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Neukirchner: "Hall of Fame" ist "für die Ewigkeit"

Direktor des Deutschen Fußballmuseums im Interview

Das Deutsche Fußballmuseum in Dortmund hat nun auch eine "Hall of Fame". zdfsport.de sprach mit Museumsdirektor Manuel Neukirchner über die Idee, die Auswahlkriterien und die Frage, wie es mit der "Hall of Fame" weitergeht.

Manuel Neukirchner vom Deutschen Fußballmuseum
Manuel Neukirchner, der Museumsdirektor des Deutschen Fußballmuseums
Quelle: DFM/Kobow

zdfsport.de: Wann entstand die Idee, eine "Hall of Fame" zu entwickeln?

Manuel Neukirchner: Die Idee einer "Hall of Fame" hatten wir von Anfang an. Jetzt, drei Jahre nach Eröffnung des Deutschen Fußballmuseums in Dortmund, haben wir Zeit, Raum und Gelegenheit, die größten Persönlichkeiten des deutschen Fußballs auch in einem würdigen Rahmen an einem dauerhaften Ort zu präsentieren. Die Ruhmeshalle wird Teil der Dauerausstellung; und die Inszenierung hochmodern und dennoch in einer zeitlosen Ästhetik mit einem künstlerischen und medialen Konzept realisiert. Am Ende wird eine Lichtkunstinstallation eine magisch anmutende Darstellung schaffen, in dem sich die Gesichter der Spieler und Trainer mythisch durch den Raum bewegen. Dazu wird es Medienstationen mit Daten und Fakten geben. Eröffnet wird die "Hall of Fame" des deutschen Fußballs im April 2019.

Was sind die Bedingungen, um in die "Hall of Fame" aufgenommen zu werden?

Neukirchner: Die 26 Jurymitglieder waren zunächst aufgerufen, eine persönliche Vorschlagsliste einzureichen. Genannt werden durften Fußballer deutscher Herkunft, deren Karriereende mindestens fünf Jahre zurückliegt. Insgesamt sind 92 verschiedene Spieler und 18 Trainer genannt worden. Aus allen eingegangenen Vorschlägen ergab sich für die finale Abstimmung in der Jurysitzung eine Shortlist mit 26 Spieler- und drei Trainernamen. Einziges Kriterium dabei war die Häufigkeit der Nennungen.

Warum ist diese "Hall of Fame" auf elf Spieler plus Trainer beschränkt?

Niemand beschränkt die "Hall of Fame". Die jetzt gewählten Spieler bilden mit Trainer Sepp Herberger ja nur die erste Elf der Ruhmeshalle. Sie ist für die Ewigkeit - und entsprechend unbegrenzt erweiterbar. Die Jury aus führenden Sportjournalisten des Landes entscheidet im jährlichen Rhythmus über weitere Neuaufnahmen aus dem Männer- und Frauenfußball.

Wie wurde die Jury ausgewählt?

Wir haben die Sportchefs der deutschen Leitmedien angesprochen. In dieser hochkarätigen Jury sind Menschen und Medienhäuser aus allen Gattungen zusammengeführt. Insgesamt haben sich 25 Chefredakteure aus Print, TV und Hörfunk beteiligt. Für das Deutsche Fußballmuseum habe ich meine Stimme eingebracht, so dass insgesamt 26 Personen an der Wahl beteiligt waren.

Wie verläuft die Auswahl neuer Spieler in die "Hall of Fame"?

Die von der Jury gewählte "Erste Elf" und der Trainer sind die Gründungsmitglieder der "Hall of Fame" des deutschen Fußballs. Hier war uns die Ausgewogenheit wichtig. Wir wollten, dass Spieler aus allen Mannschaftsteilen vertreten sind. Bei den zukünftigen Aufnahmen wird es aber möglich sein, dass z.B. zwei Stürmer Eingang finden, ohne dass im gleichen Jahr auch Abwehrspieler berücksichtigt werden. Die genaue Anzahl an jährlichen Neuaufnahmen gilt es noch zu definieren, wird aber nicht über fünf hinausgehen. Natürlich werden auch weitere verdiente Trainerpersönlichkeiten in die "Hall of Fame" gewählt. Es gibt auf allen Positionen zahlreiche Kandidaten, die es auch jetzt schon verdient hätten.

Gibt es eine maximale Größe der "Hall of Fame" oder ist sie unbegrenzt?

Solange sich die Fußballgeschichte fortschreibt und sie immer wieder herausragende Spieler- und Trainerpersönlichkeiten hervorbringt, wird auch die "Hall of Fame" Zuwachs bekommen. Die Inszenierung im Deutschen Fußballmuseum ist so angelegt, dass wir flexibel reagieren können. Es gibt kein Platzproblem.

Wird es auch eine Frauen-Elf geben?

Ja, natürlich. Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des ersten Titelgewinns der deutschen Frauen-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft 1989 in Deutschland wählt die Jury im kommenden Jahr auch eine weibliche "Hall of Fame"-Gründungself. Dazu hat sich die Jury sehr bewusst entschieden.

Gibt es Ausschlusskriterien?

Ausschlusskriterien zu beschließen und anzuwenden, ist Bestandteil der Diskussion und Beurteilung in der Jury. Hier werden immer der Einzelfall betrachtet und die Umstände abgewogen.

Das Interview führte Martin Hahn

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