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Gangnes zur Halbzeit auf Goldkurs - Freund Siebter

Sport - Gangnes zur Halbzeit auf Goldkurs - Freund Siebter

Seine Hoffnungen auf die erfolgreiche Titelverteidigung bei der Skiflug-WM muss Deutschlands Ausnahmespringer wohl begraben. Auch den Schanzenrekord am Kulm ist Freund erstmal los.

Beitragslänge:
1 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 14.01.2017, 08:00

Titelverteidiger Severin Freund hat nach dem ersten Tag der Skiflug-WM am Kulm kaum noch Chancen auf die erhoffte Medaille. Der Weltmeister ist in Bad Mitterndorf zur Halbzeit Siebter. Auf Gold-Kurs liegt überraschend der Norweger Kenneth Gangnes.

Nur auf Rang zwei folgt Topfavorit Peter Prevc aus Slowenien. Der Vierschanzentournee-Gewinner verbesserte vor 11.000 Zuschauern zunächst Freunds Schanzenrekord aus dem Vorjahr um stolze 5,5 Meter auf 243 Meter, dann verlor er mit einem Satz auf nur 213,5 Meter die Führung aber an Gangnes. Dritter ist Stefan Kraft aus Österreich.

Gewaltige Abstände

"Entweder es läuft - oder nicht. Das ist Skifliegen. Es war heute etwas näher dran, auch wenn die Abstände doch gewaltig sind", sagte Freund im ZDF. Mit 370,5 Punkten hat er fast 50 Punkte Rückstand auf Gangnes (419,4). "Morgen werde ich noch einmal angreifen."

Zweitbester DSV-Adler ist Richard Freitag auf Rang elf. Ebenfalls noch dabei sind Team-Olympiasieger Andreas Wellinger, WM-Debütant Stephan Leyhe und Andreas Wank auf den Rängen 13, 19 und 28. Die Entscheidung fällt am Samstag ab 14.00 Uhr (live im ZDF) in zwei weiteren Durchgängen. "Das war ein cooler Flugtag, ich hab zwei 200er-Sprünge mitnehmen dürfen. Ein bisschen mehr hatte ich mir aber schon erwünscht", sagte Wellinger.

Schwierige Bedingungen

Mitfavorit Freund wurde besonders im ersten Durchgang auch ein Opfer der schwierigen Bedingungen. Vor dem Sprung des Weltmeisters verkürzte die Jury zunächst den Anlauf, nahm die Entscheidung aber schnell wieder zurück. "Das war etwas unglücklich", sagte auch Bundestrainer Werner Schuster: "Sie haben Severin hin- und hersteigen lassen, das war nicht optimal."

Für Aufsehen sorgte derweil einmal mehr Japans Skisprung-Methusalem Noriaki Kasai. Der 43-Jährige kam im ersten Durchgang auf starke 240,5 m und stellte seine persönliche
Karriere-Bestmarke ein. Der Skiflug-Weltmeister von 1992 hat als Fünfter mit 409,0 Punkten noch alle Chancen auf eine Medaille. "Er kann einfach gut fliegen, da kann man nur gratulieren", sagte Schuster.

Wind und Schnee am Samstag

Begonnen hatte der Tag mit einer schlimmen Nachricht aus Graz. Bei dem Österreicher Lukas Müller, der am Mittwoch beim "Einfliegen" schwer gestürzt war, wurde eine inkomplette Querschnittslähmung festgestellt. "Derzeit kann er seine Beine nicht bewegen", teilte das Universitätsklinikum in Graz auf einer Pressekonferenz mit. Ob der 23-Jährige je wieder gehen kann, ist offen.

Der "Tanz auf der Rasierklinge" dürfte sich auch am Samstag fortsetzen. Für den Kulm sind starker Wind und Schneefall vorhergesagt. "Das wird ein interessanter Tag. Ich bin gespannt, wie wir ihn bewältigen", sagte Schuster.

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