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Die 48er-WM kommt, Fußball-Deutschland ist entsetzt

FIFA beschließt Aufstockung ab der Endrunde 2026

Sport - Die 48er-WM kommt, Fußball-Deutschland ist entsetzt

Das FIFA-Council hat die umstrittene Aufstockung der WM-Teilnehmerzahl beschlossen. Beim Turnier 2026 werden erstmals 48 statt der bislang 32 Mannschaften um den Titel spielen. Fußball-Deutschland ist entsetzt darüber.

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Ab der WM 2026, die noch nicht vergeben ist, wird in 16 Gruppen zu je drei Teams gespielt. Der Erst- und Zweitplazierte kommt weiter. Mit diesen 32 Mannschaften beginnt dann die K.-o.-Runde. Die nun 80 (statt 64) Spiele werden in - wie bisher - 32 Tagen gespielt, was den Vereinen, die Spieler abstellen, entgegenkommt. Laut FIFA-Mitteilung bleibt zudem die Zahl der Ruhetage pro Mannschaft identisch. Wie bisher wird der Weltmeister am Turnierende sieben Spiele absolviert haben.

"Größte Werbung"

FIFA-Präsident Gianni Infantino begründete die Entscheidung so: "Wir müssen die WM ins 21. Jahrhundert, in die Zukunft bringen. Der Fußball ist global. Es ist eine sehr positive Entwicklung. Das Fußballfieber in einem qualfizierten Land ist die größte Werbung für den Fußball, die es geben kann."

Die WM-Aufstockung war nach der Wahl von Infantino zum Präsidenten im vergangenen Februar quasi nicht mehr zu verhindern. Der Schweizer hatte den "Kleinen" unter den 2011 FIFA-Nationen im Wahlkampf eine WM mit (mindestens) 40 Teilnehmern versprochen, und dieses Versprechen hat Infantino nun wohl eingelöst.

Allerdings hielt sich der Widerstand in Grenzen. Die lauteste Kritik kam aus Deutschland und der Bundesliga. Die Macher hätten gerne am bewährten Format mit 32 Teams festgehalten."Ich bin nicht glücklich mit dieser Entscheidung", sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel und sprach seiner "großen Sorge, dass sich der Fußball an sich verändert, dass die Attraktivität des Spiels leidet. Wenn die Fußball-WM insgesamt an Attraktivität verliert, leidet die Akzeptanz bei Fans und Sponsoren, und dann leidet zwangsläufig auch die Vermarktung."

Löws Kritik

Bundestrainer Joachim Löw kann "aus rein sportlicher Sicht" einer Aufstockung nichts abgewinnen: "Für mich hat die EM 2016 in Frankreich nicht zu einer Steigerung der Qualität beigetragen, im Gegenteil. Da gab es viele zähe Spiele, bei denen sich Mannschaften vor dem eigenen Tor geradezu verschanzt haben."

Ex-Bundestrainer Berti Vogts ist gar "sehr, sehr erschrocken". Die FIFA-Entscheidung sei "furchtbar", sagte er: "Wenn man die WM zugrunde richten will, muss man diesen Weg weitergehen. Das ist nicht mehr meine WM. Was soll das bloß? Es ist ganz schlimm." Auch Toni Kroos und Manuel Neuer sind enttäuscht. Kroos findet die Entwicklung "absolut negativ", Manuel Neuer erinnert an die EM 2016, die in den Augen der TV-Zuschauer und Kritiker "nicht so interessant" gewesen sei, so die beiden Nationalspieler im ZDF-Interview.

Wer bekommt wieviel Plätze?

Zum größten Politikum wird in den kommenden Monaten die Anzahl von Startplätzen pro Konföderation werden. Alle wollen ein größeres Stück vom Kuchen, die UEFA wird mindestens zwei bis drei WM-Starter mehr als bisher (13, 2018 plus Gastgeber Russland) fordern.

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