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Die "Doppelbestrafung" auf dem Prüfstand

Sport - Die "Doppelbestrafung" auf dem Prüfstand

Der neue FIFA-Präsident Gianni Infantino möchte das ramponierte Image des Weltverbandes aufpolieren. Doch wie ernst meint es der Schweizer mit den geplanten Reformen?

Beitragslänge:
1 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 01.03.2017, 10:23

Wenn die Regelhüter der International Football Association Board (IFAB) von Freitag bis Sonntag  in Cardiff über Neuerungen im Fußball entscheiden, stehen brisante Themen wie die Einführung des Videobeweises und die umstrittene Doppelbestrafung auf dem Prüfstand. Auch das aktuelle sportstudio (Sa., 23 Uhr) wird sich ausführlich damit beschäftigen.

Arjen Robben persönlich wird wohl eher nicht das Thema sein, wenn sich der International Football Association Board (IFAB) am Wochenende im The St. David’s Hotel & Spa in Cardiff trifft.

"Der fliegende Holländer“, wie der Außenstürmer des FC Bayern ob seiner Fallsucht auch genannt wird, spielt aber bei dem Kongress zumindest indirekt eine wichtige Rolle. Denn neben wirtschaftlichen und organisatorischen Dingen geht es dort eben auch um eine Regel, die den Fußball schon seit ihrer Einführung im Jahr 1990 beschäftigt und bei der es um die Bestrafung nach einer Notbremse im eigenen Strafraum geht.

Diskussion wird immer wieder neu entfacht

Wie zum Beispiel am 10. Februar in Bochum, als die Diskussion um eine vermeintliche Schwäche im Regelwerk des Fußballs neu befeuert wurde. Bayern-Star Robben hob in der 43. Minute nach einem leichten Kontakt mit VfL-Verteidiger Jan Simunek in bekannter Schauspielermanier ab, was der Partie die entscheidende Wende gab: Rot für Simunek, Elfmeter und die Führung für München - der bis dahin erstaunlich mutige Zweitligist war geschlagen, am Ende hieß es 0:3.

Debatten um die sogenannte Doppel- oder Dreifachbestrafung hatte es natürlich schon früher gegeben. Wer als Verteidiger im eigenen Strafraum eine klare Torchance des gegnerischen Angreifers per Foul verhindert, kassiert einen Elfmeter und sieht Rot, so besagt es die Regel Nr. 12 der FIFA aus eben dem Jahr 1990. Da ein Platzverweis zwingend eine Sperre von mindestens einem Spiel nach sich zieht, kommen drei Strafen zusammen.

Umstrittene Regel

"Diese Regel sollte man überdenken", findet nicht nur Weltkeeper Manuel Neuer. Torhüter sind naturgemäß am häufigsten betroffen von der Dreifachbestrafung, wenn sie den gegnerischen Stürmer ummähen, passiert das meist im Strafraum und als letzter Mann.

Dass der aus acht Mitgliedern bestehende IFAB – vier von der FIFA, darunter möglicherweise der neue FIFA-Boss Gianni Infantino, sowie je ein Vertreter der Verbände aus England, Nordirland, Schottland und Wales – am 5. März in Cardiff die seit jeher umstrittene Regel kippen wird, ist dennoch nicht zu erwarten. Für eine Regeländerung braucht es eine Mehrheit von sechs Stimmen – wie etwa im Jahr 1871, als der Board darüber befand, dass nur der Torwart die Hand benutzen darf. 1950 bestimmte das Gremium übrigens, dass Fußball nur noch mit Schuhen gespielt werden darf, und 1992 führte es die Rückpassregel ein.

Bald vier Wechsel möglich?

Diesmal steht neben der besagten Dreifachbestrafung der Einsatz von Strafbänken sowie die mögliche Zulassung eines vierten Wechsels in der Verlängerung auf der Agenda. Auf die Strafbank sollen "Meckerprofis“, die Schiedsrichterentscheidungen heftig kritisieren, und zwar für zehn Minuten, nachdem sie die "weiße Karte“gesehen haben.

Zuletzt hatten die IFAB-Direktoren Anfang Januar eine "starke Empfehlung“ ausgesprochen, Tests für einen Videobeweis zu beschließen. Die Bundesliga hat sich bereits für eine ab der kommenden Saison 2016/17 geplante Testphase beworben.

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