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Kampf der Kulturen

Bundesliga-Relegation: Wolfsburg - Braunschweig

Identischer Geldgeber, konträre Philosophien: Die Relegationsspiele zur Bundesliga führen mit dem VfL Wolfsburg und Eintracht Braunschweig zwei niedersächsische und nicht gerade befreundete Nachbarn zusammen. Alles zum Spiel hier im Liveticker.

Wolfsburg - Braunschweig

Der erste Reflex von Domi Kumbela passt perfekt ins Bild. Natürlich wurde auch der bullige Stürmer von Zweitligist Eintracht Braunschweig gefragt, was er denn wohl vom VfL Wolfsburg hält. „Viel Geld, viele Stars. Aber wir sind Braunschweiger. Da müssen wir dann durch“, findet Kumbela. Seit Tagen wird bundesweit und vor allem im niedersächsischen Fußball durchgerechnet: Kann ein kleiner Klub wie die Eintracht wirklich seinen so wohlhabenden Nachbar zu Fall bringen? Der bisher sehr großzügige Saisonetat des VfL von bis zu 100 Millionen Euro soll im Fall des Abstiegs auf rund 60 Millionen Euro reduziert werden. Eine solche Summe wäre immer noch das Dreifache dessen, womit Braunschweig sein Glück in der 1. Liga versuchen würde.

Leidenschaft trifft Ratlosigkeit

Das Pendant zu Kumbela heißt Mario Gomez. Der Mann ist ein erfahrener Stürmer und Nationalspieler. Dass allein schon sein Marktwert den gesamten Braunschweiger Saisonetat übersteigt, gehört zu den vielen Kuriositäten rund um eine Begegnung, die von echten Fans auch zum Kampf der Fußball-Kulturen erklärt wird. Die Eintracht, deutscher Meister von 1967, ist sehr stolz und leidenschaftlich. „Es ist unglaublich, wie sehr man diesen Verein lieben kann“, sagt Cheftrainer Torsten Lieberknecht, der es mit Braunschweig 2013 bis in die 1. Liga geschafft – um dann gleich wieder abzusteigen.

Jetzt bekommen wir das, was wir verdienen – eine Extrarunde.
Mario Gomez, VfL Wolfsburg

Auf Wolfsburger Seite fragen sich unterdessen alle Beteiligten, wie der VfL nach 20 Jahren in Serie in der höchsten deutschen Spielklasse so in Not geraten konnte. „Jetzt bekommen wir das, was wir verdienen – eine Extrarunde“, findet Torjäger Gomez. Wenn er erklären soll, warum Wolfsburg überhaupt gegen Braunschweig antreten muss, schüttelt er bedenklich häufig und resigniert den Kopf.

Duell der beiden VW-Vereine

Der Neid und die Missgunst, die zwischen Wolfsburg und Braunschweig im Spiel sind, haben nicht nur mit lokaler Rivalität zu tun. Dass der Volkswagen-Konzernen beiden Vereinen monetären Rückenwind beschert, macht die am Donnerstag und Montag (Anpfiff jeweils 20.30 Uhr) anstehenden Relegationsspiele besonders knifflig. Die VfL Wolfsburg Fußball GmbH ist ein Tochterunternehmen des Autobauer-Konzerns.

Eintracht Braunschweig freut sich, die VW-Tochter Seat und die VW-Leasinggesellschaft Financial Services als Sponsoren zu haben. Die Sorge, dass der Hauptgeldgeber eine Stallorder herausgibt und Einfluss auf Klassenerhalt oder Aufstieg nimmt, bleibt im Bereich der Spekulationen. „Wir sind so ehrgeizig, dass wir in keiner Weise Rücksicht nehmen dürfen“, meint Marc Arnold, der Braunschweiger Sportdirektor.

Eine Chance und eine Strafe

Das Gute an der schlechten Position des VfL Wolfsburg ist: Kurz vor dem Saisonfinale hat sich VW deutlich positioniert. „Wir lassen keine Tochter fallen“, lautet die klare Ansage von Francisco Javier Garcia Sanz. Der Spanier gehört zum VW-Vorstand und ist Aufsichtsratsvorsitzender des VfL. Er macht Mut für die Zukunft und erinnert doch an die Option 2. Liga. Als vermeintlich haushoher Favorit kann Wolfsburg gegen Braunschweig streng genommen nur verlieren.

Die Verunsicherung ist deutlich zu spüren. Und wie sagt es Braunschweigs unbekümmerter Offensivspieler Julius Biada so schön? „Wir müssen nicht, wir dürfen diese Spiele bestreiten.“ Während Braunschweig nach dem verpassten Direktaufstieg dankbar für eine zweite Chance ist, fühlt sich die mit internationalen Stars gespickte Wolfsburger Mannschaft so, als ob sie in die Relegation strafversetzt worden ist.

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