsicherer Hoeneß mit Blick auf weitere Neuzugänge verkündet. Sicher ist Wochen später allerdings nur eins: das mit dem Haben gestaltet sich weit schwieriger als er, der Ex-Manager, geglaubt hatte.

Und mit dem BVB des Sommers 2019 ist da ein Konkurrent, der in der Bundesliga jetzt das tut, was die Bayern unter Hoeneß einst in Perfektion vorgemacht hatten: bei der Bundesliga-Konkurrenz wildern.

Denn auch das gehört zur Wahrheit der Ära Hoeneß:  Die noch immer beste Adresse im deutschen Fußball hat international an Strahlkraft verloren.

Hoeneß war der FC Bayern


"Das war’s noch lange nicht", hatte Hoeneß den Mitgliedern des FC Bayern einst kampfeslustig verkündet, als er sich 2014 aus dem Amt des Präsidenten verabschiedete, um seine Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung abzusitzen. Und tatsächlich, dieser Abschied war vorübergehend. Der jetzt wird endgültig sein.

Uli Hoeneß war der FC Bayern. Er hat die Bayern groß gemacht,  hat aus einem Verein, der 1965 in die  Bundesliga aufgestiegen ist, das gemacht, was der FC Bayern heute ist. Im Positiven wie im Negativen. Der FC Bayern, wie er war, er wird mit ihm gehen. 

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