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Infantino ist neuer FIFA-Präsident

Sport - Infantino ist neuer FIFA-Präsident

Der Schweizer Gianni Infantino ist in zwei Wahlgängen zum neuen FIFA-Präsidenten gewählt worden. Der bisherige UEFA-Generalsekretär versprach den Beginn einer neuen Zeitrechnung bei der FIFA.

Beitragslänge:
1 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 25.02.2017, 19:36

Der Schweizer Gianni Infantino (45) ist zum Präsidenten des Fußball-Weltverbands FIFA gewählt worden. Der bisherige Generalsekretär der Europäischen Fußball-Union (UEFA) beerbt damit den gesperrten Joseph S. Blatter (79), der 17 Jahre lang an der FIFA-Spitze gestanden hatte.

"Die FIFA hat harte Momente hinter sich, Krisenmomente. Aber das ist jetzt vorbei", sagte Infantino: "Wir möchten den Respekt der ganzen Welt. Wir werden mit Hingabe arbeiten, so dass wir uns wieder auf dieses wundervolle Spiel konzentrieren können."

Zweiter Wahlgang bringt die Entscheidung

Der bisherige Generalsekretär der Europäischen Fußball-Union (UEFA), der nur wegen der Sperre gegen UEFA-Boss Michel Platini (Frankreich/60) für das höchste FIFA-Amt angetreten war, setzte sich im Hallenstadion im Kopf-an-Kopf-Rennen gegen seinen größten Konkurrenten Scheich Salman bin Ibrahim Al Khalifa (Bahrain/50) im zweiten Wahlgang mit der absoluten Mehrheit von 115 der insgesamt 207 Stimmen durch. Für Scheich Salman votierten nur 88 Delegierte. Der jordanische Prinz Ali bin Al Hussein (40) mit vier Stimmen und Jerome Champagne (57) aus Frankreich ohne jegliche Unterstützung in der zweiten Runde, waren chancenlos.

In der ersten Runde der Wahl des neuen FIFA-Präsidenten hatte es keinen Sieger gegeben. Keiner der vier verbliebenen Kandidaten erreichte beim außerordentlichen Kongress des Fußball-Weltverbands in Zürich die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit. Damit war zumindest ein zweiter Wahlgang nötig, in dem dann die einfache Mehrheit der 207 Delegierten zum Sieg genügte. Vom zweiten Wahlgang an scheidet jeweils der Kandidat mit den wenigsten Stimmen aus.

Als Favoriten gingen Scheich Salman bin Ibrahim al Khalifa aus Bahrain und der Schweizer Gianni Infantino in die zweite Runde. Infantino erreichte mit 88 Stimmen überraschend das beste Ergebnis vor al Khalifa, der 85 Stimmen erhielt. Prinz Ali aus Jordanien und der Franzose Jérôme Champagne galten als chancenlos. Für Prinz Ali stimmten im ersten Wahlgang 27 Delegierte, für Champagne sieben.

Große Mehrheit für Reformen

Die FIFA hat ihr Reformpaket verabschiedet. Die 207 stimmberechtigten FIFA-Mitglieder votierten in Zürich mit einer großen Mehrheit von 89 Prozent (179) für die Änderung der Statuten.

Das Paket umfasst unter anderem eine Gewaltenteilung. Es wird einen Geschäftsführer geben - und der zuvor allmächtige Präsident soll nunmehr überwiegend repräsentativ agieren. Zudem sollen die Spitzengehälter offengelegt werden.

Vorgesehen sind auch Integritäts- und Eignungschecks für alle Mitglieder des neuen FIFA-Aufsichtsrats, der künftig das Exekutivkomitee ersetzt. Inkrafttreten werden die Reformen 60 Tage nach dem Kongress.

"Alles Makulatur"

ZDF-Reporter Nils Kaben ist skeptisch, ob die Reformen der FIFA Wirkung zeigen: " Alles Makulatur, alles Schein. Eigentlich wollen alle so weitermachen wie bisher."

Die Wahl des neuen Präsidenten läuft derzeit. Es kann maximal fünf Wahlgänge geben. Wahrscheinlich ist aber, dass schon nach dem dritten Durchgang der neue Verbandsboss feststeht. Als Favoriten werden Gianni Infantino (Schweiz) und Scheich Salman bin Ibrahim al-Khalifa (Bahrain) gehandelt.

Sexwale zieht zurück

Tokyo Sexwale hat kurz vor der Abstimmung seinen Rückzug verkündet. "Ich lasse nur vier Leute übrig. Es ist euer Problem jetzt", sagte der Südafrikaner bei seiner Ansprache vor den 207 Wahl-Delegierten: "Es war eine gute Zeit für mich, ich bin bereit zu dienen, meine Kampagne ist zu Ende."

Sexwale hatte nicht einmal die Unterstützung seiner afrikanischen Heimatkonföderation.

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