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Prokop wird neuer Handball-Bundestrainer

Nachfolger von Erfolgscoach Sigurdsson steht fest

Christian Prokop

Sport - Prokop wird neuer Handball-Bundestrainer

Ein echte Überraschung war es nicht mehr. Christian Prokop wird neuer Handball-Bundestrainer. Er übernimmt ein großes Erbe von Dagur Sigurdsson und soll 2020 das Team zu Olympia-Gold in Tokio führen.

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Der Coach des Bundesligisten SC DHfK Leipzig tritt im Sommer das große Erbe des Isländers an und erhält beim Europameister einen Fünfjahresvertrag. Nach dem EM-Titel und Olympia-Bronze unter Vorgänger Sigurdsson sind die Erwartungen an den vergleichsweise unerfahrenen Prokop enorm hoch. Der Verband strebt neben dem Titel bei der Heim-WM 2019 auch Olympia-Gold 2020 in Tokio an. Der neue Bundestrainer wird aber dank Sigurdsson auf ein breites Repertoire an jungen, hoch qualifizierten Spielern zurückgreifen können.

Penibler Analytiker

Prokop galt von Anfang an als Wunschkandidat. Der ehemalige Rückraumspieler, der seine aktive Karriere schon im Alter von 22 Jahren wegen eines Knorpelschadens im Knie aufgeben musste, gilt als penibler Analytiker, der seine Gegner bis ins letzte Detail beleuchtet und ein klares Konzept verfolgt.

Am Freitagabend vor dem All Star Game in Leipzig hat der Deutsche Handballbund (DHB) den 38-Jährigen Prokop als neuen Bundestrainer Trainer präsentiert. "Wir bekommen für unsere Nationalmannschaft einen jungen und modernen Trainer, der den Willen zur Entwicklung lebt. Prokop und das Potenzial des deutschen Handballs - das passt", sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning.

Prokop wird den Posten offiziell am 1. Juli antreten, soll die DHB-Auswahl aber schon Mitte Juni in den letzten beiden EM-Qualifikationsspielen gegen die Schweiz und Portugal betreuen.

Trainer des Jahres 2015

Der DHB setzt große Hoffnungen in den Shootingstar der Branche, der 2015 zum Trainer des Jahres gewählt wurde. "Ich habe immer gesagt, Dagur Sigurdsson hat die Eisenbahn auf die Gleise gesetzt. Der DHB hat die Häuser drumherum gebaut, die Bundesliga die Bahnhöfe. Jetzt geht es darum, die einzelnen Dinge zu verbinden. Christian ist genau der Trainer, dem wir das zutrauen", erklärte Hanning.

Nach dpa-Informationen kassieren die Leipziger vom DHB eine Ablöse in Höher einer halben Million Euro, da Prokop noch einen Vertrag bis 2021 besaß. "Für uns Leipziger ist es natürlich ein Verlust, weil es mehr als eine Arbeitsbeziehung war. Doch wir haben uns zusammengesetzt, weil es sein großer Wunsch war", sagte Stefan Kretzschmar vom SC-DHFK- Aufsichtsrat.

Tauziehen um Biegler

Leipzigs Wunschkandidat auf die Prokop-Nachfolge, Frauen-Bundestrainer Michael Biegler, erhält vorerst keine Freigabe vom DHB. Er soll die Frauen-Nationalmannschaft wie geplant bei der Heim-WM Ende Dezember in Deutschland als Bundestrainer betreuen. Biegler sollte nach DHfK-Vorstellungen bereits am 1. Juli beim Bundesligisten anfangen und die DHB-Frauen in Doppelfunktion bis Jahresende betreuen. Doch der Verband will beim Prestigeprojekt kein Risiko eingehen, die Verhandlungen laufen noch.

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