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Ancelottis Klimawandel

Carlo Ancelotti, Trainer Bayern München

Sport - Ancelottis Klimawandel

Erst seit wenigen Wochen ist Pep Guardiola nicht mehr Cheftrainer des FC Bayern München, schon kommt er zurück. Für ein Testspiel seines neuen Vereins Manchester City gegen Nachfolger Carlo Ancelotti.

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Schon kurz nach dem Antritt des Bayern-Trainers Carlo Ancelotti werden viele Unterschiede zu Pep Guardiola deutlich. An diesem Mittwoch kehrt der bisherige Münchner Coach mit seinem neuen Verein Manchester City nach München zurück. Ein Test als direkter Vergleich.

Carlo Ancelotti hat sich früh zu erkennen gegeben. „Lange Frage, kurze Antwort“, sagte er einmal, als er seine erste Pressekonferenz als Trainer des FC Bayern gab. Es folgte ein ähnlich prägnanter Satz wie zuvor nach den anderen Fragen. Einer dieser prägnanten Sätze lautete: „Ich bin nicht hier, um eine Revolution zu starten.“

Ancelotti - sportlich und ruhig

An diesem Mittwoch, neun Tage nach seiner Vorstellung, wird Ancelotti wieder in der Münchner Arena sein. Diesmal wird noch mehr als ohnehin darauf geachtet werden, was ihn von Pep Guardiola unterschiedet. Mit seinem Vorgänger ist Ancelotti ja gewissermaßen zum direkten Vergleich verabredet, beim Test zwischen dem FC Bayern und Guardiolas neuem Klub Manchester City.

Dass sie sehr unterschiedliche Typen und Charaktere sind, ließ sich schon in den ersten Tagen beobachten. Zum Beispiel am Samstag beim ersten Testspiel der Bayern mit Ancelotti bei Karl-Heinz Rummenigges Heimatverein SV Lippstadt 08, ein Oberligist. Ancelotti stand anders als Guardiola nicht im feinen Zwirn in seiner Coachingzone, sondern im Trainingsdress. Und anders als Guardiola gestikulierte der Italiener auch nicht fortwährend, sondern beobachtete meist ruhig und mit verschränkten Armen das Geschehen.

Wunderbar - und ehrgeizig

„Er ist ein cooler Bursche, sehr menschlich mit einem großen Herz“, hat Vorstandschef Rummenigge in Lippstadt über Ancelotti gesagt, „wir haben einen wunderbaren Trainer geholt.“ Doch unterschätzen sollte man diesen Trainer trotz der ruhigen und warmen Ausstrahlung wohl besser nicht, schon gar nicht in Sachen Ehrgeiz. Dass er schon ziemlich gut Deutsch sprechen kann, deutet an, wie ausgeprägt dieser ist. Und er dürfte sich auch sehr dafür interessieren, den Champions-League-Titel zu gewinnen, der Guardiola in seinen drei Münchner Jahren versagt geblieben war.

Auch im Training fallen die Unterschiede auf: mehr Fluss, weniger Unterbrechungen, vor allem schlichtere Übungen. Es wirkt beinahe, als wolle Ancelotti das Spiel gezielt vereinfachen, eine klare Linie vermitteln, vielleicht etwas defensiver, aber zielgerichteter. Und er will das Miteinander fördern. „Das Wichtigste ist der Teamgeist. Ich möchte, dass meine Spieler auf den Platz gehen und versuchen, miteinander zu spielen und sich gegenseitig zu helfen. Das ist der Schlüssel zum Erfolg, nicht das System“, sagte er bereits. Einander nahe sein – das war kein Schwerpunkt Guardiolas.

Ancelotti ist anders

„Er ist ein anderer Typ“, sagte Philipp Lahm über seine ersten Eindrücke zu Ancelotti. Der Kapitän war Guardiolas Musterschüler, geprägt war ihr Verhältnis von einer hohen gegenseitigen Wertschätzung. Wenn Lahm nun über Ancelotti spricht, muss er aufpassen, dass kein abwertender Zungenschlag reinkommt. Lahm sagt: „Alle Trainer haben verschiedene Charaktere.“ Allein dadurch sei der Umgang schon etwas anders. Und als Spieler sei man „vielleicht wieder etwas fokussierter im Training, weil es etwas Neues ist.“

Lahm klingt positiv bis wertfrei-diplomatisch. Aber was sollen die Spieler auch sagen, erst recht nach so kurzer Zeit? Oder nach nur einem kurzen Treffen, wie Thomas Müller? Der Nationalspieler befand danach: „Ein sehr erfahrener Mister, der sehr souverän auftritt, aber auch Entspannung und Vorfreude auf seinen Job bei Bayern ausgestrahlt hat. Er hat auf mich so gewirkt, wie es seine Titelsammlung aussagt und wie er auch bei den anderen Klubs rübergekommen ist.“

Keine Angst vor einem Vergleich

In Lippstadt hat sich auch Sven Ulreich geäußert, und seine Einlassung erzählte vor allem von einem Klimawandel unter Ancelotti. „Der Umgang ist locker. Das tut der Mannschaft gut“, sagte der Ersatztorwart. Auch das klang nach einem der vielen Vergleiche derzeit. Ancelotti dürften diese kaum aus der Ruhe bringen. Auch nicht, wenn Guardiola nun nach München zurückkehrt.

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