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Der Jugendstil weist den Weg

Die Nationalmannschaft nach dem 3:0 gegen Russland

Zumindest eine Halbzeit lang hat die deutsche Nationalmannschaft beim 3:0 gegen Russland mit Spielwitz, Tempo und Kreativität überzeugt. Die junge Garde zahlt das Vertrauen zurück - und ihr gehört in der DFB-Auswahl wohl auch die Zukunft.

Kai Havertz (r.) gegen Daler Kuzyaew (l.)
Kai Havertz (r.) gegen Daler Kuzyaew (l.)
Quelle: ap

Stanislaw Tschertschessow ist ein sehr höflicher Herr. Und der russische Nationaltrainer hatte nach der 0:3-Niederlage aus seiner Sicht ja schon alles gesagt, als er vom Podium der Pressekonferenz den lässig an der Heizung lehnenden Joachim Löw entdeckte.

Tschertschessow, aus gemeinsamen Zeiten in Innsbruck mit dem Bundestrainer bekannt, wollte seinen Platz räumen, trug aber auf Deutsch noch einen Wunsch für den Kollegen vor: "Frankreich soll gegen Holland gewinnen, oder? Dann schlägt Deutschland noch Holland - und alles ist gut."

Das Nichtabstiegsszenario

Damit hatte Tschertschessow ein Szenario beschrieben, dass der deutschen Nationalmannschaft tatsächlich noch den Verbleib in der A-Kategorie sichern würde.

Sollten die Niederländer heute (20.45/RTL) in Amsterdam gegen den Weltmeister verlieren und dann auch noch am Montag (20.45 Uhr) in Gelsenkirchen sich gegen Deutschland eine Niederlage einhandeln, dann wäre für die DFB-Auswahl wenigstens der Jahresabschluss eines ziemlich verkorksten Länderspieljahres 2018 gelungen.

Joachim Löw beschrieb seine Sicht der Dinge zum Hochgeschwindigkeitsfußball der ersten Halbzeit fast schon staatsmännisch. "In der ersten Halbzeit haben wir ein sehr gutes Tempo gespielt. Wir haben versucht, die erste und zweite Reihe der Russen zu überspielen und eine Dynamik aufzubauen. Zwei der drei Tore waren sehr gut herausgespielt."

Endlich vorne auch effizient

Die Treffer von Leroy Sané (8.) und Serge Gnabry (40.) legten Zeugnis ab, dass die jungen Wilden auch effizient sein können. Löw sagte ja, er habe von der Offensive "den Killerinstinkt" sehen wollen.

Den bewies auch der umsichtige Abwehrchef Niklas Süle, der freistehend nach einer Ecke das 2:0 (25.) besorgte. Der Defensivmann ist froh, dass er nicht selbst gegen einen solch rasanten Sturm wie den deutschen antreten muss, der aus "drei Mopeds" bestehen würde.

Keine Ensatzgarantie

Gleichwohl wollte Löw den Sprintern Sané, Gnabry und Timo Werner keine Einsatzgarantie für den Montag aussprechen. Es gebe ja noch einen Marco Reus, der bei Gesundheit immer ein Thema ist, "einen Julian Brandt, einen Thomas Müller".

Doch gerade Letzterer wirkte nach seiner Einwechslung im Abschluss mal wieder glücklos; es mehren sich die Indizien, dass die Einsatzzeiten auch dieses im Verein nicht mehr unumstrittenen Weltmeisters auch in der Nationalmannschaft weniger werden, wenn auch gegen die Niederlande Müllers 100. Länderspieleinsatz bevorsteht.

Löw: Nicht zu spät dran

Löw negierte die berechtigte These, dass er den Erneuerungsprozess doch eigentlich schon vor der WM hätte einleiten müssen. "Wir haben bei der WM negative Erfahrungen gemacht, aber wir hatten vorher alle zehn Spiele in der Qualifikation gewonnen. Im Nachhinein ist so etwas immer einfach zu sagen."

Doch Löw kommt um die Erkenntnis nicht umhin, dass es gegen die russische Verlegenheitself ausreichte, mit Manuel Neuer und Matthias Ginter nur noch zwei Weltmeister in die Startelf zu stellen.

 Grindel: Abstieg verschmerzbar

DFB-Präsident Reinhard Grindel gefiel es, wie Jungen auftraten. "Sie spielen unbekümmert. Dieses Gesicht der neuen Mannschaft entwickelt sich jetzt langsam. Für den Löw-Vorgesetzten wäre ein Abstieg aus der Nations League zu verschmerzen; daher sei es wichtig, dass das Team auch am Montag "wieder so ein gutes Gesicht zeigt".

Und es braucht Ideengeber, die die Bälle in die Spitze passen. In dieser Hinsicht empfahl sich Kai Havertz für weitere Einsätze, so dass das Fehlen des erst heute  nachreisenden Toni Kroos gar nicht weiter ins Gewicht fiel. Das Toptalent von Bayer Leverkusen, defensiv wie offensiv befähigt, mit rechts wie links ballsicher, zeigte beim Startelfdebüt im zweiten Länderspiele eine so reife Leistung, dass Löw um ein Sonderlob gar nicht herum kam: "Für 19 Jahre ist er sehr weit, weil er eine gute Ballbehandlung und Übersicht hat. Natürlich kann man sich gut vorstellen, dass er ein Schlüsselrolle einnimmt."

Havertz‘ Darbietung überzeugte die Mitspieler so sehr, dass ihn Joshua Kimmich sogar als möglichen Neuzugang des FC Bayern ins Spiel brachte.

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