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Trainer Wiegert will Geschichte schreiben

Sport - Trainer Wiegert will Geschichte schreiben

Mit dem Einzug in das Final Four der Handball-Champions-League des THW Kiel, dem Final Four der Handballer um dem DHB-Pokal und dem vierten Spiel um die deutsche Meisterschaft der Damen im Volleyball.

Beitragslänge:
1 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 28.04.2017, 08:00

Der frühere Linksaußen Bennet Wiegert hat als Spieler mit dem SC Magdeburg alle Klubtitel gewonnen, nur nicht den DHB-Pokal. Beim Final Four-Turnier in Hamburg, wo der SCM im Finale am Sonntag auf Flensburg trifft, will er das als Trainer nachholen.

Das Gefühl SC Magdeburg. Es gibt nicht viele Menschen, die dieses Gefühl stärker verinnerlicht haben und intensiver leben als Bennet Wiegert. Geboren 1982 in Magdeburg, wuchs "Benno“ als Sohn der großen Kreisläufer-Legende Ingolf Wiegert auf, durchlief alle Jahrgänge des SCM und gewann mehrfach A- und B-Jugendmeisterschaften. 2001 half er mit, die Deutsche Meisterschaft zu gewinnen, im Jahr darauf trug der nervenstarke Linksaußen viele Tore zum Triumph in der Champions League bei.

"Das ist einfach mein Verein“

Im Alter von 22 Jahren suchte er das Weite. Es zog ihn zunächst nach Wilhelmshaven, zwei Jahre später folgte er seinem Ziehvater Alfred Gislason zum VfL Gummersbach. Er spielte dort zwar erfolgreich. Aber er kehrte doch wieder zum SCM zurück. Die Sehnsucht. Nach der Magdeburger Familie. Nach der Heimat. Nach diesem Gefühl SC Magdeburg. "Das ist einfach mein Verein“, sagt er.

Man kann die Jahre seit 2007 als logische Kette betrachten, das Ende seiner letzten Jahre als Profi, sein Start als Jugendtrainer, seine Funktion als Jugendkoordinator. Und ja, als der Club den isländischen Coach Geir Sveinsson freistellte und die Vereinsverantwortlichen Wiegert fragten, ob er als Chefcoach einspringen würde, da hat ihn einige Leute davor gewarnt. Weil er ein solch junger Trainer ist. "Aber ich habe nicht lange überlegt“, bekennt Wiegert. Vielleicht kommt eine solche Chance nie wieder, dachte er und griff zu. Kürzlich wurde sein Vertrag bis 2018 verlängert.

Sein erstes Spiel als Chefcoach war am 16. Dezember 2015 das Viertelfinale um den DHB-Pokal zu Hause gegen FRISCH AUF! Göppingen - jenes Team, gegen das der SCM vier Tage zuvor ein Debakel erlebt hatte. Der SCM siegte mit 29:25-Toren und erreichte damit das Pokal-FinalFour zum zweiten Mal in Folge. "Das war mein leichtestes Spiel“, erzählt er. "Wer als Spieler dieses Turnier in Hamburg vor Augen hat, den braucht man als Trainer nicht zu motivieren.“

Unvergessenes Finale

Seine letzten Erfahrungen als Profi beim Hamburger Finalturnier sind schon lange her. 2004 verlor er mit dem SCM im Halbfinale gegen den HSV Handball. Und 2002 unterlag er mit dem SCM im letzten Endspiel in der Alsterdorfer Sporthalle, die Ergebnisse im Halbfinale gegen die HSG Nordhorn (39:38 nach Verlängerung) und im Finale gegen den TBV Lemgo (23:25) hat er noch gespeichert in seinem Gedächtnis. "So etwas vergisst man als Sportler nicht“, sagt er.

Als der SCM das letzte Mal den deutschen Pokal gewann, 1996, saß Wiegert zu Hause am Fernseher und fieberte mit seinen Clubkameraden. Ihm ist aber wohl bewusst, wie sehr dieser erste nationale Titel nach der Wende für den SCM bedeutete, es war wie ein sportlicher Urknall in der Magdeburger Börde. "Ohne diesen Pokalsieg wäre die Deutsche Meisterschaft 2001 wohl nicht möglich gewesen“, sagt er.

"Es war furchtbar"

Vor einem Jahr war Wiegert dabei, als der SCM im Finale erst im Siebenmeterwerfen an der SG Flensburg-Handewitt scheiterte. Aber er fühlte sich machtlos. "Ich saß hinter der Bank und konnte es nicht aushalten, es war furchtbar, das zu sehen und nicht aktiv eingreifen zu können. Danach habe ich mir geschworen, dass ich das in dieser Funktion nicht wieder machen werde.“

Dass man an verschiedener Stelle gemeint hat, dass der Bergische HC der Wunschgegner fürs Halbfinale sei, hat ihn gewundert. "Für die waren wir doch auch das Wunschlos“, sagt er. Aber natürlich ist er fest entschlossen, jetzt als Trainer mit dem SCM Geschichte zu schreiben und den Pokal zu gewinnen. Auch weil dieser Pott es noch einmal verstärken würde, das Gefühl SC Magdeburg.

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