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Infantino: "Der Fußball ist nicht gespalten"

Sport - Infantino: "Der Fußball ist nicht gespalten"

Der Schweizer Gianni Infantino ist neuer FIFA-Präsident. Nach der Wahl in Zürich hat er seine erste Pressekonferenz gegeben. Hier die komplette PK im Originalton.

Beitragslänge:
15 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 25.02.2017, 21:49

Der neue FIFA-Präsident Gianni Infantino sieht die Einheit des Fußballs durch seine Wahl zum Chef des Weltverbandes trotz des knappen Wahlausgangs nicht gefährdet. Dies betonte er in seiner ersten Pressekonferenz als FIFA-Präsident.

"Der Fußball ist nicht gespalten. Wir hatten heute eine Wahl, aber keinen Krieg. Es war ein Rennen, aber kein Kampf", sagte der Schweizer am Freitagabend bei seiner ersten Pressekonferenz. Er wolle die Fußball-Kontinente vereinen und sei kein "Kandidat Europas, sondern ein Kandidat des Fußballs."

Fragezeichen hinter dem künftigen Generalsekretär

Der künftige FIFA-Generalsekretär solle nicht aus Europa kommen, bekräftige Infantino. Aber er sagte auch: "Ich habe gewisse Ideen zur Position des Generalsekretärs. Wir befassen uns damit, es ist eine Entscheidung des Rats auf Vorschlag des Präsidenten. Ich möchte einen starken Generalsekretär an meiner Seite. Wir werden sehen, was die beste Wahl für die FIFA ist." Im Wahlkampf hatte er gesagt, dass dieses Amt mit ihm als Präsident erstmals ein Afrikaner ausüben werde. Infantino hatte sich in Zürich mit 115:88 Stimmen gegen Scheich Salman bin Ibrahim al Khalifa durchgesetzt. Derzeit fungiert der Deutsche Markus Kattner als Geschäftsführender Generalsekretär. Er löste den gesperrten und von der FIFA gefeuerten Franzosen Jerome Valcke ab.

Die finanziellen Probleme der FIFA sind laut Infantino kein Grund zur Sorge. Er werde neue Geldgeber akquirieren. Dann sei auch die von ihm versprochene Finanzhilfe von fünf Millionen Dollar für jedes FIFA-Mitglied in den Jahren von 2018 bis 2022 kein Problem.

Nicht nur Beifall für den Neuen

Die Wahl von Gianni Infantino zum neuen Präsidenten des skandalgeplagten Fußball-Weltverbands FIFA hat unterdessen die unterschiedlichsten Reaktionen hervorgerufen. Vor allem die Europäische Klub-Vereinigung (ECA) unter dem Vorsitz von Bayern Münchens Boss Karl-Heinz Rummenigge hat dem neuen FIFA-Chef sofort klargemacht, was ihn erwartet. Nur wenige Minuten nach der Wahl des FIFA-Kongresses erteilte die ECA den Plänen des 45 Jahre alten Schweizers für eine Mammut-WM mit 40 Mannschaften eine Absage. "Die ECA betont erneut, dass sie gegen eine Aufstockung der WM von 32 auf 40 Mannschaften ist", hieß es in einer ECA-Stellungnahme, in der dem bisherigen Generalsekretär des Europa-Verbandes (UEFA) zunächst noch für die konstruktive Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren gedankt wurde.


"Alle, die Klubs wie die nationalen und internationalen Verbände, tragen Verantwortung für die Spieler", ließ Rummenigge verlauten: "Wir haben einen Punkt erreicht, an dem wir den Spielern keine weiteren Bürden auferlegen können, sondern sie entlasten müssen. Die FIFA muss ihrer Verantwortung für die Gesundheit der Spieler Rechnung tragen."

Den Worten müssen Taten folgen

Ein anderen kritischen Punkt sprach die Bundestags-Sportausschussvorsitzende Dagmar Freitag an. "Die Hoffnung ist gering, dass sich Entscheidendes ändern wird", sagte die SPD-Politikerrin bei Sky: "Wünschenswert wäre ein Kandidat gewesen, der nichts mit den alten Seilschaften zu tun hat, aber das wäre weltfremd gewesen."


Freitag machte ihre weitere Bewertung von Infantinos Führungsarbeit bei der FIFA und der Realisierung des beschlossenen Reformpaketes abhängig. "Infantino muss jetzt zeigen, was er damit machen will. Wenn das Punkt für Punkt umgesetzt wird, ist das gut. Aber man darf nicht vergessen, dass Infantino immer noch von Leuten umgeben ist, die auch schon zum System seines Vorgängers Joseph S. Blatter gehörten."

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