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Schulz: Erstes Länderspiel, erstes Tor

Fußball: Deutschland gegen Peru in Sinsheim

Nico Schulz hat der deutschen Nationalmannschaft den ersten Sieg nach dem WM-Debakel beschert. Der Debütant erzielte in der Schlussphase das entscheidende Tor zum 2:1 über Peru.

Länderspiel: Deutschland - Peru
Der Debütant hat getroffen: Nico Schulz nimmt Glückwünsche von Thomas Müller entgegen.
Quelle: Arne Dedert / dpa

Die Südamerikaner waren zunächst durch Luis Advincula in Führung gegangen (22.). Daran war der in Hoffenheim unter Vertrag stehen Schulz nicht ganz unschuldig. Nur drei Minuten später glich Julian Brandt nach Pass von Toni Kroos mit einem feinen Lupfer aus. In der 85. Minute machte Schulz seinen Fehler wieder gut. Mit etwas Glück und der Mithilfe von Perus Keeper Gallese gelang ihm der Siegtreffer.

Jeder Sieg tut uns gut.
Julian Brandt

Drei Tage nach dem 0:0 beim Nations-League-Auftakt gegen Weltmeister Frankreich egalisierte Bundestrainer Joachim Löw nach DFB-Angaben mit seinem 167. Einsatz als Bundestrainer die Rekordmarke von Sepp Herberger. Der Auftritt des deutschen Teams war eher durchwachsen und nicht wirklich ein Fortschritt. Eine miserable Chancenverwertung und schwere defensive Mängel trübten drei Tage nach dem ermutigenden 0:0 gegen Weltmeister Frankreich die Woche des Neustarts nach dem WM-Aus.

"Ich bin froh, dass wir das Spiel gewonnen haben. Man hat gespürt, dass wir den Sieg gewollt haben. Das Tor war ein wenig glücklich. Auf der anderen Seite haben wir in der ersten Halbzeit viele Chancen liegen gelassen", sagte Löw nach dem Spiel bei RTL. Torschütze Brandt stellte "eine gewisse Unsicherheit" fest. "Aber grundsätzlich haben wir ein gutes Spiel gemacht. Es war nicht alles Gold was glänzt. Aber jeder Sieg tut uns gut."

Hohes Pressing

Nach dem kompakten Auftritt gegen Weltmeister Frankreich hatte Löw "mehr Mut" und "spielerische Elemente" gegen den Weltranglisten-20. aus Südamerika gefordert. Und die DFB-Auswahl hielt sich zunächst an die Vorgaben des Bundestrainers, agierte deutlich offensiver und kam in einem unterhaltsamen Spiel durch hohes Pressing zu schnellen Ballgewinnen. Dabei war das Bemühen erkennbar, schneller zum Torabschluss zu kommen.

Allerdings erwies sich die Chancenverwertung einmal mehr als großes Manko, insbesondere Marco Reus ließ bei seinem 45-minütigen Auftritt einige gute Tormöglichkeiten ungenutzt. Auf fünf Positionen hatte Löw sein Team verändert, das aus dem Frankreich-Spiel bewährte System mit drei zentralen Mittelfeldspielern blieb aber.

Gündogan zieht die Fäden im Mittelfeld

Joshua Kimmich agierte wieder auf der Sechs, davor kurbelten Toni Kroos und Ilkay Gündogan das Spiel an. Gündogan - für Leon Goretzka in die Startelf gerückt - wirkte wie befreit und zeigte zumindest im ersten Durchgang eines seiner besseren Spiele im DFB-Dress. Gündogan war es auch, der nach 110 Sekunden die erste Großchance von Reus einleitete, allerdings war der Gäste-Keeper auf dem Posten. Ähnlich glücklos agierte Reus bei zwei weiteren guten Gelegenheiten im ersten Durchgang (20. und 21.). Mehr hätte auch bei einem Kopfball von Matthias Ginter (13.) herausspringen müssen, ebenso wie bei den Chancen von Timo Werner (35.) und Gündogan (38.).

Effizienter waren da die Peruaner, die ihre einzige Chance im ersten Durchgang eiskalt ausnutzten. Dabei machte Debütant Schulz bei seinem Heimspiel in Sinsheim keine gute Figur. Erst verlor der Hoffenheimer den Ball, dann verteidigte er gegen Advincula schlecht, der schließlich auch noch Marc-André ter Stegen mit dem Schuss ins kurze Toreck düpierte. Der Barcelona-Keeper durfte anstelle von Manuel Neuer zwischen die Pfosten.

Der viermalige Weltmeister zeigte aber schnell eine Reaktion. Mit etwas Glück gelangte der Ball über Kroos zu Brandt, der zum Ausgleich traf. Für den Offensivspieler war es das zweite Tor im 20. Länderspiel. Vorausgegangen war aber wieder ein schneller Ballgewinn durch Ginter in der gegnerischen Hälfte.

Wechsel hemmen den Spielfluss

Dass es ein schmaler Grat ist zwischen defensiver Stabilität und offensiver Spielinterpretation, zeigte sich zu Beginn der zweiten Halbzeit, als es im deutschen Team einen Rückfall in die fehlerhaften Muster von der WM in Russland gab. Teilweise konfus agierte die DFB-Hintermannschaft, als Peru durch Raul Ruidiaz (48.), Pedro Aguino (53.) und dem Ex-Schalker Jefferson Farfan (58.) zu drei guten Gelegenheiten kam. Auf der Gegenseite ließ Werner eine Hundertprozentige liegen (55.).

Es ist toll, für die Nationalamnsnchaft zu spielen.
Nico Schulz

Mit zunehmender Spieldauer wirkte das deutsche Spiel fahriger, ohne Linie und ohne Struktur. Auch die vielen Wechsel hemmten den Spielfluss. Löw nutzte das volle Wechselkontingent und gab Antonio Rüdiger, Julian Draxler, Nils Petersen, Thilo Kehrer, Thomas Müller und Kai Havertz Einsatzzeit. Der Neu-Pariser Kehrer, der sich gut einbrachte, und Havertz waren neben Schulz die weiteren Debütanten am Abend. Und Schulz durfte sich sogar für sein Siegtor feiern lassen. "Es ist toll, für die Nationalamnsnchaft zu spielen, vor allem in unserem Stadion. Schön ist vor allem, dass wir gewonnen haben. Mein Tor war ein wenig glücklich", sagte Schulz.

Im Oktober geht es für das DFB-Team in der Nations League mit den schweren Auswärtsspielen in Amsterdam gegen die Niederlande sowie in Paris gegen Frankreich weiter.

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