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HSV entlässt Gisdol - Hollerbach soll's wohl richten

Nachfolger steht laut Medienberichten fest

Einen Tag nach dem 0:2 gegen den Tabellenletzten 1. FC Köln hat sich der Hamburger SV von Trainer Gisdol getrennt. Laut Medieninformationen wird der langjährige HSV-Profi Bernd Hollerbach sein Nachfolger.

Markus Gisdol im Dezember 2017 beim Spiel gegen Eintracht Frankfurt
Markus Gisdol im Dezember 2017 beim Spiel gegen Eintracht Frankfurt
Quelle: dpa

«Wir wissen bereits, wer Trainer wird», sagte der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen. In den Tagen vor der Pleite gegen den Letzten Köln (0:2) hatte der Vorstand des Fußball-Bundesligisten «Plan B» vorbereitet und mit dem neuen Mann telefoniert. «Unser Ziel war bis zuletzt, den Trainer nicht zu wechseln», stellte Bruchhagen aber klar.

Hollerbach hat angeblich unterschrieben

Den Namen des Neuen wollte er nicht nennen, aber immer lauter wird getuschelt: Bernd Hollerbach wird's. Nach Informationen von «Bild» und Hamburger "Morgenpost" ist dessen Verpflichtung perfekt. Der HSV wollte dies jedoch auf Anfrage nicht bestätigen. Vor der offiziellen Bekanntgabe will Bruchhagen noch Formalien klären. Der Gisdol-Nachfolger soll am Montag um 15.00 Uhr erstmals das HSV-Training leiten.

Bernd Hollerbach im April 2017 in Aue
Bernd Hollerbach
Quelle: dpa

Hollerbach trainierte bis zum Sommer 2017 den Zweitliga-Absteiger Würzburger Kickers. Der 48 Jahre alte Franke verfügt über das HSV-Gen. Er war von 1996 bis 2004 beinharter Verteidiger bei den Hamburgern, durchlief später als Co-Trainer die Felix-Magath-Schule. Bruchhagen betonte, der neue Trainer könne mit Sportchef Jens Todt auch über Transfers reden. Investor Klaus-Michael Kühne sei in den Trainerwechsel nicht involviert gewesen, aber «komplett informiert» worden. Das könnte heißen: Kühne öffnet wieder die Schatulle.«

Auch Co-Trainer müssen gehen

Vorzeitige Trennungen von Trainern sind grundsätzlich nicht gewollt, aber wir glauben, dass neue Impulse zwingend notwendig sind, um das nach wie vor angestrebte Ziel Klassenerhalt zu erreichen», erläuterte Bruchhagen. Es sei nicht Absicht, Gisdol in «irgendeiner Weise zu beschädigen». In der Vorsaison war der Schwabe noch der gefeierte Retter. Gezeichnet und ergriffen nahm Gisdol Abschied von seiner Mannschaft und seiner Arbeitsstätte der vergangenen 17 Monate.

«Ich hätte gerne weitergemacht. Ich muss das akzeptieren», meinte er, als mit seinem SUV den Parkplatz am Volksparkstadion verließ. «Ich will erst mal heim.» Er habe sehr gern für den HSV, mit dem Team und mit den Menschen im Verein gearbeitet. «Es war eine sehr intensive Zeit», sagte der Fußballlehrer. «Die Mannschaft kann es auch diese Saison wieder schaffen. Davon bin ich total überzeugt.» Seine Co-Trainer Frank Fröhling und Frank Kaspari mussten ebenfalls gehen.

Baustellen allerorten

Der Neue muss Schwerstarbeit verrichten. Die HSV-Offensivabteilung ist ein Totalausfall. Ganze 15 Törchen erzielte das Team. Nur der Tabellenletzte Köln (14) und Werder Bremen (14 nach 18 Spielen) haben weniger. Bobby Wood (1), Filip Kostic (2) und André Hahn (2) blieben die gesamte Saison blass. Nur das 18 Jahre alte Toptalent Jann-Fiete Arp (2), der zuletzt wegen Erkältung fehlte, ist ein Lichtblick.

Der Dauerkrisenclub HSV ist im Sturzflug Richtung 2. Liga. Das ist nicht Pech, sondern hausgemacht. 15 Punkte in 19 Spielen sind ein erschreckendes Zeugnis. So wenige Zähler hatte der Traditionsclub nicht mal im Relegationsjahr 2013/14 und in der Katastrophensaison 2016/17 nach 19 Spielen. Im Team war keine Handschrift zu erkennen. Gisdol hatte zwar eine Spielidee, konnte sie bei dem wild und ziellos zusammengekauften Kader aber nie durchsetzen. Jeder der 15 Cheftrainer dieses Jahrtausends hatte sein System. Gisdol allein hat nicht Schuld an dem Schlamassel. Er hat früh gewarnt, Verstärkungen gefordert. Bekommen hat er sie nicht.

Auch Kritik an Todt

Sportchef Todt steht ebenso am Pranger. «Die Situation hat sich deutlich verschlimmert», gestand er.Die Verbindlichkeiten des Vereins haben mit 105,5 Millionen Euro einen Höchststand erreicht. Das abgelaufene Geschäftsjahr endete mit dem zweithöchsten Minus der Clubgeschichte von 13,4 Millionen Euro. Ein Gang in die 2. Liga mit deutlich geringeren Einnahmen aus TV-Topf, Ticketverkauf und Werbeeinnahmen würde die wirtschaftliche Misere nur noch vertiefen, wenn nicht sogar die Existenz bedrohen. «Unsere Mittel sind begrenzt», bestätigte Todt. Mit Neid blickt man nach Köln. Dessen Sport-Geschäftsführer Armin Veh gelang mit der Verpflichtung von Torjäger Simon Terodde, was der HSV versäumt hat.

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