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Heidel künftig ein Königsblauer

Sport - Heidel künftig ein Königsblauer

Das ZDF-Nachspiel der SPORTreportage vom 21. Februar 2016 mit ZDF-Experte Holger Stanislawski und Moderatorin Anna Kraft. Analyse rund um die TSG Hoffenheim und Trainer-Jüngling Julian Nagelsmann.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 20.02.2017, 15:54

Königsblauer Traditionsklub statt Karnevalsverein, Macher beim Möchtegern-Meister statt Mainzer für immer: Christian Heidel ist dem lukrativen Lockruf aus Gelsenkirchen erlegen und wird neuer Sportvorstand des Bundesligisten Schalke 04.

Im Sommer wagt Heidel den drastischen Tapetenwechsel - raus aus der Wohlfühloase beim FSV Mainz 05 und rein in den turbulenten Ruhrpott.

Vertrag bis 2020

"Wir sind davon überzeugt, dass Christian Heidel mit seiner unbestrittenen sportfachlichen Kompetenz und Erfahrung, seinen erwiesenen Führungsqualitäten und seiner positiven Ausstrahlung der richtige Mann für den FC Schalke 04 ist", erklärte Tönnies in einer Mitteilung des Klubs. Nun müssen noch einige Details geregelt werden. Heidel (52) erhält einen Vertrag bis 2020.

Heidel, der seit 24 Jahren für die Rheinhessen arbeitet und maßgeblich am Aufschwung seit der Jahrtausend-Wende beteiligt war, hatte sich dem Aufsichtsrat der Königsblauen ab 11 Uhr im Sport- und Tagungshotel in Werl offiziell vorgestellt. Nach mehr als zwei Stunden sprach er von einem "sehr angenehmen Gespräch in freundschaftlicher Atmosphäre".

Zwei Millionen Euro Salaär?

Danach verabschiedete sich Heidel wieder Richtung Mainz. Der Aufsichtsrat folgte nach weiteren Beratungen seinem Vorsitzenden Clemens Tönnies, der Heidel schon vor Monaten als Nachfolger für Sportvorstand Horst Heldt ausersehen hatte. In Mainz besaß Heidel noch ein gültiges Arbeitspapier für die kommende Spielzeit. Über die Ablösesumme vereinbarten beide Vereine Stillschweigen, Heidels Salär soll bei rund zwei Millionen Euro liegen. Er soll auch mehr Macht als sein Vorgänger erhalten.


Damit endet in Kürze nach fünf Jahren die Amtszeit des umstrittenen Managers Heldt auf Schalke. Die Bilanz des Ex-Nationalspielers ist durchwachsen: Einerseits spülte er durch den Verkauf der Weltmeister Manuel Neuer und Julian Draxler fast 70 Millionen Euro in die Kassen des hoch verschuldeten Traditionsklubs. Andererseits entpuppten sich viele seiner Einkäufe als Flops, besonders Kevin-Prince Boateng erwies sich als teures Missverständnis. Auch bei der Auswahl der Trainer hatte der einstige Stuttgarter Manager kein glückliches Händchen.

Einstimmige Zustimmung

Bei Heidel, einst kaufmännischer Geschäftsführer eines Autohauses, lag Medienberichten zufolge offenbar seit geraumer Zeit ein unterschriftsreifer Vertrag auf dem Schreibtisch. Sein aktueller Klub hatte ihm bereits die Freigabe erteilt. Jetzt folgte das Ende der monatelangen Hängepartie: Der Aufsichtsrat, in den in den letzten beiden Jahren mehrere Tönnies-Kritiker gewählt worden waren, stimmte angeblich einstimmig zu.

Rouven Schröder
Rouven Schröder Quelle: imago

In Mainz soll Ex-Profi Rouven Schröder (40), der zuletzt bei Werder Bremen für die Kaderplanung zuständig war, Heidel beerben. "Bei beiden Vereinen muss alles geregelt sein", hatte Heidel immer wieder betont.  Die Liaison zwischen dem hemdsärmeligen Typ und den Königsblauen aus dem Pott - sie könnte passen.

Der jung gebliebene Heidel gilt als loyal, menschlich, seriös, aber gleichzeitig auch abgezockt, hellwach und geschäftstüchtig. Für den ehemaligen Mainzer Kultcoach Jürgen Klopp ist die Verhandlungskunst Heidels ohnehin einmalig: "Spieler, die eigentlich zu Real Madrid wollten, konnten sich nach einem Gespräch mit Christian gar nicht gegen Mainz entscheiden", sagte er einst.

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