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Lewis Hamilton – fünfter Titel und noch viele Träume

Formel 1 - Großer Preis von Mexiko

Lewis Hamilton ist zum fünften Mal Formel-1-Weltmeister, hat mit Juan Manuel Fangio gleichgezogen. Auf der Strecke unumstitten, polarisiert er daneben immer noch.

Lewis Hamilton (r) jubelt mit Angela Cullen über den 5. Titel
Lewis Hamilton (r) jubelt mit Angela Cullen
Quelle: reuters

Eigentlich war es fast nur noch eine Formsache für Lewis Hamilton, in Mexiko den fünften WM-Titel seiner Karriere einzufahren – und der Brite schaffte es auch. Allerdings bei weitem nicht so souverän, wie er es sich gewünscht hatte. Beim Sieg von Max Verstappen im Red Bull vor Sebastian Vettel musste sich Hamilton mit Rang vier begnügen – wie schon 2017 stand er also bei seinem Titelgewinn nicht auf dem Podium.  Aber obwohl er während des Rennens ständig über sein Auto, die Reifen, fehlenden Speed und die falsche Strategie gemeckert hatte, feierte er dann nach der Zieldurchfahrt doch mit ein paar Donuts, ließ sich vor dem Weltmeister-Interview von seiner Physio-Therapeutin Angela Cullen, mit der er gleich ein Champions-Tänzchen aufführte, noch die richtige Kappe bringen, ehe er sich bei allen, vom Team bis zu den Fans bedankte, seine Familie zu Hause grüßte.

Auf der Stecke unumstritten

Lewis hat einfach Phasen, da fährt er fast unwiderstehlich. Er zeigt Quali-Runden, welche sogar sein eigenes Team sprachlos machen
Pat Symonds

Und dann feststellte, er könne es noch gar nicht fassen,  „jetzt wirklich mit einer Legende wie Juan Manuel Fangio in der Anzahl der Titel gleichgezogen zu haben. Fangio  ist für mich der große Pate aller Racer. Der Gedanke, gleich viele Titel wie er zu gewinnen, ist für mich unwirklich.“ Selbst Michael Schumacher mit seinen sieben Titeln nicht mehr völlig außer Reichweite. Und trotzdem - der 33-jährige Brite, der sich inzwischen aber fast auf der ganzen Welt zu Hause fühlt, polarisiert noch immer, ist zwar mit Abstand der bekannteste der heutigen Formel-1-Piloten, aber durchaus nicht überall der beliebteste.

Auf der Strecke sind sich die Experten einig – und selbst die Fans seiner Rivalen müssen anerkennen: An der sportlichen Leistung Hamiltons gibt es praktisch nichts mehr zu kritisieren. Auch wenn seine Dominanz in der zweiten Saisonhälfte, nach der Sommerpause, natürlich auch durch die Pleiten-, Pech- und Pannenserie bei Ferrari noch zusätzlich begünstigt wurde: Hamilton hat auch durch seine eigene Performance seinen Teil dazu beigetragen. Pat Symonds, langjähriger Technikchef in der Formel 1, Wegbegleiter von Champions wie Ayrton Senna, Michael Schumacher und Fernando Alonso, meint: „ Lewis hat einfach Phasen, da fährt er fast unwiderstehlich. Er zeigt Quali-Runden, welche sogar sein eigenes Team sprachlos machen.“   Hamilton selbst betont aber auch oft die Teamarbeit: „Wir sind in diesem Jahr noch enger zusammengerückt. Wir  sprechen offen über Schwächen und sagen uns offen die Meinung. Ende 2017 haben mir die Ingenieure gesagt, was ich hätte besser machen können. Negative Aussagen wurmen einen und klingen im ersten Moment nicht schön. Aber auf  lange Sicht kann man sich nur dadurch verbessern.“

Extravagant im Privatleben

Tatsache ist: Lange Erfolgsserien eines einzelnen Fahrers funktionierten in der Geschichte der Formel 1 fast immer im Zusammenspiel eines Top-Piloten mit einem starken, gut geführten Team, angefangen von den Zeiten eines Ayrton Senna bei McLaren-Honda unter Ron Dennis über die großen Ferrari-Jahre von Michael Schumacher mit Jean Todt und Ross Brawn im Hintergrund bis zu Sebastian Vettel bei Red Bull mit vor allem Dr. Helmut Marko und Adrian Newey, aber auch Christian Horner. Hamilton hat mit der Mercedes-Truppe unter Toto Wolff, der eindeutig die Fäden in der Hand hält ebenfalls beste Bedingungen.

Ich mache nicht immer alles richtig, ich sage nicht immer das Richtige – aber bei all dem bleibe ich immer ich selbst. Und das hat mich dahin gebracht, wo ich heute bin.
Lewis Hamilton

Es ist viel mehr das Auftreten neben der Strecke, das Jet-Set-Leben, die permanente Präsenz in der Öffentlichkeit, die Neigung zur Selbstdarstellung und auch manchmal ein bisschen viel „Bling-Bling“, die gerade traditionellen Rennfans nicht immer gefällt. Aber für Hamilton ist diese zweite Seite, vor allem die Musik- und Modewelt mit all ihren Stars, sehr wichtig. Denn er  will sich absolut nicht auf den Rennfahrer reduziert sehen: „Für mich gibt es viel mehr als nur zu fahren. Das Fahren ist zwar das, was ich am besten kann. Aber es ist innerlich kein großes Teil von mir – weil ich das Gefühl habe, viel mehr bieten zu können.“  In diesem Jahr hat er seine eigene Mode-Kollektion für Tommy Hilfinger auf den Markt gebracht,  der er nicht nur seinen Namen gab, sondern in die er auch viel Zeit und Einsatz investierte, wirklich bei allem mit entschied – Hilfinger selbst tauchte in Mexiko auf der offiziellen Pressekonferenz als Gatecrasher und Gratulant auf.

Ganz er selbst

Diese Freiheit, die ihm Wolff und das Mercedes-Team immer wieder geben, die Freiheit, er selbst zu sein, sein eigenes Leben zu leben, und trotzdem zu wissen, stets auf die absolute Unterstützung seiner Truppe bauen zu können, trägt sicher auch zur Stärke von Hamilton bei.  Er selbst sein zu können, bei allem was er tut, das sei eines seiner Erfolgsgeheimnisse, bestätigte er in Mexiko: „Ich mache nicht immer alles richtig, ich sage nicht immer das Richtige – aber bei all dem bleibe ich immer ich selbst. Und das hat mich dahin gebracht, wo ich heute bin.“

Daten und Fakten zur Saison

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