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Bayern-Frauen mit dem Prinzip Hoffnung

Champions League | Halbfinal-Rückspiel

Der Einzug ins Champions-League-Finale wäre für die Fußballerinnen des FC Bayern ihr bisher größter Erfolg. Dabei sind sie eigentlich nicht nur international, sondern auch hierzulande ein Stück vom Topniveau entfernt. Das Halbfinal-Rückspiel beim FC Barcelona steigt am Sonntag, 12 Uhr.

Frauen-Champions-League: Halbfinal-Hispiel Bayern München - FC Barcelona am 21. April
Barca-Torfrau Sandra Panos rettet vor der Münchnerin Sydney Lohmann.
Quelle: reuters/Andreas Gebert

Der Einzug ins Champions-League-Finale wäre für die Fußballerinnen des FC Bayern ihr bisher größter Erfolg. Dabei sind sie eigentlich nicht nur international, sondern auch hierzulande ein Stück vom Topniveau entfernt. Das Halbfinal-Rückspiel beim FC Barcelona steigt am Sonntag, 12 Uhr.

Zuversicht ist groß

Die Zuversicht bei den Fußballerinnen des FC Bayern ist ungebrochen, trotz der 0:1-Heimniederlage im Hinspiel. "Wir haben die Stärke, um dort das 1:0 zu machen und das Ding für uns zu entscheiden", sagt Trainer Thomas Wörle.

Es sind optimistische Sätze, die wegen der bisher einmaligen Gelegenheit kaum überraschen. Schon der erstmalige Einzug ins Halbfinale der Champions League ging als größter Erfolg in die Geschichte der Frauenabteilung ein.

Rein fußballerisch kann in Deutschland keine Mannschaft mit Barcelona mithalten
Bayern-Trainer Thomas Wörle

Sollte der Sprung ins Finale am 18. Mai in Budapest gelingen, käme dies einer Sensation gleich. Denn auch Wörle weiß: "Rein fußballerisch kann in Deutschland keine Mannschaft mit Barcelona mithalten."

Wolfsburg deutsche Nummer 1

Auch national ist der FC Bayern nicht erste Wahl. Hierzulande steuert der VfL Wolfsburg, der im Champions-league-Viertelfinale an Paris St. Germain gescheitert war, gerade aufs Double zu. Dass es der FC Bayern bis unter die letzten Vier Europas geschafft hat, täuscht also über die wahren Kräfteverhältnisse hinweg. Zumal der Boom im Vereinsfußball der Frauen anderswo stattfindet.

Beim Hinspiel gegen Barcelona war der Bayern-Campus mit 2500 Plätzen erstmals in dieser Saison bei einem Frauenspiel ausverkauft. Doch im internationalen Vergleich erscheinen die Zahlen mickrig. Das Rückspiel in Barcelona ist mit 15.000 Zuschauern ausverkauft, und gerade in Spanien werden teils noch ganz andere Dimensionen erreicht.

Zuschauer-Weltrekorde

Im März sorgte das Spitzenspiel der spanischen Frauen-Liga zwischen Atlético Madrid und Barcelona mit 60.739 Zuschauern im Estadio Wanda Metropolitano für einen Weltrekord. Auch in Italien (39.077 Zuschauer) und Frankreich (25.907) purzelten jüngst Bestmarken. In der Frauen-Bundesliga sind bisher 12.464 Zuschauer aus dem Jahr 2014 der Höchstwert.

Natürlich sind die internationalen Rekorde weit entfernt von den durchschnittlichen Besucherzahlen. Doch sie unterstreichen einen Trend, der europaweit zu beobachten ist - vor allem in Frankreich und England, wo die Professionalisierung noch schneller voranschreitet als in Deutschland.

Höhere Etats der Konkurrenz

Auch, weil die Vereine bereit sind, immer stärker zu investieren. In der Spitze, wie bei Europas Branchenführer Olympique Lyon, teils deutlich mehr als der FC Bayern. "Der Frauenfußball wird gerade extrem bedeutsam", sagt Barças Präsident Josep Maria Bartomeu.

Spricht man mit Branchenkennern, attestieren diese zwar auch dem FC Bayern einen enormen Entwicklungsschub. Fast alle Spielerinnen sind Profis, das Funktionsteam genügt höchsten Ansprüchen, ebenso das Trainingszentrum, der für die Jugend errichtete rund 70 Millionen Euro teure Campus.

Hinzu kommt eine eigene Social-Media-Abteilung für die Kickerinnen, die ihre beiden Meistertitel 2015 und 2016 aus Marketingzwecken mit dem Männerteam feierten.

Sechstellige Ablösesummen

Und doch klingen Bedenken bei Experten an, wie ernst es dem Verein ist, die Fußballerinnen zur nationalen Nummer eins zu formen - und die dann mit Schwergewichten wie Lyon, Paris Saint-Germain, Barcelona und den englischen Teams mithalten kann.

Dabei ließe sich schon mit ein, zwei Millionen Euro mehr im Etat viel bewegen. Noch jedenfalls, da zunehmend sechsstellige Ablösesummen für Topspielerinnen aufgerufen werden. Diese zieht es aus der Bundesliga vermehrt zu Europas Spitzenteams, wie bei den Männern aus sportlichen und finanziellen Anreizen. Wie Bayerns Olympiasiegerin Sara Däbritz, die nach allem, was zu hören ist, im Sommer nach Paris wechselt.

Angeblich stehen dem FC Bayern weitere namhafte Abgänge bevor. Der Weg zur Weltspitze dürfte beschwerlich werden für Trainer Jens Scheuer vom SC Freiburg, der Wörle am 1. Juli beerbt.

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