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Ein Sieg ist Pflicht

Sport - Ein Sieg ist Pflicht

Die Bilanz der letzten beiden Spiele ist eindeutig. Zwei Siege für Deutschland. 19:0 Tore. Alles andere als ein klarer Sieg gegen San Marino wäre eine Überraschung.

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Löw und sein ganz eigener Testlauf

Zwischen der Pflichtaufgabe in der WM-Quali in San Marino und dem Testspiel in Italien bettet der Bundestrainer eine Audienz bei Papst Franziskus ein. Ansonsten sollen zum Jahresabschluss vor allem die jungen Spieler dazulernen.

Das Leben eines Bundestrainers kann hektisch sein. Weiß Joachim Löw noch, wo er gewesen ist und sein wird? Sein Reiseplan geht ja so: zuletzt Frankfurt, Erfurt und London, bald Rimini, Serravalle, Rom und Mailand. Gestern noch Vertragsverlängerung in der Verbandszentrale, DFB-Bundestag  oder Stippvisite beim FC Arsenal, morgen Flug an die Adria, WM-Qualifikationsspiel in San Marino (Freitag 20.45 Uhr), Zwischenaufenthalt in der Ewigen Stadt, schließlich Freundschaftsspiel gegen Italien (Dienstag, 20.45 Uhr).

Nachrichten | ZDF-Morgenmagazin - Weltmeister hoffen auf viele Tore

Trotz zahlreicher Absagen hofft die DFB-Elf im Spiel beim Fußballzwerg San Marino auf viele Tore. An der Seitenlinie schnuppert ein alter Bekannter hinein, die Kapitänsfrage ist noch offen.

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Die zeitgenaue Taktung ist bei so vielen Terminen fast schon ein Kunststück. Und zwischendrin hat der Weltmeistertrainer noch zwei besonderen Anlässen zugestimmt: Da war zum einen am vergangenen Samstag die Auszeichnung zur „Legende des Sports“ beim Frankfurter Sportpresseball, da ist zum anderen am Montag im Rahmen der Nationalmannschaftsreise die Privataudienz im Vatikan bei Papst Franziskus, die nach einem komplett fußballfreien Wochenende in Italiens Hauptstadt ein inspirierendes Erlebnis für alle sein soll.

 Ziel ist die Titelverteidigung 2018

„Uns war immer wichtig, dass diese Mannschaft nicht nur Spiele gewinnt, sondern auch das Land würdig vertritt und ein Vorbild ist für das Zusammenleben in der gesamten Gesellschaft“, erklärte Löw dazu am Samstag in der Alten Oper bei seiner Dankesrede vor der geballten Prominenz aus Sport, Politik und Wirtschaft , die ihm reichlich Applaus spendeten, als er  feststellte: „Es ist völlig egal, welche Religion oder Wurzeln jeder Einzelne hat, sondern nur wichtig, was er als Beitrag für das Gesamte leistet.“

Eigentlich ist es ja ungewöhnlich, einen vertraglich neuerdings bis 2020 gebundenen Fußballlehrer vor dem Karriereende in den Legendenstatus zu hieven, da sein Lebenswerk „noch nicht abgeschlossen“ sei, wie der 56-Jährige denn auch bemerkte. „Jogi, du hast den Gipfel erreicht, aber den WM-Titel in zwei Jahren zu verteidigen, das ist für dich eine unglaubliche Motivation“, plauderte  DFB-Präsident Reinhard Grindel bei der Laudatio aus.

 Trendsetter in Sachen Fußballkultur

Tatsächlich wirkt der Bundestrainer seit dieser Saison wieder feuriger als in jener Spielzeit, die dem WM-Titel 2014 folgte und in der sich auch seine Nationalspieler den einen oder anderen Hänger leisteten. Die WM-Endrunde 2018 ist nunmehr nicht mehr so fern, um daraus nicht eine besondere Motivation abzuleiten. Und die zielgerichteten Auftritte in der WM-Qualifikation in Norwegen (3:0), gegen Tschechien (3:0) und Nordirland (2:0) ließen keinen Zweifel, wonach die Mannschaft in Russland strebt.

Der Badener mit Hauptwohnsitz mittlerweile in Berlin folgt längst einem übergeordneten Masterplan. „Wir sind eine Benchmark geworden, was die spielerischen Elemente angeht“, beteuert Löw. „Wir sind Vorbilder weltweit und haben unsere Fußballkultur verändert.“ Daraus zieht er Antrieb und Bestätigung zugleich.

San Siro als Testwiese

Löw setzt darauf, dass die eingespielten Automatismen nicht verloren gehen, wenn immer mal wieder Stammkräfte bewusst ersetzt werden. Und so wird der Jahresabschluss genauso zu Experimentierzwecken genutzt wie nächsten Sommer der Confederations Cup, den Leistungsträger wie Mesut Özil oder Toni Kroos auslassen wollen und dürfen.

Auch im Zwergstaat San Marino, der Enklave nahe der italienischen Adriaküste, ist der diesmal komplett geschonte Özil nicht dabei, wenn die anderen Etablierten das erwartete Torfestival inszenieren. Vier Tage später gegen den bei der EM im Elfmeterschießen bezwungenen Angstgegner Italien sind absprachegemäß auch Kroos oder Sami Khedira bereits zuhause, weil sich in Mailand die junge Garde bewähren soll. Das berühmte San Siro als schnöde Testwiese.

 Chance für die jungen Spieler

 Löws Blick gilt den Nachrückern: Die Olympia-Teilnehmer Julian Brandt (Bayer Leverkusen), Max Meyer und Leon Goretzka (beide FC Schalke 04) sollen die nächsten Einsatzzeiten im A-Team bekommen, die Neulinge Serge Gnabry (Werder Bremen), Yannick Gerhardt (VfL Wolfsburg) und Benjamin Henrichs (Leverkusen) vielleicht debütieren. „Ihre guten Leistungen haben wir registriert“, sagt Löw, „jungen Spielern wollen wir immer wieder eine Chance geben.“

Das Ergebnis gegen Italien  sei daher „unwichtig“, bedeutend sind die Erfahrungen, die die zweite Reihe sammelt. Aus dem aktuellen Kader sind acht Spieler 21 Jahre oder jünger. Entsprechend viel kann noch vermittelt werden. Die Generation Weigl, Brandt, Sané oder Tah sei gut ausgebildet, sagte Löw zuletzt bei seiner Vertragsverlängerung, „aber auf dem allerhöchsten Niveau merken sie, dass sie noch was lernen müssen – sie sind noch nicht auf dem Niveau Gündogan, Kroos oder Özil.“

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