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Elf starke Frauen

Gründungself für die Hall of Fame

Nun ist auch die Gründungself der Frauen für die Hall of Fame des deutschen Fußballs gefunden. Die Jury hat darin mit Silvia Neid, Steffi Jones und Martina Voss-Tecklenburg zwei ehemalige und die aktuelle Bundestrainerin nominiert.

Deutsches Fußballmuseum in Dortmund
Die "Hall of Fame" wird im April 2019 im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund eröffnet.
Quelle: dpa

Damals vor der Frauen-WM 2007 hatte die damalige Bundestrainerin Tina Theune die Qual der Wahl. Ist nun die langjährige Stammtorhüterin Silke Rottenberg oder die aufstrebende Nadine Angerer die bessere zwischen den Pfosten. So erbittert sich Oliver Kahn und Jens Lehmann um die Nummer eins gestritten hatten, so eng lagen einst zwei stilprägende Torfrauen leistungsmäßig beieinander. Das Rennen machte bekanntlich die sieben Jahre jüngere Angerer, die das Vertrauen rechtfertigen sollte: „Natze“ war fast unüberwindbar, hielt im Finale gegen Brasilien (2:0) einen Strafstoß der Weltfußballerin Marta und hatte erheblichen Anteil am bislang letzten WM-Triumph der deutschen Frauen-Nationalmannschaft.

Doch die heute 40-jährige Angerer stand trotzdem nicht zur Wahl, als führende Sportjournalisten nun über die Gründungself der Frauen zur Hall of Fame des deutschen Fußballs auf Initiative des Deutschen Fußballmuseums abgestimmt haben. Denn der Rücktritt eines Spielers oder einer Spielerin muss fünf Jahre zurückliegen – und Angerer hat erst mit der WM 2015 in Kanada aufgehört. Irgendwie logisch, dass deshalb die heutige Torwarttrainerin und ZDF-Expertin Silke Rottenberg in der Auswahl auftaucht, die ja beim WM-Gewinn 2003 das deutsche Heiligtum hütete.

Titel spielen große Rolle

Bei den Feldspielerinnen fiel das Votum der Jury auf Doris Fitschen, Steffi Jones, Nia Künzer (Abwehr), Silvia Neid, Bettina Wiegmann, Renate Lingor, Martina Voss-Tecklenburg (Mittelfeld), Birgit Prinz, Inka Grings und Heidi Mohr (Sturm). Bei den Trainern erhielt Tina Theune die meisten Stimmen. Einfach zu behaupten, es handelt sich um die üblichen Verdächtigen, ist gewiss zu einfach. Dass Rekordtorjägerin Birgit Prinz nicht fehlen durfte, war klar. Zudem spielen die WM-Titel 2003 und 2007 eine prägende Rolle, denn der Jury war es auch erlaubt, Protagonisten zu küren, die noch vor dem Verbot des Frauenfußballs ihrer Leidenschaft frönten.

Aber wie sollten diese öffentlich auf sich aufmerksam machen? Bemerkenswert, dass sich mit Silvia Neid und Steffi Jones nicht nur zwei ehemalige Bundestrainerinnen in der ersten Elf wiederfinden, sondern auch die aktuelle Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg findet Berücksichtigung. „Ich war als Spielerin noch nie Weltmeisterin“, betonte die 51-Jährige kurz vor dem Jahreswechsel bei ihrer Vorstellung. Doch ihre Verdienste für den deutschen Frauenfußball sind bei 125 Länderspielen und vier gewonnenen Europameisterschaften unbestritten.

Torjägerin mit Handball-Vergangenheit

Mit der Wahl der Frauen-Elf ist der erste Jahrgang der Ruhmeshalle komplett. Die Hall of Fame würdigt die größten Legenden des deutschen Fußballs erstmals zentral an einem Ort.
Manuel Neukirchner, Museumsdirektor

Gut auch, dass eine Torjägerin wie Heidi Mohr nicht vergessen wurde, die in 104 Länderspielen immerhin sagenhafte 83 Treffer erzielte. Die Angreiferin, die in der Jugend lange Handball statt Fußball spielte, war mit ihrer draufgängerischen Art ihrer Zeit fast voraus und spielte eine Schlüsselrolle, als die DFB-Frauen mit dem Gewinn der Heim-Europameisterschaft 1989 einen Meilenstein für die Fortentwicklung und das öffentliche Interesse am Frauenfußball in Deutschland setzten.

„Mit der Wahl der Frauen-Elf ist der erste Jahrgang der Ruhmeshalle komplett. Die Hall of Fame würdigt die größten Legenden des deutschen Fußballs erstmals zentral an einem Ort. So entsteht eine dauerhafte Pilgerstätte für alle Fußballfans“, sagt Manuel Neukirchner, Direktor des Deutschen Fußballmuseums. Die Hall of Fame wird im April als begehbarer Raum und neues Ausstellungshighlight im nationalen Fußballmuseum in Dortmund eröffnet. Die feierliche Aufnahme der nun berufenen Frauen erfolgt im Sommer.

Die 28 Jurymitglieder waren aufgerufen, ihre Gründungself aus der gesamten Geschichte des deutschen Frauenfußballs zu wählen. Weil das Karriereende eben fünf Jahre zurückliegen musste, standen auch die Europameisterinnen von 2013 und die Olympiasiegerinnen von 2016 noch nicht zur Wahl. Weder eine Annike Krahn, Saskia Bartusiak, Celia Sasic oder Lira Alushi konnten deshalb gewählt weder. Die Ruhmeshalle wird Teil der Dauerausstellung im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund. Die Gründungself der Männer ist im November 2018 gewählt worden. Die Jury entscheidet im jährlichen Rhythmus über weitere Neuaufnahmen aus dem Männer- und Frauenfußball. Mögliche Box

Die Jury zur HALL OF FAME des deutschen Fußballs bilden:
Alexander Laux (Hamburger Abendblatt), Alfred Draxler (Bild), Anno Hecker (Frankfurter Allgemeine Zeitung), Christian Hollmann (dpa), Christian Löer (Kölner Stadt-Anzeiger), Dirc Seemann (Sport1), Dirk Preiß (Stuttgarter Zeitung/Stuttgarter Nachrichten), Erich Laaser (Verband Deutscher Sportjournalisten), Frederik Ahrens (Hamburger Morgenpost), Gernot Bauer (Eurosport), Gianni Costa (Rheinische Post), Jörg Jakob (kicker), Katrin Schulze (Der Tagesspiegel), Manfred Loppe (RTL), Manuel Neukirchner (Deutsches Fußballmuseum), Marco Fenske (RND), Mark Weishaupt (Saarbrücker Zeitung), Martin Volkmar (Perform Media), Peter Müller (Funke Sport), Philipp Köster (11Freunde), Pit Gottschalk (Sportjournalist), Ralph Durry (sid), Roman Steuer (Sky), Sabine Töpperwien (WDR-Hörfunk), Sascha Klaverkamp (Ruhr Nachrichten), Stefan Frommann (WELT/WELT am SONNTAG), Steffen Simon (WDR-Fernsehen), Thomas Fuhrmann (ZDF)

Gründungself der Fußball-Männer

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