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VfB: Aufstieg und Ausgliederung

Der schwäbische Zweitligist steht vor großen Herausforderungen

Der VfB Stuttgart ist auf dem Weg zurück in die Bundesliga. Die Schwaben stehen vor großen Herausforderungen. Die geplante Ausgliederung macht viele Fans misstrauisch.

VfB-Fans präsentieren Logo des Vereins

Schindelmeiser wagt den Umbruch

Nicht alle waren begeistert, als Schindelmeiser den im Profifußball unbekannten Dortmunder Nachwuchscoach Wolf verpflichtete und keinen der erfahrenen Trainer mit Reputation. Der 53 Jahre alte Schindelmeiser ging noch weiter. Er kaufte reihenweise junge Perspektivspieler, um den erfahrenen Kader um Kapitän Christian Gentner aufzufrischen. Viele Traditionalisten reagierten entsetzt. Das übliche Muster, gut zu bezahlende Erfahrung zu kaufen, spielte beim VfB kaum noch eine Rolle.

Jan Schindelmeiser vor der VfB-Geschäftsstelle
Sport-Vorstand des VfB: Jan Schindelmeiser Quelle: dpa

Schindelmeiser und Wolf hatten einige Krisen zu überstehen. Zuerst das Theater um Kevin Großkreutz, der mehr Skandale und Sprüche lieferte denn gute Spiele, und zuletzt eine sportliche, aus der ihnen mit Alexandru Maxim einer der alten Spieler-Garde heraus half. Großkreutz trotz einer Fan-Petition nach einem nächtlichen Ausflug ins Rotlicht- und Party-Milieu mit einigen Jugendspielern nicht zu begnadigen, war ein wichtiges Signal: Die neue Ära ist nicht mehr aufzuhalten.

Neuer Weg mit jungen unbekannten Kickern

Eine brutale Herausforderung nannte Schindelmeiser die Zweite Liga, die man nur mit guter Atmosphäre im Team, guten Personalentscheidungen und durch völlige Akzeptanz des besonderen Charakters des Zweitligafußballs überstehen könne. Trotzdem kaufte der Ex-Hoffenheimer Schindelmeiser neben Benjamin Pavard, Takuma Asano, Carlos Mane und Julien Green Kicker wie Ebenezer Ofori, Josip Brekalo und Jerome Onguene, die in Stuttgart kaum einer kannte.

Der Umbruch oder Neuanfang scheint bei den Fans anzukommen, wobei der gigantische Zuschauerschnitt von über 50.000 nach dem zweiten Abstieg der Vereinsgeschichte wohl eher als stille Unterstützung in Notzeiten zu sehen ist. Es ist eine Mischung aus hoher Mitgliederzahl von rund 75.000, der Furcht, der Fans, ihr Klub könne den Anschluss verlieren und Neugier. Eine neue Liebe zum neuen VfB muss erst noch entstehen.

Misstrauen gegen Ausgliederung

Groß ist nach wie vor das Misstrauen einiger in die Klubführung, an deren Spitze der ehemalige Sprecher des umstrittenen Bahnprojektes "Stuttgart 21“ Wolfgang Dietrich steht. Dietrich hielt sich zumindest öffentlich aus sportlichen Belangen heraus, drückte aber bei der geplanten Ausgliederung aufs Tempo. Viele Fans beklagen Dietrichs kompromissloses Vorgehen in Sachen Ausgliederung. Obwohl der Aufstieg noch nicht feststeht, drängt der VfB-Präsident auf eine Entscheidung am 1. Juni.

Die Versammlung soll im Stadion stattfinden, um möglichst vielen Fans Platz zu bieten. Dietrich, seit Oktober 2016 im Amt, kündigte an, die Abstimmung sei sein einziger Versuch als Vereinschef, die Lizenzspielerabteilung auszugliedern. Kritiker werfen dem VfB eine einseitige Kampagne vor, die wie eine Erpressung daher komme.

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