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Junge Gesichter und alte Bekannte

Sport - Junge Gesichter und alte Bekannte

Angreifer Serge Gnabry wechselt am letzten Tag der Transferperiode von Arsenal zu Werder Bremen. Der 21-jährige Olympia-Held hatte neben Bremen zahlreiche Angebote vorliegen.

Beitragslänge:
1 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 31.12.2016, 19:28

Der Boom auf dem Transfermarkt ist ungebrochen - erstmals hat die Bundesliga über eine halbe Milliarde Euro für Neuzugänge ausgegeben. Für das Transferminus stehen hauptsächlich die Hamburger Kühne- und die Leipziger RB-Millionen gerade. Dafür gibt es viele hoffnungsvolle Talente und alte Bekannte aus aller Welt zu sehen.

Serge Gnabry hatte Glück – er bekommt bei Werder Bremen seine Wunschrückennummer. Dass  die noch frei war, ist bei vierzehn neuen Spielern im Kader keine Selbstverständlichkeit Die 29 trug an der Weser auch Per Mertesacker, mit dem der Silbermedaillengewinner von Rio  bis vor kurzem bei Arsenal London kickte.

Hektik bis zum Schluss

Gnabry war einer der letzten Neuzugänge der Bundesliga, die sich  gestern bei ihren neuen Klubs vorstellten. Am letzten Tag der Transferperiode meldeten die Pressestellen der Klubs noch einmal hektische Betriebsamkeit. Insgesamt verzeichnete die Liga bis zum Ende der Transferperiode gestern Nachmittag um 18 Uhr laut transfermarkt.de 230 Zugänge und 212 Abgänge.

Mit Ausgaben von 538 Mio. Euro behauptet die Bundesliga innerhalb der europäischen Toppligen hinter der Premier League  (1,4 Mrd.) und der italienischen Seria A (700 Mio.) weiterhin den dritten Platz, erzielt aber im Unterschied zur letzten Saison insgesamt ein Transferbilanzminus.

Rekordtransfers nach England

Das Minus nimmt sich mit gut  72 Mio. im Vergleich zu den englischen Kollegen allerdings vergleichsweise bescheiden aus, die aufgrund ihrer Fernseherträge in der Lage sind, ein mehr als zehnmal so hohes Transferdefizit einzufahren. Erstmals gab die zweite Liga in England mehr Geld aus als die erste in Frankreich. Vom lockeren Scheckheft der Briten profitierte auch die Bundesliga.

Mit Leroy Sané (für 50 Mio. von Schalke 04 zu Manchester City), Granit Xhaka(für 45 Mio. von Borussia Mönchengladbach zu Arsenal London) und Henrikh Mkhitaryan(für 42 Mio. von Borussia Dortmund zu Manchester United) fielen drei der vier Toptransfers der Bundesliga-Geschichte in diesen Sommer. Lediglich für Kevin de Bruyne (für 74 Mio. vom VFL Wolfsburg zu Manchester City) wurde in der letzten Saison mehr gezahlt.

Klasse statt Masse beim Branchenführer

Kein Wunder, dass die drei abgebenden Klubs allesamt einen satten Transferüberschuss erzielten, obwohl sie ihrerseits teuer einkauften, um die Abgänge zu kompensieren. So viele Einnahmen waren dem direkten Konkurrenten Bayer Leverkusen nicht vergönnt, so dass dieser als einziger Spitzenklub mit einem satten Minus dasteht (22,4 Mio.). Klasse statt Masse war dagegen das Motto bei Branchenführer Bayern München, der  mit Mats Hummels und dem portugiesischen Europameister Renato Sanchez seinen Kader gezielt verstärkte.


Auffällig ist, dass die Bundesliga zunehmend zum Sprungbrett hochveranlagter Talente aus anderen Ligen wird, die Beispiele reichen von Renato Sanchez (18 Jahre, Bayern München) über Raphael Guerreiro und Emre Mor (22/18 Borussia Dortmund), Breel Embolo und Abdul Rahman Baba(19/22 Schalke 04) sowie Josip Brekalo und Borja Mayoral(18/19 Schalke 04) bis zu Douglas Santos und Alen Halilovic (22/20 HSV).

Kühne macht‘s möglich

Der HSV sicherte sich dazu noch unter anderem die Dienste von Stürmer Filip Kostic, für den er 14 Mio. Euro an den VFB Stuttgart überwies. Möglich wurde dies nur dadurch, dass Anteilseigner Klaus-Michael Kühne für die Operation Europa-Cup noch einmal kräftig die Privatschatulle öffnete.  Mit einem Transferminus von gut 33 Mio. liegt der HSV dennoch nur auf Rang 2 des Minus-Rankings. Angeführt wird es erstmals von einem Aufsteiger – RB Leipzig gab 46,50 Millionen Euro für neue Spieler aus – und nahm nichts ein.

Zu der abgelaufenen Transferperiode gehört auch, dass am meisten über einen Spieler gesprochen wurde, der gar nicht gewechselt ist. Wie Julian Draxler nach nur einem Jahr versucht hat, vom VFL Wolfsburg wieder wegzukommen, war der negative Höhepunkt dieses Wechselsommers. Positiv ist vor allem zu vermelden: die Bundesliga hat neben Draxler auch andere Nationalspieler in ihren Reihen gehalten bzw. zurückgeholt, wie Mario Götze,  Andre Schürrle, Max Kruse und Mario Gomez. Und vor allem: sie kann sich auf viele neue, frische Gesichter freuen.

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