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Die brüchige Achse

Fußball - Nations League: Frankreich - Deutschland

Beinahe manisch hält Bundestrainer Joachim Löw an einigen Weltmeistern fest. Aber vor dem Nations-League-Auswärtsspiel in Frankreich (Dienstag 20.45 Uhr) sind Veränderungen auch auf Schlüsselpositionen unausweichlich – dafür sind die Leistungsträger auf allen Ebenen zu angreifbar geworden.

Nations League - Training der deutschen Mannschaft am 12.10.2018
Nations League - Training der deutschen Mannschaft am 12.10.2018 Quelle: reuters

Die Verkehrsverbindungen zwischen Amsterdam und Paris sind fürwahr exzellent. Der Schnellzug zwischen beiden Metropolen benötigt weniger als dreieinhalb Stunden, der Charterflieger begnügt sich mit 75 Minuten. Dass der Reisetross der deutschen Fußball-Nationalmannschaft sich am Montagvormittag für die letzte Transportmöglichkeit entscheiden würde, um nach dem vermasselten Auftritt in den Niederlanden (0:3) nun zum zweiten Auswärtsspiel im Rahmen der neu erschaffenen Nations League in Frankreich (Dienstag 20.45 Uhr) zu kommen, stand lange fest.

Aber eine Zugfahrt wäre vielleicht nicht nur lustiger, sondern auch erkenntnisreicher gewesen. Auf die Frage hin, ob die Achsen der DFB-Auswahl noch halten. "Achsbruch in Amsterdam" diagnostizierte die Deutsche Presseagentur (dpa). Joachim Löw hatte sich auf gealterte Leistungsträger von der WM 2014 gestützt – und diese Maßnahme im Nachgang vehement verteidigt. Niemand werde nach dem "war-Zustand" beurteilt, beteuerte der Bundestrainer. "Es ist wichtig, dass wir in der Mannschaft eine gute Mischung zwischen Erfahrung und Jugend haben. Man braucht ein paar Spieler mit dieser Erfahrung."

Süle kommt wohl für Boateng

Aber nicht, wenn sie wie im Fall Jerome Boateng ein beinahe Mitleid erregendes Bild abgaben. Früh hatte der Münchner Abwehrriese eine Blessur an der Wade erlitten, ausgewechselt wurde er nicht. Am Ende schleppte sich der 30-Jährige wie ein Ritter der traurigen Gestalt angeschlagen über den Rasen – am Sonntag verließ er vorzeitig das deutsche Quartier. Der Profi des FC Bayern steckt erkennbar in einer Krise, die seiner körperlichen Verfassung geschuldet ist.

Seinen Part dürfte nun Niklas Süle einnehmen. Der gebürtige Frankfurter wird auch beim FC Bayern nicht mehr als Innenverteidiger Nummer drei gehandelt. Wäre der 23-Jährige noch einen Tick beweglicher, müsste man sich um die deutsche Deckung noch weniger Sorgen machen. Und im Hintergrund lauert auch noch Jonathan Tah, 22, der von der U21-Nationalmannschaft zum A-Team stieß.

Hummels macht sich angreifbar

Dummerweise ist der Auftritt beim Weltmeister aber kein Experimentierfeld, sondern eher ein Entscheidungsspiel. Daher wird Löw auf zwei weitere Stützen kaum verzichten: Mats Hummels, 29, und Manuel Neuer, 32, dürften erneut das Vertrauen erhalten. Aber selbst der Klassensprecher und der Kapitän sind intern nicht mehr unumstritten. Es ist ein offenes Geheimnis, dass der oft sehr kritische Ansatz des Abwehrspielers Hummels bei der öffentlichen Aufarbeitung nicht immer gut ankam.

Nun verstieg sich der Charakterkopf Hummels zur steilen These, mal besonders unkritisch sein zu dürfen. Seine Behauptung nach dem Nackenschlag: "Rein spielerisch haben wir vieles gut gemacht, hatten eine gute Mentalität und Einstellung auf dem Platz. Es war nicht sehr gut, es war auch nicht perfekt, aber es war auch nicht schlechter als der Gegner." Welches Spiel hatte der Abwehrchef erlebt?

Neuer vermeidet Klartext

Auch der Keeper jedoch redete keinen Klartext. Neuer war hinterher genauso am Beschönigen wie Hummels. Weil er intern angreifbar geworden ist? Der eine oder andere soll sich hinter verschlossenen Türen sehr wohl daran gestoßen haben, wie lange Löw seiner Nummer eins vor der WM die Tür offen gehalten hatte. Ohne ein Pflichtspiel im Kalenderjahr aus der kalten Hose bei solch einem Turnier aufzulaufen, dass muss einer erstmal schaffen.

Sowohl Hummels als auch Neuer haben beim 0:1-Gegentreffer gegen die Niederlande keine gute Figur abgegeben, aber wie jeder die Schuld auf die Mitspieler abwälzte, wirkte irritierend. "Eine Mitschuld habe ich auf jeden Fall", meinte Neuer. Mehr nicht? Sein Stellvertreter ist Marc-Andre ter Stegen, längst anerkannter Stammtorhüter beim FC Barcelona. Es wird Zeit, dem 26-Jährigen in der Nationalmannschaft mehr Spielpraxis zu geben. Nur zur Erinnerung: Auch dank seiner Paraden hat Deutschland 2017 den Confed Cup gewonnen. Ist gar nicht so lange her.

Müller und Kroos fehlt die Leichtigkeit

Viele Beobachter fragen sich, warum mit Julian Brandt eine weitere Confed-Cup-Stütze nicht häufiger eingesetzt wird. Und dann ist ja auch noch der junge Leroy Sané, der allein mit seinem Tempo ein Merkmal besitzt, das ihn von seinen Mitspielern abhebt. Auf der Außenposition hat Thomas Müller seinen Bonus aufgebraucht. Dem 29 Jahre alten Münchner sind Leichtigkeit und Abschlussstärke abhanden gekommen. "Angekratztes Selbstbewusstsein" sei offensichtlich, sagte Löw in Richtung Müller, der gegen Frankreich wohl eine Denkpause erhält.

Dies dürfte kaum für Toni Kroos gelten, der fünfte aus dem Weltmeister-Bunde, den der Bundestrainer bislang mit dem Stammspieler-Status versehen hat. Der Taktgeber von Real Madrid ordnete in der entscheidenden Phase nicht das deutsche Spiel, auch wenn der 29-Jährige kraft seiner fußballerischen Klasse das jederzeit könnte. Aber auch ihm mangelte es in der Amsterdam Arena erkennbar an Selbstkritik. Immerhin hatte er die richtige Losung für die Aufgabe im Stade de France parat: "Wir müssen uns aufrichten. Wenn du in dieses Spiel ohne Selbstvertrauen gehst, wirst du nichts gewinnen."

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