Sie sind hier:

Robert Hartings starker Abschied

Diskuswerfer wird Zweiter beim ISTAF in Berlin

Mit Platz zwei beim Berliner ISTAF und tosendem Beifall der 45.500 Zuschauer im Olympiastadion ist die Karriere von Diskuswurf-Olympiasieger Robert Harting zu Ende gegangen.

Robert Harting bei einem Wurf
Robert Harting bei einem Wurf Quelle: ZDF

Der 33 Jahre alte Berliner holte am Sonntag um 17:52 Uhr zum letzten Wurf aus: Die Zwei-Kilo-Scheibe landete bei 64,95 Metern - und kommt nun in die Trophäen-Vitrine in Hartings Wohnung. Im Olympiastadion der Hauptstadt hatte der Publikumsliebling 2009 bei der Heim-WM den ersten seiner drei Weltmeistertitel gefeiert.

Bruder Christoph gewinnt

Dass ausgerechnet Bruder Christoph (65,67), zu dem der scheidende Held ein angespanntes Verhältnis hat, zum Abschluss gewann, dürfte Robert Harting an diesem Tag nicht mehr sonderlich gestört haben. Er riss die Arme nach oben, bedankte sich bei seinen Konkurrenten und genoss einfach nur die Atmosphäre.


Nach vielen Tiefs zeigte Harting noch einmal einen guten Wettkampf. "Das Selbstbewusstsein war heute wieder da. Man soll aufhören, wenn es am Schönsten ist. Jetzt verstehe ich den Satz", sagte der Berliner, nachdem er sich mit dem letzten Wurf vom dritten auf den zweiten Platz verbesserte. Einen Plan, wie es weitergeht, hat der 33-Jährige noch nicht. "Ich werde meine geistigen und körperlichen Fähigkeiten jetzt anderweitig einbringen. Meine Frau wirft ja noch, ich werde in Zukunft also zugucken", sagte Harting und fiel Ehefrau und Diskuswerferin Julia Harting in die Arme.

"Ich bin extrem überwältigt. Ich habe mir immer gewünscht, dass ich bei meinem Abschied nicht so weit weg bin von zu Hause. Ich bin ein kleiner Heimscheißer", sagte Harting nach seinem letzten Wurf und meinte: "Ich freue mich, wenn ich jetzt noch eine Stadionrunde laufen kann." LeBron James, der für seinen Sponsor Nike auf Werbetour in Berlin war, verfolgte die Wettkämpfe amüsiert aus der ersten Reihe. Auch dem US-Basketballstar werden sie gesagt haben, dass er einem historischen Moment beiwohnte.

Ein ganz Großer tritt ab

Mit Robert Harting trat der erfolgreichste deutsche Leichtathlet der letzten zehn Jahre ab: Olympiasieger, dreimal Weltmeister, zweimal Europameister. Nach seinem letzten Wettkampf winkte Harting auch zum Doppeldeckerbus rüber, auf dem seine Freunde im Innenraum des Stadions den letzten Wettkampf des Publikumlieblings aus nächster Nähe verfolgen konnten. Für den 2,01-m-Riesen schloss sich ein Kreis. 2009 hatte er in Berlin bei der Heim-WM seinen ersten großen Triumph gefeiert.

Schon Hartings Einzug ins Olympiastadion sorgte für große Emotionen. Unter den Klängen von David Bowies "Heroes" lief der Lokalmatador ein. Ein Riesenplakat mit Hartings Konterfei wurde in der Ostkurve ausgebreitet, ein Konfettiregen folgte. In einem Filmbeitrag versuchten sich Leichtathleten wie Thomas Röhler und Gina Lückenkemper daran, wie einst Harting das Trikot zu zerreißen.

Starke deutsche Teamleistung

Die weiteren deutschen Starter trugen beim 77. ISTAF zum Gelingen der Harting-Party bei. Senkrechtstarterin Gina Lückenkemper stürmte nach Bronze und Silber bei der EM erneut aufs Podium und wurde über 100 m in 11,18 Sekunden beim Sieg von Marie-Josee Ta Lou (Elfenbeinküste/11,08) Dritte. Anschließend führte Lückenkemper die 4x100-m-Staffel zum Sieg in 42,98. Auch im Hürdensprint zeigten die deutschen Mädels ihre augenblickliche Klasseform. Die WM-Dritte Pamela Dutkiewicz (Wattenscheid) lief in 12,73 Sekunden auf Rang zwei und musste sich nur der US-Amerikanerin Christina Manning (12,72) geschlagen geben. Cindy Roleder (Halle/Saale) stellte als Dritte ihre Saisonbestleistung (12,77) ein.

Die deutschen Speerwerfer gaben wieder einmal eine Kostprobe ihrer internationalen Extraklasse und überzeugten mit einem Dreifach-Triumph. Olympiasieger und Europameister Thomas Röhler (Jena) gewann mit 86,50 m. Zweiter wurde Julian Weber (Mainz/85,54), Platz drei ging an Vize-Europameister Andreas Hofmann (Mannheim/85,09). Für Hochsprung-Europameister Mateusz Przybylko erfüllte sich der Wunsch vom Sieg nicht. Der 26 Jahre alte Leverkusener landete mit 2,28 m auf dem zweiten Platz. Es siegte der Weißrusse Maxim Nedasekau (2,30), der sich bei der EM noch hinter Przybylko noch mit Silber begnügen musste. "

Erfolgreich Revanche für die EM nahm Christian Schwanitz. Die frühere Kugelstoß-Weltmeisterin von der LV Erzgebirge lieferte mit 19,25 m die beste Weite und siegte. Bei der EM hatte sich Schwanitz noch mit Silber begnügen müssen. "Jetzt bin ich total happy, dass es zum Sieg gereicht hat", sagte Schwanitz ins Stadion-Mikrophon.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.