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Rückkehr der technisch versierten Allrounder

Fußball-Länderspiel: England - Deutschland

Mario Götze und Ilkay Gündogan haben eine lange Leidenszeit hinter sich. Pünktlich zum Länderspiel-Klassiker gegen England (Fr., ab 20.15 Uhr live im ZDF) kehren die technisch versierten Allrounder in den Kreis der Nationalmannschaft zurück. Wie sind ihre Chancen auf eine WM-Nominierung?

Training der deutschen Nationalmannschaft
Quelle: dpa

Vermutlich kommen Mario Götze und Ilkay Gündogan gar nicht umhin, bei der obligatorischen Platzbesichtigung vor dem Anpfiff in Wembley noch einmal die Erinnerungen schweifen zu lassen. Londons Fußball-Kathedrale war und ist Schauplatz großer Spiele: Hier findet am Freitag der Klassiker zwischen England und Deutschland (Anpfiff: 21 Uhr/live im ZDF) statt, hier ging vor mehr als vier Jahren das deutsche Champions-League-Endspiel zwischen Bayern München und Borussia Dortmund über die Bühne.

Ein Jahr ohne die DFB-Auswahl

Selbst neutralen Beobachtern hat sich das bewegende Bild eingebrannt, wie die tapferen schwarz-gelben Verlierer hinterher Schulter an Schulter vor ihren Fans standen. Auch Götze war beim Schlussakt dabei, obwohl er damals – als feststehender Bayern-Neuzugang – wegen einem Muskelfaserriss im Finale fehlte. Gündogan gehörte hernach zu denjenigen, die beim BVB am meisten trauerten.

Die Rückkehr ins Wembley-Stadion ist nun wieder etwas emotional Besonderes. Der 25-jährige Götze (62 Länderspiele/ 17 Tore) und der zwei Jahre ältere Gündogan (20/4) haben schließlich fast genau ein Jahr nicht mehr in der DFB-Auswahl gespielt. „Sie sind zwei Spieler mit unglaublicher Qualität. Ich stand mit ihnen häufiger in Kontakt“, verriet Manager Oliver Bierhoff am Mittwoch auf der Pressekonferenz in Berlin. „Sie hatten beide keine leichte Zeit.“

Von Verletzungen gebeutelt

Bei dem einen (Götze) sorgte eine mysteriöse Stoffwechselstörung, die den gesamten Körper für den Leistungssport aus dem Gleichgewicht brachte, für eine unfreiwillige Auszeit. Bei dem anderen (Gündogan) war ein im Dezember vergangenen Jahres erlittener Kreuzbandriss für eine längere Zwangspause verantwortlich, dann kam kurz nach Saisonstart eine weitere Knieverletzung hinzu.

„Was Verletzungen angeht, ist es für uns beide in den letzten Jahren nicht ganz optimal gelaufen“, sagte Gündogan unlängst in einem Interview, „momentan fehlt mir natürlich noch ein bisschen der Rhythmus.“ Götze gab unweit des Spreeufers selbst Auskunft über seinen Gesundheitszustand: „Ich war eine gewisse Zeit raus – ich bin auch wieder eine gewisse Zeit dabei. Ich fühle mich bei 100 Prozent.“ Bierhoff bescheinigte dem „G&G“-Duo Reife und Ruhe beim Genesungsprozess, der einen netten Nebeneffekt bringe: „So kommt die große Liebe zum Fußball zurück.“

Beide spielen jetzt fast auf derselben Position

Aber wie nahe sind die Edeltechniker wirklich wieder einem Stammplatz? Als beide noch das Dortmunder Dress trugen, waren die Rollen klar verteilt: Als die Westfalen im Frühjahr 2013 die „Road to London“ nahmen, war Gündogan auf der Doppel-Sechs die ideale, weil spielstarke Ergänzung zum Abräumer Sven Bender. Götze spielte damals meist als dribbelnder Freigeist in der offensiven Dreierreihe hinter Stürmer Robert Lewandowski.

Aber viereinhalb Jahre später sind die beiden fast direkte Konkurrenten. Auf der Achter-Position, auf der sie im Verein zum Einsatz kommen. Gündogan ist mit seinem herausragenden Spielverständnis der ideale Mittelfeldspieler für das System Citizen-Coach Pep Guardiola. Götze wiederum steht bei seinem Vereinstrainer Peter Bosz ebenfalls hoch im Kurs, weil der den WM-Helden von 2014 nicht als verkappten Stürmer, sondern als ballsicheren Einfädler im Mittelfeld einsetzt. „Ich habe immer gesagt: Meine Lieblingsposition ist im Zentrum, auf der Acht oder Zehn.“

Länderspiele wichtige Wegweiser für beide

Heimlich, still und leise hat sich sein Tätigkeitsbereich nach hinten verlagert, womit die beiden ehemaligen Vereinskollegen tatsächlich zu Konkurrenten um ein WM-Ticket 2018 werden könnten. Auch unter diesem Aspekt sind ihre Leistungen in den Länderspielen gegen England und vier Tage später gegen Frankreich in Köln zu bewerten. Gündogan gibt sich allerdings zuversichtlich, dass er die Russland-Reise mitmacht, wenn ihn nicht wieder eine Verletzung stoppt: „Dann bin ich sehr sicher, dass ich dabei sein werde.“

Götze sagte am Mittwoch: „Ich muss Leistung bringen, im Verein und in der Nationalmannschaft. Ich freue mich auf das, was kommt – und das Jahr 2018.“ Was er nicht aussprach, aber wohl dachte: was dann sommers hoffentlich mit einer WM-Teilnahme belohnt wird.

Trainer und Manager sind wichtige Fürsprecher

Er hat mit Bundestrainer Joachim Löw („Mario ist ein außergewöhnlich guter Spieler mit besonderen Qualitäten“) den wichtigsten Fürsprecher auf seiner Seite, der sein Können – und sei es nur auf Teilzeitbasis – beim Turnier wohl kaum missen möchte. Selbst in seinen bleiernen Zeiten beim FC Bayern ließ Löw den Goldjungen nicht fallen, der ihm am 13. Juli 2014 im berühmten Maracanã zur Krönung verholfen hatte.

Doch auch Gündogan stand bei Löw wegen seiner spielerischen Anlagen seit jeher hoch im Kurs – ihn stoppte nur eine zeitweise kaum endende Pechsträhne an Verletzungen. „Wenn sie fit sind und zu hundert Prozent ihre Leistung abrufen können, sind sie für jede Mannschaft der Welt eine Bereicherung“, glaubt auch Manager Bierhoff.

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