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Geglättete Wogen

Unruhe im deutschen Beachvolleyball-Team beigelegt

Wenige Tage vor Beginn der Beachvolleyball-WM in Wien (28. Juli bis 6. August/im zdfsport.de-Livestream ab 29.7., 12 Uhr) ist Ruhe im Team Deutschland eingekehrt, das bei den Frauen gleich mit fünf aussichtsreichen Duos antritt. Über deren Status im Verband hatte es einen wochenlangen Streit gegeben. Auch das lange verletzte Spitzenteam Ludwig/Walkenhorst blickt wieder optimistisch nach Wien.

Laura Ludwig (rechts) und Kira Walkenhorst beim Turnier in Den Haag
Laura Ludwig (rechts) und Kira Walkenhorst Quelle: imago

Auf den weiblichen Spitzenteams liegt seit dem glanzvollen Olympiasieg von Laura Ludwig und Kira Walkenhorst in Rio, der dieser Sportart hierzulande vier Jahre nach dem Triumph von Brink/Reckermann einen weiteren Push gegeben hat, ein besonderes Augenmerk.

Reform schafft Unruhe

Die Probleme begannen damit, dass sich der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) als Musterknabe bei der Umsetzung der Leistungssportreform in Deutschland erwies. Das DVV-Modell sieht vor, dass jeweils drei Nationalteams und ein Anschlussteam pro Geschlecht an einem Bundesstützpunkt zentralisiert werden. Als Standort bekam für die nächsten vier Jahre Hamburg den Zuschlag, wo sich die Stadt und der HSV an der Umsetzung des Modells beteiligen.

Relativ reibungslos verlief der Umzug der Männerteams und der Frauenteams Bieneck/Schneider sowie Glenzke/Großner nach Hamburg, wobei letzeres als Nachwuchsteam fungiert. Über Bieneck/Schneider, die seit Beginn der Saison zusammenspielen, sagt Olympiasieger Julius Brink, sie seien das Team "das sich im Rahmen der neuen Strukturen bislang am besten entwickelt hat".

Insellösung für die Stars

Nun hatte sich aber ausgerechnet das Leitschiff des Verbandes, Ludwig/Walkenhorst, den Weg zum Olympiasieg höchst individuell als Kleinunternehmen mit eigenem Funktionsteam und eigener Vermarktung gebahnt. Es war absehbar, dass die beiden Ausnahmeathletinnen sich nicht so ohne weiteres wieder der Verbandsstruktur unterstellen würden. So erhielten sie zwar den Status des Nationalteams, können aber mit eigenem Betreuern und Trainingsplänen weiterarbeiten.

Dass diese Abmachung von vornherein als "Insellösung" bezeichnet wurde, hielt zwei andere Teams nicht davon ab, sich ebenfalls dem Umzug in den Hamburger Stützpunkt zu verweigern. Chantal Laboureur und Julia Sude, mit Weltranglistenplatz 2 im Moment das bestplatzierte deutsche Team, sowie Karla Borger und Margareta Kozuch wollten in Stuttgart bleiben.

Streit mit den Newcomern

Besonders mit Borger, Vize-Weltmeisterin 2013, und Kozuch, der deutschen Rekordnationalspielerin in der Halle, eskalierte der Streit. Der DVV strich sie von der Teilnehmerliste der FIVB World Tour und sprach ihnen die sportliche Perspektive ab. Bei der WM in Wien dürfen sie nur aufgrund einer Wildcard starten.

Jetzt scheint sich in beiden Fällen eine Verhandlungslösung anzubahnen. Chantal Laboureur und Julia Sude wurden in der letzten Woche zum Nationalteam ernannt und werden mit dem Stützpunkt in Hamburg kooperieren – wie diese Zusammenarbeit genau aussehen soll, ist noch nicht ganz klar. Auf den weiteren Klärungsprozess mit Borger/Kozuch soll diese Nominierung keinen Einfluss haben. "Dieser wird unabhängig davon und konstruktiv weitergeführt", sagt DVV-Vize-Präsident Beach, Andreas Künkler.

Drei deutsche Duos in einer Gruppe

Vor zwei Wochen trainierte das Duo erstmals am zentralen Stützpunkt in Hamburg. "Das war ein guter Schritt in die richtige Richtung", sagte Borger. Wie wertvoll sie für den DVV sind, kann das noch relativ neue Team gleich in den Gruppenspielen zeigen - es wurde in einen Pool mit Ludwig/Walkenhorst und Glenzke/Großner gelost, so dass es gleich zu Beginn zu spannenden verbandsinternen Duellen kommt.

Denen sehen auch die Stars der Szene wieder optimistisch entgegen. Nachdem Laura Ludwig und Kira Walkenhorst über Monate mit Verletzungen zu kämpfen hatten, nähern sie sich jetzt wieder ihrer alten Form. "Das sieht wieder nach Beachvolleyball aus", sagte Ludwig im ZDF-Interview.

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