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DHB-Auswahl überzeugt gegen Österreich

Handball-EM | Spanien besiegelt Halbfinal-Aus

von Martin Schneider

Das Halbfinale ist endgültig verpasst, das Spiel um Platz 5 aber erreicht: Die deutschen Handballer gewannen bei der EM gegen Österreich mit 34:22 (16:13). Zuvor hatte Spaniens Sieg über Weißrussland die Minichance aufs Halbfinale zerstört.

3 min
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20.01.2020
20.01.2020
Video verfügbar bis 20.01.2024

Die Mannschaft von Bundestrainer Christian Prokop löste im Spiel gegen Österreich ihr Versprechen ein und zeigte sich unbeeindruckt von der bitteren Niederlage gegen Kroatien. Am Mittwoch (20.30/ZDF ab 20.15 Uhr) bestreitet die DHB-Auswahl gegen Tschechien das letzte Hauptrundenspiel.

Schwacher Start

Im Spiel gegen Österreich konnte auch ein missglückter Start das hochmotivierte deutsche Team nicht aufhalten. Zunächst lief es zu ideenlos im Angriff und zu passiv in der Abwehr, viele technische Fehler brachten die Österreicher ins Spiel.

Gegen die defensive Deckung der Gastgeber fiel dem deutschen Rückraum nicht viel ein, hinten musste Andreas Wolff zu oft den Ball aus dem Tor holen.

Bitter der gefeierte Mann

Dann schlug nach 15 Minuten bei einem 7:9-Rückstand die Stunde von Johannes Bitter, und für die gesamte Mannschaft war es eine Art Weckruf. Der mit Sprechchören gefeierte Bitter parierte schon bis zur Halbzeit sechs von neun Würfen auf seinen Kasten, mit zentimetergenauen Anspielen in den Gegenstoß setzte er außerdem Tim Kastening perfekt in Szene.

Nicht mehr dabei war zu dem Zeitpunkt bereits Abwehrhüne Patrick Wiencek, der Kieler klagte über Knieprobleme und kam auch in der zweiten Hälfte nicht zurück ins Spiel.

Golla für Wiencek

Seinen Part übernahm Johannes Golla, der im Kroatien-Spiel wegen kurzfristig aufgetretener Übelkeit nicht dabei sein konnte. Der 22-Jährige organisierte gemeinsam mit dem vorgezogen spielenden Hendrik Pekeler die Deckung, Deutschland kam nun immer besser ins Spiel. Beim Stand von 15:13 wechselte die Abwehr wieder auf 6:0, und auch dagegen fanden die Österreicher kein Mittel.

In der zweiten Halbzeit blieb die deutsche Mannschaft kompromisslos dran, es gab keine Schwächephase gegen einen verzweifelt kämpfenden Gastgeber, für den es noch um einen Platz in einem Olympia-Qualifikationsturnier geht.

Bis zum Schluss konzentriert

Fast mühelos gelangen die Spielzüge, und wenn es hinten doch einmal eng wurde, war wieder Johannes Bitter da. Nach jeder gelungenen Aktion ging er zur Bank und klatschte mit Andreas Wolff ab - die Chemie zwischen den beiden Keepern stimmt in jeder Situation.

In der 49. Minute warf Hendrik Pekeler den Ball zum 29:19 ins leere österreichische Tor, es war die erste Zehn-Tore-Führung für die deutsche Mannschaft. Die Quote von Bitter lag zu diesem Zeitpunkt bei grandiosen 50 Prozent.

Das Spiel war gelaufen, Deutschland wich keinen Zentimeter zurück, und Österreich kassierte seine höchste Niederlage im Turnierverlauf. Lässig mit den Händen in den Hosentaschen verfolgte Prokop die letzten Sekunden bis zur Schlusssirene, seine Mannschaft ließ nichts mehr anbrennen.

Prokop über Kritik verbittert

Nach dem Schlusspfiff atmete der Bundestrainer am ARD-Mikrofon tief durch. "Genießen konnte ich vielleicht die letzten zehn Minuten, das war mental schon eine große Herausforderung." ARD-Experte Dominik Klein forderte "öffentliche Rückendeckung vom Trainer", Prokop selbst fand es "schon sehr bitter, dass wir gegen Kroatien mit einem Tor verlieren, und dann wird wegen dem Trainer so ein Fass aufgemacht. Diese Mannschaft entwickelt gerade ein sehr gutes Gefühl für sich".

Spanien ist durch

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Quelle: ap photo/Ronald Zak

Spanien hat sich mit einem 37:28-Sieg gegen Weißrussland fürs Halbfinale qualifiziert. Der Titelverteidiger, für den Ferran Sole und Angel Fernandez mit jeweils sieben Toren beste Werfer waren, ist bei der Endrunde wie Kroatien weiter ungeschlagen. Beide Teams führen die Hauptrundengruppe I vor dem direkten Duell am Mittwoch mit jeweils 8:0 Punkten an.

Spanien hätte gegen die Weißrussen mit acht Toren Unterschied verlieren müssen, damit Deutschland wieder realistische Chancen aufs Halbfinale gehabt hätte. Dazu hätte Kroatien am Mittwoch im letzten Hauptrundenspiel Spanien schlagen müssen - und Deutschland gegen Tschechien gewinnen müssen.

Kroatien setzten sich gegen Tschechien mühevoll mit 22:21 (11:9) durch, war aber schon vor diesem Spiel fürs Halbfinale qualifiziert.

Quelle: SID

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